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Schönhofviertel: Planungsversäumnisse aufarbeiten - ehemaligen Mitarbeiterweg als Übergangslösung sichern

Vorlagentyp: NRLINKE
1 SitzungAbgelehnt
Vorlage
Idee
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Zusammenfassung

Der Antrag fordert die Prüfung und Sicherstellung einer barrierefreien Verbindung zwischen dem Schönhofviertel und dem Westbahnhof. Dies ist notwendig, um den Bewohner*innen des Quartiers den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu erleichtern und die Mobilität zu verbessern. Durch diese Maßnahmen wird die soziale Teilhabe im Stadtteil gestärkt.

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Antrag

1. zu erklären, warum beim Bau des Schönhofviertels und beim Ausbau des Westbahnhofs keine direkte, sichere und barrierefreie Verbindung eingeplant wurde; 2. gemeinsam mit der DB InfraGO zu prüfen, ob der ehemalige Mitarbeiter*innenweg über das Stellwerk "Fwf" befristet als gesicherter Fußweg zwischen der Brigitte-Frauendorf-Straße und der Galvanistraße/Solmsstraße geöffnet werden kann. Dabei sind insbesondere Bahnbetrieb, Sicherheit, Beleuchtung, Barrierefreiheit, Zugangssicherung, Zuständigkeiten und Kosten zu klären; 3. sicherzustellen, dass der laufende Ausbau des Westbahnhofs eine spätere direkte und barrierefreie Verbindung zum Schönhofviertel nicht verhindert; 4. eine Machbarkeitsstudie für eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Schönhofviertel und dem Zugang zum Westbahnhof an der Galvanistraße/Solmsstraße vorzulegen. Dabei sind Unterführung, Überführung und weitere Varianten einschließlich Kosten, Zuständigkeiten und Zeitplan zu prüfen; 5. den Ausschuss für Mobilität regelmäßig über die Gespräche mit DB InfraGO, die Übergangslösung und die dauerhafte Verbindung zu informieren. 6. die Erfahrungen aus der Planung und Erschließung des Schönhofviertels auszuwerten und für künftige größere Quartiersentwicklungen (z. B. Neuer Stadtteil der Quartiere) verbindliche Anforderungen an die frühzeitige Planung von ÖPNV-, Fuß- und Radverkehrsanbindungen abzuleiten, damit vergleichbare Erschließungslücken künftig vermieden werden.

Begründung

Mit dem Schönhofviertel ist ein Quartier mit rund 2.000 Wohnungen entstanden. Der Westbahnhof liegt nur etwa 350 Meter entfernt, und trotzdem ist er für Bewohner*innen nur mit großem Umweg erreichbar. Wer heute zum Westbahnhof möchte, muss einen Weg von rund 1,3 Kilometern zurücklegen. Das ist fast das Vierfache der Luftlinie. Für Menschen im Rollstuhl oder mit Mobilitätsbeeinträchtigungen ist die Strecke wegen fehlender direkter und barrierefreier Verbindungen noch länger und beschwerlicher. Für manche ist der Westbahnhof als zentraler ÖPNV-Knotenpunkt damit faktisch nicht nutzbar.

Mobilität ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der Zugang dazu darf nicht davon abhängen, ob jemand jung, gesund, ortskundig oder im Besitz eines Autos ist. Wer kein Auto besitzt oder fahren kann, oder Kinder und Angehörige begleitet, ist auf kurze und sichere Wege angewiesen. Fehlen diese Wege, werden Teilhabe und soziale Gerechtigkeit im Stadtraum ungleich verteilt.

Das Schönhofviertel wurde als nachhaltiges, autoarmes Quartier geplant. Dafür müssen alltägliche Wege zur Arbeit, zur Kita und Schule, zum Einkaufen oder zu Ärzt*innen zu Fuß, mit dem Rad und mit dem ÖPNV gut bewältigbar sein. Das entspricht auch dem städtischen Leitbild und den Zielen des Frankfurter Masterplans Mobilität: Bis 2035 soll der Anteil von Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr von 67 auf 80 % der Wege steigen und Mobilität für alle gewährleistet werden. Eine direkte und barrierefreie Verbindung zum Westbahnhof ist deshalb keine Sonderforderung, sondern ein konkreter Beitrag zur Umsetzung dieser Ziele. Bleibt sie aus, wird es für die Menschen im Quartier schwieriger, ihren Alltag ohne eigenes Auto zu organisieren.

Die Erreichbarkeit betrifft auch die soziale Infrastruktur. Im Quartier sind Kitas und weitere Einrichtungen entstanden, deren Beschäftigte vielfach auf den ÖPNV angewiesen sind. Gerade in Care-Berufen, die ohnehin unter Fachkräftemangel leiden, kann eine umständliche Anbindung die Gewinnung und Bindung von Personal zusätzlich erschweren. Damit geht es auch um die Verlässlichkeit der Betreuungsangebote für die Familien im Quartier.

Das Schönhofviertel sollte zugleich Anlass sein, für kommende Quartiere zu lernen, etwa für den geplanten Stadtteil der Quartiere. Bei großen, neuen Stadtteilen müssen Wohnungsbau, soziale Infrastruktur und Mobilität von Anfang an zusammen geplant werden. Dazu gehören direkte und barrierefreie Wege für Fuß- und Radverkehr sowie eine alltagstaugliche ÖPNV-Anbindung, und zwar, bevor die ersten Menschen einziehen! Nachträgliche Lösungen sind aufwendiger und kommen für die bereits dort lebenden Menschen zu spät.

Als vorübergehende Lösung bietet sich die Prüfung des ehemaligen Mitarbeiter*innenwegs über das Stellwerk "Fwf" an. Er verbindet die Brigitte-Frauendorf-Straße mit der Galvanistraße/Solmsstraße und damit mit dem bestehenden Bahnhofszugang. Früher wurde er von Beschäftigten der Bahn und von Siemens genutzt, inzwischen ist er gesperrt. Der Ortsbeirat 7 hat bereits gefordert, den Weg zu öffnen und zu sichern. Der Magistrat hat bisher im Wesentlichen auf den Bahnbetrieb verwiesen. Er sollte nun konkret prüfen, ob eine befristete und gesicherte Nutzung möglich ist.

Diese Übergangslösung ersetzt allerdings keine dauerhafte, barrierefreie Verbindung. Der laufende Bahnhofsausbau darf eine solche Verbindung jedoch nicht verbauen oder unnötig erschweren.

Wer ein autoarmes Quartier plant, muss auch dafür sorgen, dass der öffentliche Verkehr im Alltag tatsächlich erreichbar ist.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt

Der Weg dieser Vorlage

Am 22. Oktober 2026 brachte Linke diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 26.10.2026 im Ausschusses für Mobilität abgelehnt.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Mobilität
Sitzung 2 · 26.10.2026
TO I, TOP 7
Abgelehnt
1. Die Vorlage NR 68 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. 2. Die Vorlage NR 90 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
CDUGrüneSPDAfDVolt
Ablehnung:
LinkeFDP
zu 2)
Zustimmung:
CDUGrüneSPDVolt
Ablehnung:
LinkeFDP
Sonstige:
AfD (Votum im Haupt- und Finanzausschuss sowie Personal)
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: zu 1. CDU, GRÜNE, SPD, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF-PARTEI gegen Linke, FDP und BFF-DFRA-FREIE WÄHLER (= Annahme) zu 2. CDU, GRÜNE, SPD und Volt gegen Linke (= Annahme) sowie FDP und BFF-DFRA-FREIE WÄHLER (= Prüfung und Berichterstattung); AfD und ÖkoLinX-ELF-PARTEI (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss sowie Personal)

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