Filialschließungen von Frankfurter Banken, insbesondere Sparkassen, und dann?
Zusammenfassung
Der Magistrat äußert sich zu den Filialschließungen von Banken in Frankfurt und betont die Wichtigkeit der infrastrukturellen Grundversorgung. Es wird darauf hingewiesen, dass die Banken auf verändertes Kundenverhalten reagieren und alternative Angebote bereitstellen, jedoch die Nutzung dieser Angebote gering ist.
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Thema Wirtschaft und Tourismus verfolgenStellungnahme des Magistrats
Der Magistrat steht - auch über die Wirtschaftsförderung - im regelmäßigen Austausch mit dem Großteil der Filialbetreibenden Banken in Frankfurt, insbesondere mit der Frankfurter Sparkasse. Dabei werden das Interesse der Aufrechterhaltung der infrastrukturellen Grundversorgung in den Stadtteilen und Filialschließungen regelmäßig thematisiert. Der Magistrat bringt hierbei die Belange der betroffenen Personengruppen in den Stadtteilen ein, er hat jedoch keinen direkten Einfluss auf die wirtschaftlichen Entscheidungen, weder von Privatbanken noch von Anstalten öffentlichen Rechts. Im Zuge vorausgegangener Stellungnahmen in 2022 und 2021 zum Thema Filialschließungen wurden die Gründe für die Schließung von Filialen bereits ausführlich beleuchtet. Dies betrifft alle Banken mit Filialnetz. Die Banken haben auf die Änderung des Kundenverhaltens insbesondere mit dem Ausbau des digitalen Service- und Beratungsangebotes inklusive Videocalls reagiert. Für beratungsintensivere Bankgeschäfte würden auch nach wie vor persönliche Gesprächstermine in den Beratungszentren/nächstgelegenen Filiale abgehalten. Auf Anfrage seien für mobil stark eingeschränkte Kunden auch Taxigutscheine angeboten worden. Begleitend verfolgen einige Banken über ihr Beschwerdemanagement den Prozess der Filialschließungen sehr genau, um die Kundenbedürfnisse zu ermitteln. Die Ersatzangebote wurden von der Zielgruppe jedoch kaum genutzt. Oftmals bieten die Bankinstitute - so beispielsweise die Commerzbank - Kunden, die kein Online-Banking machen wollen oder können, die Zusendung von z.B. Überweisungsformularen inkl. Rücksendemöglichkeit an. Die Bargeldversorgung und Abwicklung einfacher Bankgeschäfte durch SB-Automaten ist mit dem Fortbestand der SB-Angebote in den bisherigen Fällen weiterhin verfügbar. In der Stadt Frankfurt am Main gibt es insgesamt ein engmaschiges Netz an Geldautomaten sowie die Möglichkeit, Geld in den Supermärkten vor Ort abzuheben. Ein möglicher Abbau von Geldautomaten der Banken, aufgrund der zunehmenden Gefährdung durch Sprengstoffeinsatz von Kriminellen, ließe sich durch die Bargeldangebote in Supermärkten kompensieren. Die Anregung, wiederum Bankberatungsangebote in Supermärkten einzurichten, sei in der Praxis nicht umsetzbar. In offenen Verkaufsräumen mit hoher Kundenfrequenz könne kein vertrauliches und konzentriertes Beratungsgespräch stattfinden. Ein abgeschlossener Beratungsbereich innerhalb eines Supermarktes sei schon aus rechtlichen Haftungsgründen kompliziert, vom Raumkonzept eines Supermarktes ganz abgesehen. Das Modell eines mobilen "Bank-Bus"-Angebotes wurde bereits mehrfach von den Kreissparkassen im Modell getestet, vor allem im ländlichen Raum. Im Stadtgebiet sprächen folgende Argumente dagegen: geringere Sicherheit in einem mobilen Bus, räumliche Enge in Pandemiezeiten, barrierefreie Haltplätze (meist nur an ÖPNV-Haltestellen, dort wiederum Behinderung des regulären Busverkehrs) und der Kosten-Nutzen-Aufwand stehe nicht im Verhältnis. Das Modell von Finanzpunkten wurde lediglich in einem räumlich begrenzten Gebiet von der Frankfurter Volksbank und der Taunussparkasse umgesetzt und hat noch Pilotcharakter.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 7. September 2021OMOM 665Filialschließungen der Frankfurter SparkasseDirektanregung
- 14. Januar 2022STST 80Filialschließungen der Frankfurter SparkasseStellungnahme
- 4. November 2022OFOF 639/6Filialschließungen von Frankfurter Banken insbesondere Sparkassen und dann?Ortsbeiratsantrag · SPD
- 29. November 2022OMOM 3191Filialschließungen von Frankfurter Banken, insbesondere Sparkassen, und dann?Direktanregung
- 25. März 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 133 WochenSTST 594Filialschließungen von Frankfurter Banken, inbesondere Sparkassen, und dann?Stellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab