Toilettenanlage Pfaffenwiese
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Stellungnahme des Magistrats vom 03.03.2010, ST 363
Betreff:
Toilettenanlage Pfaffenwiese
Mit ST 731 vom 22.04.2009 hatte der Magistrat dargelegt, dass ein Konzept für die nachhaltige, wirtschaftliche und zukunftsorientierte Versorgung mit WC-Anlagen erarbeitet wird. Es wurde mitgeteilt, dass nach Vorliegen des Konzepts im Herbst 2010 Entscheidungen über Renovierung von bestehenden WC-Anlagen, Aufgabe oder Neueinrichtung von WC-Anlagen getroffen werden.
Zu Ziffer 1:
Das Gebäude, in dem sich die WC-Anlage Pfaffenwiese befindet, stammt vermutlich aus den frühen 1960-er Jahren. Es war damals als Unterstand für eine Haltestelle mit WC errichtet worden. Es wurde berichtet, dass sich ursprünglich neben dem WC-Gebäude ein Kiosk befunden haben soll. Aufgrund fehlender Akten lässt sich nicht nachvollziehen, wann und aus welchem Grund die WC-Anlage errichtet wurde. Da die Wasserspülkästen und die Ausstattung noch aus der Zeit der Errichtung des Gebäudes stammten, ist davon auszugehen, dass über die laufenden Instandhaltungsmaßnahmen hinaus in den letzten dreißig Jahren keine größeren baulichen Maßnahmen getätigt wurden. Dies trifft für die übrigen öffentlichen WC-Anlagen in Frankfurt ebenso zu.
Zu Ziffer 2:
Der Magistrat hat im Rahmen der Erstellung des Zukunftskonzeptes für die öffentlichen Toiletten in Frankfurt am Main erstmals eine Bestandsanalyse durchgeführt. Dabei wurden die Bausubstanz, der Reinigungsstandard und das stadträumliche Umfeld der bestehenden WC-Anlagen untersucht.
Bei der Untersuchung der Bausubstanz wurden an der WC-Anlage Pfaffenwiese Feuchtschäden infolge von Undichtigkeiten am Dach festgestellt. Die Ausstattung der WC-Anlage war durch regelmäßig und massiv auftretenden Vandalismus trotz laufender Reparaturen stark in Mitleidenschaft gezogen. Die baulichen Mängel waren so groß, dass nur eine grundlegende Sanierung den Weiterbetrieb sichergestellt hätte. Gegebenenfalls wäre der Abriss und Neubau des WC-Gebäudes wirtschaftlicher gewesen.
Die stadtplanerische Untersuchung des Standortes ergab, dass sich die WC-Anlage in einem ruhigen Wohnumfeld befindet. Im Bereich der WC-Anlage herrscht wenig Frequenz. Zwei als Stichproben durchgeführte Nutzerzählungen ergaben, dass das WC kaum von Passanten genutzt wurde. Die Anlage wurde dagegen sehr stark zweckfremd genutzt und diente verschiedenen sozialen Gruppen als Rückzugsraum. Dies wurde auch durch die vorhandenen Überkapazitäten begünstigt. Vor einigen Jahren wurde an der Bushaltestelle ein moderner Unterstand aus Glas errichtet, der mit hinterleuchteter Werbung ausgestattet ist. Außerdem wurde die Bushaltestelle zusätzlich näher an die Fahrbahn verlegt. So rückte das WC-Gebäude in eine rückwärtige Position, die Funktion des Unterstandes entfiel. In der Folge war die erforderliche soziale Kontrolle nicht mehr gegeben.
Bei der Untersuchung des stadträumlichen Umfeldes schloss der Standort Pfaffenwiese als schlechtester von allen 47 untersuchten Standorten ab. Insgesamt ergaben sich so negative Bewertungen, dass die Schließung des Standortes veranlasst wurde.
Zu Ziffer 3:
Anwohner haben auf die Entscheidung des Magistrats keinen Einfluss genommen.
Zu Ziffer 4:
Der Magistrat beabsichtigt nicht, in den Verkehrsmitteln des ÖPNV Toiletten einzurichten. An wichtigen ÖPNV-Haltestellen im Stadtgebiet unterhält der Magistrat öffentliche Toiletten als freiwillige Aufgabe.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 21. Dezember 2009OFOF 1338/6Toilettenanlage PfaffenwieseOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 12. Januar 2010VV 1174Toilettenanlage PfaffenwieseAnfrage
- 3. März 2010Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 10 WochenSTST 363Toilettenanlage PfaffenwieseStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab