Kaltluftschutzgürtel für die Stadt Frankfurt am Main
Zusammenfassung
Die Stellungnahme des Magistrats befasst sich mit dem Kaltluftschutzgürtel für Frankfurt am Main und betont die Notwendigkeit einer sozial- und klimagerechten Stadtentwicklung. Es wird darauf hingewiesen, dass klimatische Aspekte bei der Planung neuer Baugebiete berücksichtigt werden müssen, um die Funktionsfähigkeit des Kaltluftgeschehens zu gewährleisten.
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Thema Stadtplanung verfolgenStellungnahme des Magistrats
Die Stadt Frankfurt hat sich mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept zu einer sozial- und klimagerechten Stadtentwicklung verpflichtet und dazu ein räumliches Konzept beschlossen, nach dem ein großer Teil des erforderlichen Wohnraumbedarfs auf bereits versiegelten Flächen entwickelt werden (Innenentwicklung) und der GrünGürtel erhalten bleiben soll. Die Beachtung der klimatischen Verhältnisse im Rhein-Main-Gebiet und insbesondere im Frankfurter Stadtgebiet ist bei allen städtebaulichen Planungen obligatorisch und ein wesentlicher Faktor für die Konzeption neuer Siedlungsgebiete. Alle neuen Bauleitpläne werden vom gesamten Magistrat verabschiedet. Die Stadt Frankfurt am Main kann zur Beurteilung der klimatischen Auswirkungen von neuen Baugebieten auf einen sehr umfänglichen Datenbestand zurückgreifen. Dieser umfasst sowohl Informationen zu den Ausprägungen der regionalen und städtischen Windsysteme als auch zum Kaltluftgeschehen im Stadtgebiet und den angrenzenden Gemarkungen. Mit den beiden in der Anregung des Ortsbeirats zitierten Kartenwerken (Klimafunktionskarte des ehemaligen Umlandverbands, Klimaplanatlas der Stadt Frankfurt am Main) stehen zudem zwei Informationsgrundlagen zur Verfügung, die aufgrund ihres integrativen Bewertungsansatzes eine erste generelle Beurteilung von planungsbedingten Auswirkungen auf das Stadtklima ermöglichen. Je nach den örtlichen Gegebenheiten sind diese Informationen durch ergänzende Felduntersuchungen, Messkampagnen sowie numerische Klimasimulationen zu ergänzen und zu präzisieren. Mit dem zur Verfügung stehenden Instrumentarium ist der Magistrat in der Lage, die Auswirkungen von städtebaulichen Planungen auf das hiesige Klimageschehen umfassend ermitteln und beurteilen zu können. Er kann daher schon im Anfangsstadium einer Planung zum Beispiel die Relevanz eines Gebietes für den Kaltlufthaushalt bzw. für die Kaltluftzufuhr erkennen und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung dieser stadtklimatisch wichtigen Funktion festlegen. Dadurch kann der Schutz und die Funktionsfähigkeit des Frankfurter Kaltluftgeschehens gewährleistet werden. Dieses Instrumentarium wird auch im Rahmen der Voruntersuchungen zum Neuen Stadtteil Nord-West angewendet und müsste auch beim Pfingstberg angewendet werden. Kaltluftströme verlaufen in der Region häufig linienhaft, beispielsweise entlang von Tälern und Senken. Wie im Integrierten Stadtentwicklungskonzept beschlossen, entwickelt der Magistrat daher ein System der "Speichen und Strahlen". Auch in den laufenden Planungen zum "Neuen Stadtteil der Quartiere" wird dieser Aspekt berücksichtigt. Bei der Erarbeitung der Studien zu Stadt und Landschaft müssen sich die Planungsbüros maßgeblich mit Fragen des Stadtklimas auseinandersetzen. Im Klimaplanatlas ist erkennbar, dass Fragen zum Klima nicht nur bei Neuplanungen eine Rolle spielen, sondern auch im Bestand berücksichtigt werden müssen. Insbesondere in der Innenstadt und in stark versiegelten Gewerbegebieten bestehen aufgrund des dort geringen Grünanteils Wärmeinseln. Um die Bevölkerung in den Sommermonaten vor Überhitzung zu schützen, hat der Magistrat verschiedene Maßnahmen ergriffen. Neben der Sicherung stadtklimatischer Belange in neuen Baugebieten (s.o.) und der Freihaltung von Frischluftkorridoren stellt die Stadt Frankfurt auch Fördermittel für die Entsiegelung und Begrünung von Bestandsquartieren bereit. Wie oben beschrieben, sind gerade im Bestand häufig große Flächen versiegelt (Wärmeinseln), die im Sinne eines besseren Stadtklimas entsiegelt und begrünt werden sollten. Diese Fördermittel können auch für Maßnahmen im Ortsbezirk 8 beantragt werden. Da der von Land und Region prognostizierte Wohnraumbedarf in Frankfurt auch aufgrund klimatischer Fragen nicht nur durch Innenentwicklung gedeckt werden kann, müssen auch neue Quartiere im Rahmen der Außenentwicklung geplant werden. Wie oben beschrieben, werden dabei klimatische Fragen ebenfalls berücksichtigt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 1. Oktober 2019OFOF 489/8Kaltluftschutzgürtel für die Stadt Frankfurt am MainOrtsbeiratsantrag · CDU
- 23. Januar 2020OAOA 524Kaltluftschutzgürtel für die Stadt Frankfurt am MainAnregung
- 21. September 2020Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 51 WochenSTST 1636Kaltluftschutzgürtel für die Stadt Frankfurt am MainStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab