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"Kein Täter werden" - Prävention und Therapie statt Strafe

Vorlagentyp: STMagistrat
18 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Das Projekt "Kein Täter werden" soll sexuelle Übergriffe auf Kinder präventiv verhindern, indem es kostenfreie, vertrauliche therapeutische Unterstützung bietet. Ziel ist es, Personen in ihrem Umgang mit sexuellen Impulsen zu helfen, um sie von Straftaten abzuhalten.

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Thema Gesundheit und Soziales verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main hat mit dem Universitätsklinikum Frankfurt Kontakt aufgenommen. Die Rückmeldung steht derzeit noch aus.

Das Therapie- und Forschungsprojekt "Kein Täter werden" ist ein bundesweites Präventionsangebot für Menschen mit sexuellem Interesse an Kindern, die darunter leiden und freiwillig therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen möchten, um keine sexualisierte Gewalt gegen Kinder zu begehen. Das Angebot richtet sich an Personen, die bislang keine Straftaten begangen haben, aber eine Gefährdung für sich selbst sehen, und an Personen, die bereits entsprechende Taten begangen haben und bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllen. Die Behandlung erfolgt kostenfrei, vertraulich und unter ärztlicher Schweigepflicht. Im Mittelpunkt stehen psychotherapeutische und medizinische Behandlungsangebote, die den Betroffenen Strategien vermitteln sollen, ihre sexuellen Impulse dauerhaft zu kontrollieren und ein straffreies Leben zu führen. Ziel des Projekts ist es, sexualisierten Missbrauch von Kindern präventiv zu verhindern und damit potenzielle Opfer zu schützen.

Aus fachlicher Sicht handelt es sich grundsätzlich um einen sinnvollen und wichtigen präventiven Ansatz. Das Projekt schließt eine Versorgungslücke, indem es Menschen erreicht, bevor Straftaten begangen werden und verfolgt damit einen konsequent opferorientierten Präventionsgedanken. Prävention, die möglichst früh ansetzt und die Inanspruchnahme therapeutischer Unterstützung ermöglicht, kann einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Kindern leisten.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder stellt auch im Kinderschutz der Stadt Frankfurt am Main einen relevanten Arbeitsbereich dar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die bekannt gewordenen Fälle, die im Rahmen einer Gefährdungsmeldung bearbeitet werden, aufgrund des erheblichen Dunkelfeldes das tatsächliche Ausmaß der Übergriffe und Handlungen nur eingeschränkt abbilden. Ein niedrigschwelliges, spezialisiertes Präventionsangebot kann dazu beitragen, sexuelle Übergriffe bereits im Vorfeld zu verhindern und die bestehenden Maßnahmen des Kinderschutzes sinnvoll zu ergänzen.

Das Angebot beruht ausschließlich auf der freiwilligen Inanspruchnahme. Es erreicht daher nur diejenigen Personen, die ihre sexuelle Präferenz selbst als behandlungsbedürftig erkennen, Veränderungsbereitschaft mitbringen und eigeninitiativ Hilfe suchen. Personen ohne entsprechende Krankheitseinsicht oder Therapiemotivation werden durch das Angebot regelmäßig nicht erreicht.

Nach Angaben des Projekts befinden sich bundesweit derzeit insgesamt 717 Personen in Behandlung, Beratung oder Nachsorge (387 in Therapie, 183 in Beratung beziehungsweise Psychoedukation und 147 in der Nachsorge). Diese Zahlen unterstreichen einerseits den Bedarf an einem spezialisierten Angebot, verdeutlichen andererseits jedoch, dass es sich aufgrund der freiwilligen Teilnahme bundesweit um eine vergleichsweise kleine und spezifische Zielgruppe handelt.

Das Netzwerk "Kein Täter werden" ist bereits an mehreren Standorten im erweiterten Rhein-Main-Gebiet vertreten. Behandlungsangebote bestehen unter anderem in Mainz und Gießen. Damit stehen auch Menschen aus Frankfurt grundsätzlich bereits heute entsprechende Therapieangebote in zumutbarer räumlicher Entfernung zur Verfügung. Frankfurt am Main als größte Kommune Hessens verfügt über keine Forensisch-Psychiatrische Ambulanz- während "Kein Täter werden" auf freiwillige Primärprävention setzt, liegt dort der Schwerpunkt auf Behandlung und Risikomanagement bereits auffälliger Personen und damit auf Rückfallprävention.

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass mit der Schließung des Frankfurter Instituts für Sexualwissenschaft im Jahr 2006 eine bedeutende wissenschaftliche Einrichtung auf diesem Fachgebiet verloren gegangen ist. Zwar bestehen sexualmedizinische Angebote an der Universitätsmedizin fort, jedoch wurde das Institut als eigenständige wissenschaftliche Einrichtung leider nicht weitergeführt.

Sobald eine Rückmeldung des Universitätsklinikums Frankfurt vorliegt, wird der Magistrat unaufgefordert berichten.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 20. Mai 2026OFOF 84/5„Kein Täter werden“ – Prävention und Therapie statt StrafeOrtsbeiratsantrag · BFF
  2. 19. Juni 2026OMOM 280„Kein Täter werden“ – Prävention und Therapie statt StrafeDirektanregung
  3. 25. September 2026Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 18 Wochen
    STST 1442„Kein Täter werden“ – Prävention und Therapie statt Strafe
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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