"Kein Täter werden" - Prävention und Therapie statt Strafe
Zusammenfassung
Das Therapie- und Forschungsprojekt "Kein Täter werden" soll an der Universitätsklinik Frankfurt eingerichtet werden, um die Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch zu fördern. Das Projekt richtet sich an Menschen, die an ihre sexuellen Fantasien eine therapeutische Hilfe suchen, bevor sie straffällig werden.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenAnregung
Der Magistrat wird gebeten, sich dafür einzusetzen, dass an der Universitätsklinik Frankfurt das Therapie- und Forschungsprojekt "Kein Täter werden" eingerichtet wird.
Begründung
Das Projekt "Kein Täter werden" (www.kein-taeter-werden.de) ist ein seit 2005 bestehendes therapeutisches Angebot zur Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch. Es richtet sich an Menschen mit auf Kinder gerichteten sexuellen Fantasien, die befürchten, sexuelle Übergriffe zu begehen und therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen möchten, um schon im Vorfeld sexualdelinquentes Verhalten verhindern zu können. Das Therapie- und Forschungsprojekt wurde erstmals 2005 an der Charité in Berlin eingerichtet. Im Gegensatz zu den bisherigen Therapieangeboten vermittelt das Projekt "Kein Täter werden" weltweit erstmals ein Angebot speziell für Menschen, die noch nicht straffällig wurden, dies aber aufgrund ihrer Veranlagungen befürchten, oder für solche, die zwar bereits sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben, jedoch noch nicht justizbekannt sind. Das Projekt richtet sich somit an die sogenannten Dunkelfeldtäter. Die Teilnahme ist aber auch für solche Menschen möglich, die bereits wegen entsprechender Taten angezeigt oder verurteilt wurden und ggf. verhängte Strafen vollständig verbüßt haben. Die Teilnahme ist kostenlos und wird durch die Schweigepflicht der Ärzte geschützt. Das Ziel der Therapie besteht darin, sexuelle Missbrauchshandlungen an Kindern zu verhindern. Die Teilnehmer lernen in Einzel- und Gruppentherapiesitzungen ihre sexuelle Präferenz zu akzeptieren sowie ihre Impulse zu kontrollieren und Verhaltensmuster zu entwickeln, die sexuelle Missbrauchshandlungen vermeiden. Ziele der Therapie sind weiterhin die Aufdeckung von Wahrnehmungs- und Interpretationsfehlern der Teilnehmer bezüglich des Verhaltens von Kindern, sowie die Stärkung ihrer Empathiefähigkeit.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 20. Mai 2026OFOF 84/5„Kein Täter werden“ – Prävention und Therapie statt StrafeOrtsbeiratsantrag · BFF
- 19. Juni 2026Sie sind hierOMOM 280„Kein Täter werden“ – Prävention und Therapie statt StrafeDirektanregung
- 25. September 2026Antwort des Magistrats · nach 18 WochenSTST 1442„Kein Täter werden“ – Prävention und Therapie statt StrafeStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Handlungs- oder Prüfauftrag, den der Ortsbeirat ohne Umweg über die Stadtverordnetenversammlung direkt an den Magistrat richtet. Sie entsteht aus einem beschlossenen Ortsbeiratsantrag (OF). Der Magistrat prüft das Anliegen und antwortet mit einer Stellungnahme (ST).
- 1Ortsbeirat beschließt OF
- 2als Direktanregung an den Magistrat
- 3Magistrat prüft
- 4Stellungnahme (ST) zurück an den Ortsbeirat
Frist: 12 Wochen für den Bericht des Magistrats