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Quartiersmanagement Bahnhofsviertel

Vorlagentyp: OM
132 Wochen bis zur Antwort7 Stationen im Verfahren

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Inhalt

Anregung an den Magistrat vom 13.03.2018, OM 2883 entstanden aus Vorlage: OF 530/1 vom 24.02.2018 OF 531/1 vom 25.02.2018

Betreff: Quartiersmanagement Bahnhofsviertel Der Magistrat wird aufgefordert, nach dem Auslaufen des Bund-Länder-Förderprogramms "Stadtumbau im Bahnhofsviertel" Ende 2017 ein Quartiersmanagement im Stadtteil Bahnhofsviertel im Rahmen des Programms "Aktive Nachbarschaft" einzuführen. Die Entwicklungschancen des Gebiets sollen bewahrt und weiterentwickelt werden, hierfür ist das Programm sehr gut geeignet und hat sich in anderen Quartieren gut bewährt. Das Quartiersmanagement im Bahnhofsviertel soll den sozialen Zusammenhalt im Viertel fördern und durch gezielte Projekte zum Abbau von Konflikten und Spannungen und der Stärkung des sozialen Zusammenhaltes beitragen. Das Quartiersmanagement soll auf vorhandene Strukturen aufbauen und eng mit den ansässigen Initiativen und Akteuren zusammenarbeiten, wie z. B. der Werkstatt Bahnhofsviertel des Fördervereins Bahnhofs- und Gutleutviertel.

Begründung: Das Bahnhofsviertel ist ein sozial eher schwacher Stadtteil mit besonderen Risikolagen. Der Benachteiligungsindex des Quartiers liegt mit 83,5 Prozent im Frankfurter Sozialmonitoring 2017 deutlich über dem Frankfurter Durchschnitt. Das Frankfurter Bahnhofsviertel steht seit Jahrzehnten im Fokus lokalpolitischer Überlegungen und bündelt auf engstem Raum sowohl die positiven Aspekte großstädtischer Vielfalt als auch nahezu sämtliche sozialen Problemstellungen eines großstädtischen Lebensraumes. Das Viertel steht im Fokus der Drogenpolitik der Stadt Frankfurt, umfasst die größte Toleranzzone im Sinne der Frankfurter Sperrgebietsverordnung. Es weist eine enorm hohe Arbeitsplatzdichte auf kleiner Fläche auf und ist zugleich Wohnort einer wachsenden, hochgradig differenzierten Bewohnerschaft. Alle diese Funktionen stellen spezifische Ansprüche an den Sozialraum Bahnhofsviertel und alle Gruppen der Gesellschaft haben das Recht auf Teilhabe am öffentlichen Raum. Selbstverständlich ist diese gemeinsame Teilhabe am öffentlichen Raum teilweise konfliktbehaftet und führt nicht nur, aber in besonderem Maße zu Problemen mit den dort wohnenden Menschen. Der Stadtteil steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Innerhalb eines Ankommens-und Durchzugsquartiers für Neuzugewanderte besteht gleichzeitig eine hohe Dichte an Haushalten mit sozialen Problemlagen. Überdurchschnittlich ist die Arbeitslosenrate der Bewohnerschaft. 20 Prozent erhalten existenzsichernde Mindestleistungen; dies betrifft insbesondere zwei von fünf Kindern. Obdachlosigkeit ohne Bezug von Leistungen ist hierbei nicht erfasst. Die Wanderungsrate ist auffällig hoch, von vier Einwohnerinnen und Einwohnern sind 2015 mehr als drei zu- oder weggezogen. 70 Prozent der Menschen haben einen Migrationshintergrund, bei den Minderjährigen liegt der Anteil bei knapp 90 Prozent. Ende 2015 waren knapp 6 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner des Quartiers Asylbewerberinnen und Asylbewerber, während es in Frankfurt insgesamt nur 0,6 Prozent sind. Die Wohnnutzung im Bahnhofsviertel wurde mit dem Projekt "Stadtumbau im Bahnhofsviertel" gefördert und es wurde erfolgreich ein Veränderungsprozess zur Umgestaltung des Viertels eingeleitet und umgesetzt. Vor einigen Jahren prägte die Diskussion über Leerstand und Verwahrlosung des öffentlichen Raums die öffentliche Wahrnehmung, während heute die Kriminalität und mangelnde öffentliche Sicherheit die politische Diskussion prägen. Weder eine rein baulich orientierte Stadterneuerung noch rein ordnungspolitische motivierte Maßnahmen der Sicherheitsbehörden können allein dazu beitragen, die genannten Probleme zu lösen. Für die nachhaltige Entwicklung des Viertels ist eine Stärkung des sozialen Zusammenhaltes der vielfältigen Bewohnerschaft notwendig. Zugleich sind konkrete Projekte und Maßnahmen erforderlich, um das Gemeinwesen und die Netzwerke im Bahnhofsviertel zu stützen und zu entwickeln. Es ist dabei zweckmäßig, auf den vorhandenen Strukturen und Erkenntnissen aufzubauen. Antragstellender Ortsbeirat: Ortsbeirat 1

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 24. Februar 2018OFOF 530/1Quartiersmanagement BahnhofsviertelOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  2. 25. Februar 2018OFOF 531/1Quartiersmanagement für das BahnhofsviertelOrtsbeiratsantrag · CDU
  3. 13. März 2018Sie sind hier
    OMOM 2883Quartiersmanagement Bahnhofsviertel
    Direktanregung
  4. 4. Juni 2018STST 1002Quartiersmanagement BahnhofsviertelStellungnahme
  5. 2. Mai 2020OFOF 1265/1Quartiersmanagement im BahnhofsviertelOrtsbeiratsantrag · SPD
  6. 19. Mai 2020OMOM 6006Quartiersmanagement im BahnhofsviertelDirektanregung
  7. 7. September 2020Antwort des Magistrats · nach 132 WochenSTST 1520Quartiersmanagement im BahnhofsviertelStellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

OMDirektanregung an den Magistrat

Ein Handlungs- oder Prüfauftrag, den der Ortsbeirat ohne Umweg über die Stadtverordnetenversammlung direkt an den Magistrat richtet. Sie entsteht aus einem beschlossenen Ortsbeiratsantrag (OF). Der Magistrat prüft das Anliegen und antwortet mit einer Stellungnahme (ST).

  1. 1Ortsbeirat beschließt OF
  2. 2als Direktanregung an den Magistrat
  3. 3Magistrat prüft
  4. 4Stellungnahme (ST) zurück an den Ortsbeirat

Frist: 12 Wochen für den Bericht des Magistrats

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