Gedenktag erste Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager
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Thema Umwelt und Energie verfolgenBegründung
jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager Der Ortsbeirat möge beschließen: Die Stadtverordnetenversammlung wird aufgefordert, den Magistrat zu bitten, den 19. Oktober für die Zukunft, erstmal als 19. Oktober 2017 als "Gedenktag für die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager" einzurichten. Dieser Gedenktag kann, insbesondere, begangen werden durch: - eine jährlich am Tag des 19. Oktober stattfindende öffentliche Gedenkveranstaltung, und - die Trauerbeflaggung öffentlicher Gebäude. Begründung: Bisher wird von der Stadt Frankfurt am Main insgesamt noch nicht hinreichend der Tatsache gedacht, dass der Holocaust auch "mitten unter uns" in Frankfurt stattfand, insbesondere durch Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager. Nach zuverlässigen historischen Quellen wurden am 19. Oktober 1941 zwischen 6 und 7 Uhr morgens die ersten jüdischen Mitbürger aus Frankfurt zunächst in ein Zwischenlager in Lodz und später in das Konzentrationslager von Auschwitz deportiert. Insgesamt wurden zwischen Oktober 1941 und September 1942 nahezu 10 000 Menschen von der Großmarkthalle aus deportiert, nach heutigem Wissensstand überlebten davon nur 179. Danach folgten bis 1945 weitere Deportationen, von denen meist jüdische Partner aus sogenannten "privilegierten Mischehen" betroffen waren. Auf der Liste der Gestapo standen alte und junge Menschen, Kriegsteilnehmer und -verwundete und Zwangsarbeiter in den Rüstungsbetrieben. Zwar gibt es in Frankfurt vereinzelte vorbildliche Initiativen zum Gedenken an den Holocaust. So erinnern aufgrund der "Initiative Stolpersteine" derzeit im Frankfurter Stadtgebiet 1114 Stolpersteine an die Opfer der Verfolgung durch die Nazis, die nächsten werden am 27. November in Eschersheim, Heddernheim und Niederursel verlegt. Auch erinnerten mit dem Projekt "Mitten unter Uns" ab Mitte März bis 18. Oktober 2015 insgesamt 1600 gestreifte Stoffbinden an zentralen Orten in Frankfurt daran, dass es in unserer Stadt ein Konzentrationslager gab, das KZ Katzbach in den ehemaligen Adlerwerken im Gallus. Es fehlt allerdings ein stadtübergreifendes, angemessenes und öffentliches Gedenken an diesen dunklen Teil in der Geschichte Frankfurts durch einen eigenen Gedenktag. Es ist an der Zeit, dass die Stadt Frankfurt daher für den 19. Oktober einen Gedenktag der Stadt Frankfurt einrichtet, wie es ihn auch bereits für den 22. März in Erinnerung an die heftigen Bombardierungen 1944 gibt.
Inhalt
Antrag vom 14.11.2016, OF 165/1
Betreff: Gedenktag erste Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager Der Ortsbeirat möge beschließen: Die Stadtverordnetenversammlung wird aufgefordert, den Magistrat zu bitten, den 19. Oktober für die Zukunft, erstmal als 19. Oktober 2017 als "Gedenktag für die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager" einzurichten. Dieser Gedenktag kann, insbesondere, begangen werden durch: - eine jährlich am Tag des 19. Oktober stattfindende öffentliche Gedenkveranstaltung, und - die Trauerbeflaggung öffentlicher Gebäude.
Begründung: Bisher wird von der Stadt Frankfurt am Main insgesamt noch nicht hinreichend der Tatsache gedacht, dass der Holocaust auch "mitten unter uns" in Frankfurt stattfand, insbesondere durch Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager. Nach zuverlässigen historischen Quellen wurden am 19. Oktober 1941 zwischen 6 und 7 Uhr morgens die ersten jüdischen Mitbürger aus Frankfurt zunächst in ein Zwischenlager in Lodz und später in das Konzentrationslager von Auschwitz deportiert. Insgesamt wurden zwischen Oktober 1941 und September 1942 nahezu 10 000 Menschen von der Großmarkthalle aus deportiert, nach heutigem Wissensstand überlebten davon nur 179. Danach folgten bis 1945 weitere Deportationen, von denen meist jüdische Partner aus sogenannten "privilegierten Mischehen" betroffen waren. Auf der Liste der Gestapo standen alte und junge Menschen, Kriegsteilnehmer und -verwundete und Zwangsarbeiter in den Rüstungsbetrieben. Zwar gibt es in Frankfurt vereinzelte vorbildliche Initiativen zum Gedenken an den Holocaust. So erinnern aufgrund der "Initiative Stolpersteine" derzeit im Frankfurter Stadtgebiet 1114 Stolpersteine an die Opfer der Verfolgung durch die Nazis, die nächsten werden am 27. November in Eschersheim, Heddernheim und Niederursel verlegt. Auch erinnerten mit dem Projekt "Mitten unter Uns" ab Mitte März bis 18. Oktober 2015 insgesamt 1600 gestreifte Stoffbinden an zentralen Orten in Frankfurt daran, dass es in unserer Stadt ein Konzentrationslager gab, das KZ Katzbach in den ehemaligen Adlerwerken im Gallus. Es fehlt allerdings ein stadtübergreifendes, angemessenes und öffentliches Gedenken an diesen dunklen Teil in der Geschichte Frankfurts durch einen eigenen Gedenktag. Es ist an der Zeit, dass die Stadt Frankfurt daher für den 19. Oktober einen Gedenktag der Stadt Frankfurt einrichtet, wie es ihn auch bereits für den 22. März in Erinnerung an die heftigen Bombardierungen 1944 gibt.Beratung im Ortsbeirat: 1
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 14. November 2016Sie sind hierOFOF 165/1Gedenktag erste Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerOrtsbeiratsantrag · SPD
- 17. Januar 2017OAOA 112Gedenktag an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerAnregung
- 23. Juni 2017BB 213Gedenktag an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerMagistratsbericht
- 23. Juli 2018Antwort des Magistrats · nach 88 WochenBB 219Gedenken an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: SPD, CDU, GRÜNE, LINKE., BFF, ÖkoLinX-ARL, PARTEI und fraktionslos gegen FDP (= Ablehnung)