Gedenktag an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager
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Thema Kultur verfolgenInhalt
Anregung vom 17.01.2017, OA 112 entstanden aus Vorlage: OF 165/1 vom 14.11.2016
Betreff: Gedenktag an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird aufgefordert, den 19. Oktober für die Zukunft, erstmals am 19. Oktober 2017, als "Gedenktag an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager" einzurichten. Dieser Gedenktag kann insbesondere begangen werden durch 1. eine jährlich am 19. Oktober stattfindende öffentliche Gedenkveranstaltung und 2. die Trauerbeflaggung öffentlicher Gebäude.
Begründung: Bisher wird von der Stadt Frankfurt am Main insgesamt noch nicht hinreichend der Tatsache gedacht, dass der Holocaust auch "mitten unter uns" in Frankfurt stattfand, insbesondere durch Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in Konzentrationslager. Nach zuverlässigen historischen Quellen wurden am 19. Oktober 1941 zwischen 6 und 7 Uhr morgens die ersten jüdischen Mitbürger aus Frankfurt zunächst in ein Zwischenlager in Lodz und später in das Konzentrationslager von Auschwitz deportiert. Insgesamt wurden zwischen Oktober 1941 und September 1942 nahezu 10.000 Menschen von der Großmarkthalle aus deportiert, nach heutigem Wissensstand überlebten davon nur 179 Menschen. Danach folgten bis 1945 weitere Deportationen, von denen meist jüdische Partner aus sogenannten "privilegierten Mischehen" betroffen waren. Auf der Liste der Gestapo standen alte und junge Menschen, Kriegsteilnehmer und -verwundete sowie Zwangsarbeiter in den Rüstungsbetrieben. In Frankfurt gibt es vereinzelte vorbildliche Initiativen zum Gedenken an den Holocaust. So erinnern aufgrund der "Initiative Stolpersteine" derzeit im Frankfurter Stadtgebiet über 1.100 Stolpersteine an die Opfer der Verfolgung durch die Nazis, die letzten wurden am 27. November in Eschersheim, Heddernheim und Niederursel verlegt. Auch erinnerten mit dem Projekt "Mitten unter Uns" von Mitte März bis zum 18. Oktober 2015 insgesamt 1.600 gestreifte Stoffbinden an zentralen Orten in Frankfurt daran, dass es in unserer Stadt ein Konzentrationslager gab, das KZ Katzbach in den ehemaligen Adlerwerken im Gallus. Es fehlt allerdings ein stadtübergreifendes, angemessenes und öffentliches Gedenken an diesen dunklen Teil in der Geschichte Frankfurts durch einen eigenen Gedenktag. Es ist an der Zeit, dass die Stadt Frankfurt daher am 19. Oktober einen Gedenktag der Stadt Frankfurt einrichtet, wie es ihn auch bereits am 22. März in Erinnerung an die heftigen Bombardierungen im Jahre 1944 gibt. Antragstellender Ortsbeirat: Ortsbeirat 1Nebenvorlage: Antrag vom 24.02.2017, NR 266
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 14. November 2016OFOF 165/1Gedenktag erste Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerOrtsbeiratsantrag · SPD
- 17. Januar 2017Sie sind hierOAOA 112Gedenktag an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerAnregung
- 23. Juni 2017BB 213Gedenktag an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerMagistratsbericht
- 23. Juli 2018Antwort des Magistrats · nach 88 WochenBB 219Gedenken an die ersten Deportationen jüdischer Mitbürger aus Frankfurt in KonzentrationslagerMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Der lange Weg: ein beschlossener Ortsbeiratsantrag, der über die Stadtverordnetenversammlung läuft. Die Stadtverordnetenvorsteherin verteilt ihn an Ausschüsse, die beraten und eine Empfehlung geben. Das Plenum entscheidet, danach setzt der Magistrat um.
- 1Ortsbeirat beschließt OF
- 2Anregung an die Stadtverordnetenversammlung
- 3Ausschüsse beraten & empfehlen
- 4Plenum entscheidet
- 5Magistrat setzt um
Frist: 12 Wochen bei Überweisung zur Prüfung und Berichterstattung
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF, FRAKTION und FRANKFURTER
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen AfD und FRANKFURTER (= Prüfung und Berichterstattung), LINKE. und FRAKTION (= Annahme) sowie BFF (= Ablehnung) zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP und FRAKTION gegen AfD und FRANKFURTER (= Prüfung und Berichterstattung) sowie BFF (= Annahme mit der Maßgabe, dass die EZB die jeweils anfallenden Kosten trägt) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL (OA 112 und NR 266 = Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen AfD (= Prüfung und Berichterstattung), LINKE., FRAKTION, FRANKFURTER und ÖkoLinX-ARL (= Annahme) sowie BFF (= Ablehnung) Stv. Dr. Kochte (AfD) lehnt den Ausschussbericht ab. zu 2. zu a) CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FRAKTION, FRANKFURTER und ÖkoLinX-ARL gegen AfD (= Prüfung und Berichterstattung) sowie BFF (= Annahme mit der Maßgabe, dass die EZB die jeweils anfallenden Kosten trägt) Stv. Dr. Kochte (AfD) lehnt den Ausschussbericht ab.