Mehr Tagesfamilien durch bessere Unterstützung und Entlohnung
Zusammenfassung
Der Antrag fordert eine bessere Unterstützung und Entlohnung für Tagesfamilien in Frankfurt, um die Rahmenbedingungen für deren Arbeit zu verbessern. Dies soll durch Anpassungen der Fördersätze und Sachkostenpauschalen sowie durch die Schaffung flexibler Betreuungsangebote geschehen. Ziel ist es, die Anzahl der Tagesfamilien zu erhöhen und den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken.
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert, eine bessere Förderung der Kindertagespflege und eine Gewinnung von zusätzlichen Tagesfamilien umzusetzen:
- Der Magistrat legt der Stadtverordnetenversammlung umgehend eine mit den Interessenvertreter/-innen der Kindertagespflege abgestimmte Satzung zur Beratung und Beschlussfassung vor.
- Die Degression entfällt. Für jedes betreute Kind erhalten die Tagesfamilien den gleichen Fördersatz.
- Die Sachkostenpauschale für die Kindertagespflege wird an die steigenden Kosten angepasst. Das Verpflegungsgeld, gestaffelt nach Betreuungsdauer, wird adäquat angehoben (auf monatlich 80 € für einen Vollzeitplatz, analog zu den Kindertageseinrichtungen).
- Der Magistrat prüft eine Verbesserung der Entlohnung für die Nachtbetreuung von Kindern in Tagesfamilien, um auch für Eltern, die im Schichtdienst arbeiten, ein Angebot vorzuhalten.
Begründung
Die Frankfurter Tagesfamilien kämpfen bereits seit Jahren für bessere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit, mehr städtische Anerkennung sowie eine Anpassung der Pauschalen an die gestiegenen Kosten und Risiken ihrer Selbstständigkeit. In diesem Zusammenhang wurden in den vergangenen Jahren bereits einige notwendige Verbesserungen für die Kindertagespflege umgesetzt. Hier ist zum Beispiel die Einführung einer längeren Kündigungsfrist für Eltern zu nennen, um Tagesfamilien mehr Planungssicherheit zu geben. Zudem wurde die Auskunftspflicht des Arbeitgebers der Eltern abgeschafft, um den bürokratischen Aufwand für die Tagesfamilien zu reduzieren. Auch der aktualisierte Webauftritt der Kindertagespflege unter https://frankfurt.de/tagesfamilien/ hat zu einer verbesserten Information und Sichtbarkeit geführt. Dies alles ist zu begrüßen. Dennoch bringt die Interessengemeinschaft der Frankfurter Tagesfamilien (IG TaMaPaKi) berechtigte Sorgen zum Ausdruck, welche die Stadt im Sinne der Gleichwertigkeit von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege ernst nehmen sollte. Der Trend zum stetigen Rückgang der Anzahl an Tagesfamilien in Frankfurt muss angesichts des dringenden Bedarfs an Betreuungsplätzen umgekehrt werden. Tagesfamilien haben im Rahmen ihrer Selbstständigkeit eine Vielzahl finanzieller Risiken zu tragen, die die Stadt anerkennen und abfedern sollte. So bekommen Tagesfamilien Ausfallzeiten durch kurzfristige Kündigungen seitens der Eltern und Krankheiten (durch Tageskinder und Tagesfamilien) nicht bezahlt. Hinzu kommt, dass Tagesfamilien besonders von den hohen Lebensmittel- und Energiepreisen betroffen sind, da sie nicht wie größere Einrichtungen in großen Mengen günstiger einkaufen können. Die Stadt Frankfurt muss auch den finanziellen Sorgen der Tagesfamilien Rechnung tragen, wenn sie langfristig mehr Fachkräfte für diese wichtige und anspruchsvolle Aufgabe gewinnen möchte. Denn Tagesfamilien können sehr gezielt auf die individuellen Betreuungsbedürfnisse von Familien eingehen. Dies betrifft zum Beispiel Familien, die sich für sehr kleine Kinder eine familiäre Betreuung in einer kleinen Gruppe wünschen, aber auch Eltern, die aufgrund ihrer Arbeitszeiten auf viel Flexibilität und persönliche Absprachen für die Randzeitenbetreuung angewiesen sind. Der Magistrat hat wiederholt Pilotprojekte für Kindertageseinrichtungen mit erweiterten, flexibleren Öffnungszeiten für Eltern die im Schichtdienst arbeiten abgelehnt oder nicht umgesetzt. Die Begründung lautete, es wäre nicht möglich, Einrichtungen und genügend Personal für solch ein Vorhaben zu gewinnen. Tagesfamilien wären dazu bereit, solche Betreuungsangebote zu machen und aufgrund ihrer familiären Struktur auch hervorragend dazu geeignet. Dieses Angebot muss jedoch auch so entlohnt werden, dass sich der Mehraufwand und die Bereitstellung einer entsprechenden Ausstattung für Tagesfamilien lohnt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 15. März 2023Sie sind hierNRNR 631Mehr Tagesfamilien durch bessere Unterstützung und EntlohnungSTVV-Antrag · CDU
- 5. Februar 2024BB 60Mehr Tagesfamilien durch bessere Unterstützung und EntlohnungMagistratsbericht
- 27. Mai 2024BB 212Mehr Tagesfamilien durch bessere Unterstützung und EntlohnungMagistratsbericht
- 11. Oktober 2024BB 394Mehr Tagesfamilien durch bessere Unterstützung und EntlohnungMagistratsbericht
- 7. Februar 2025BB 69Mehr Tagesfamilien durch bessere Unterstützung und EntlohnungMagistratsbericht
- 7. Februar 2025Antwort des Magistrats · nach 99 WochenBB 65Frankfurter Tagesfamilien besser unterstützenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf6 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen CDU und LINKE. (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Annahme im Rahmen der Vorlage NR 646) zu 2. GRÜNE, SPD, FDP, LINKE., Volt und FRAKTION gegen BFF-BIG (= Annahme); CDU (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (NR 631 = Annahme, NR 646 = Votum im Haupt- und Finanzausschuss) ÖkoLinX-ELF (NR 631 = Prüfung und Berichterstattung, NR 646 = Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen CDU, LINKE., AfD und ÖkoLinX-ELF (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Annahme im Rahmen NR 646) zu 2. GRÜNE, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) sowie AfD und BFF-BIG (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Gartenpartei (NR 631 = Annahme, NR 646 = P+B)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen CDU, LINKE., AfD, ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Annahme im Rahmen NR 646) zu 2. GRÜNE, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF gegen CDU und Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung) sowie AfD und BFF-BIG (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, LINKE. und BFF-BIG (= Fristverlängerung um einen Monat); FRAKTION (= Ablehnung der Fristverlängerung); AfD (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.