Pilotprojekt gegen K.-o.-Tropfen
Zusammenfassung
Der Antrag fordert die Prüfung eines Pilotprojekts zur Verwendung von Testarmbändchen gegen K.O.-Tropfen an Schulen in Frankfurt. Dies soll als Präventivmaßnahme gegen die Gefahren von Drogen wie GHB dienen, um Jugendliche zu schützen und die Aufklärung zu fördern.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert, vermittels eines bei der Jugendhilfe an Schulen angesiedelten Pilotprojekts zu prüfen, ob Testarmbändchen gegen K.O.-Tropfen als Präventivmaßnahme gegen Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB), Liquid Ecstasy, eingesetzt werden können. Für die Konzeption des Pilotprojekts sind geeignete lokale Partner (Polizei, Schulen, Jugendhilfe und Schulsozialarbeit, Jugendzentren, Clubs, Initiativen) zu identifizieren. Die Aufklärung der Jugendlichen und die Verteilung der Testbändchen an allen weiterführenden Frankfurter Schulen und Berufsschulen erfolgt über die dort angesiedelte Jugendhilfe. Sollte es an einer Schule keine Jugendhilfe geben, wird ein anderer schulischer Kooperationspartner (wie Schulsozialarbeit/UBUS-Kräfte, Vertrauenslehrer/-innen, Schülervertretungen etc.) gesucht.
Der Magistrat legt der Stadtverordnetenversammlung binnen drei Monaten einen Bericht über den aktuellen Sachstand, die zu erwartenden Kosten und den voraussichtlichen Beginn des Projekts vor.
Begründung
K.O.-Tropfen wie GHB sind aufgrund ihrer farb- und geruchlosen Beschaffenheit oftmals schwer zu erkennen. Sie bewirken beim Opfer über einen Zeitraum von mehreren Stunden Hilflosigkeit und Gedächtnisverlust. Der Blick auf die hessischen Fallzahlen ist besorgniserregend. Im Jahr 2024 erfasste die Polizeiliche Kriminalstatistik 94 Fälle von Straftaten mit K.O.-Tropfen - der höchste Wert in 10 Jahren. Nicht einmal ein Viertel der angezeigten Fälle konnte aufgeklärt werden. Das Landeskriminalamt geht zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Opfer aus Scham oder Unsicherheit keine Anzeige erstatten. Auch sind K.O.-Tropfen nur sechs bis zwölf Stunden nachweisbar, was die Beweislage erschwert. Umso bedeutender sind präventive Maßnahmen wie der Einsatz von Testarmbändchen, mit denen sich feststellen lässt, ob Getränken die Droge GHB zugesetzt wurde. Hintergrund ist eine Initiative der Stadt Speyer, wo derartige Armbändchen, die diskretes und rasches Überprüfen von Drinks ermöglicht, von der Schulsozialarbeit kostenlos verteilt werden. Dies ist eine praktikable und niedrigschwellige Präventivmaßnahme. In Frankfurt ist bereits das Projekt "SafePartyPeople" aktiv: Hier werden in Clubs Trinkglas-Überzüge und Kronkorken verteilt, kombiniert mit Aufklärung im Gesprächsformat. Auch Social-Impact-Startups wie "Drop Detective" haben das Problem erkannt und entsprechende Präventionsartikel entwickelt. Diese positiven Ansätze sollten von städtischer Seite verstärkt und um ein entsprechendes Pilotprojekt mit Testarmbändern an weiterführenden Schulen und Berufsschulen erweitert werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 13. August 2025Sie sind hierNRNR 1327Pilotprojekt gegen K.-o.-TropfenSTVV-Antrag · BFF-BIG
- 5. Dezember 2025Antwort des Magistrats · nach 16 WochenBB 455Pilotprojekt gegen K.-o.-TropfenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, AfD und FRAKTION gegen Linke (= Ablehnung) sowie FDP und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung); GRÜNE, SPD und Volt (= Votum im Ausschuss für Bildung und Schulbau) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, AfD und FRAKTION (= Annahme) sowie Linke (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, BFF-BIG, Volt und ÖkoLinX-ELF gegen CDU, AfD und FRAKTION (= Annahme) sowie Linke (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Gartenpartei und Stadtv. Yilmaz (= Prüfung und Berichterstattung)