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Ja-zu-FRA

Vorlagentyp: NRRÖMER
2 SitzungenAbgelehnt
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Begründung

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, den Vorstand der Fraport AG aufzufordern, die unsägliche und peinliche Kampagne "Ja-zu-FRA" einzustellen. Begründung: Die Fraport AG hat vor einiger Zeit zusammen mit anderen Akteuren der Luftfahrt eine Imagekampagne gestartet, um das katastrophale Ansehen des Flughafenbetreibers in der Öffentlichkeit aufzupolieren. Das Ganze nennt sich "Ja zu FRA" und ist sowohl im Internet als auch auf Plakatwänden zu bestaunen. Nach eigenem Bekunden soll die Initiative "Ja zu FRA!" eine "differenzierte und sachliche Diskussion über die Bedeutung des Drehkreuzes Frankfurt" ermöglichen: "Die beteiligten Unternehmen wollen den Unterstützern des Luftverkehrsstandorts Frankfurt eine Plattform bieten, um mit klarer Stimme für die Relevanz der Luftverkehrswirtschaft in der Rhein-Main-Region einzutreten". Aktuell hat die Initiative dazu mehrere prominente und weniger prominente Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft verpflichtet, die ihre persönlichen Grün-de nennen, warum der Flughafen für sie wichtig ist. So verkündet Max Hollein - Direktor des Städelmuseums, der Kunsthalle Schirn und des Liebieghauses: "die wertvollsten Gäste unserer Museen empfangen wir am Flughafen". Gemeint sind damit wohl Kunstwerke, deren Transport - wie allgemein bekannt ist - auf dem Land- oder Seeweg nicht möglich ist. Ilse Schreiber von der gleichnamigen Metzgerei freut sich, dass "unsere Würstchen ... dank Flughafen ein internationales Publikum" haben. Deshalb gibt es auch in Städten ohne Flughäfen seit langem keine Metzgereien mehr. Auch Frank Gotthardt - Head of Public Affairs der Merck AG - freut sich über den Flughafen in der Nähe. Verständlich, da sein Unternehmen an den durch Fluglärm verursachten Folgeerkrankungen sehr gut verdient. Auch Bruno Hübner von der Eintracht Frankfurt hat den Wert des Flughafens für seinen Verein erkannt: "Der Flughafen ist für die Eintracht ein echter Heimvorteil". Richtig - ohne den Flughafen hätte sich die Eintracht wesentlich früher aus der Pokalrunde verabschieden müssen. Möglicherweise ist die Fraport AG nicht für das intellektuelle Niveau der zitierten Ausführungen verantwortlich - sicher jedoch für die übrige Kampagne. Diese bewegt sich auf dem Niveau dümmlicher DDR-Propaganda ("Mein Arbeitsplatz ist mein Kampfplatz für den Frieden", "Vorwärts immer, rückwärts nimmer", "Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein"). Da werden unter der Überschrift "1.000 Gründe für Ja zu FRA!" 1.000 Personen abgebildet, die ihr Bild für die Kampagne zur Verfügung gestellt haben. Die Botschaft ist jedoch auf das Bild beschränkt - begründet wird das "Ja-zu-FRA" nicht. Das ist auch nicht erforderlich - 1.000 Personen müssen als Argument ausreichen (erinnert an das Buch von Chaval: "Eßt Scheiße, zehn Millionen Fliegen können nicht irren"). Mehr als die 1.000 Gesichter hat die Initiative dann auch nicht zu bieten - sachliche Argumente oder Informationen fehlen vollständig. Dafür umso mehr fragwürdige PR: "Vorhang auf für "Ja zu FRA!" Frankfurt, 20.12.2012 - Vor der Frankfurter Skyline quetscht sich ein stämmiger Geschäftsmann samt Aktenkoffer mühsam aus der Luke eines U-Boots und auf dem Römerberg stehen die Menschen Schlange, um sich beamen zu lassen. Kinobesucher sollten jetzt aber nicht denken, es liefe ein Science-Fiction-Film. Vielmehr er-leben sie gerade den neuen "Ja zu FRA!" Kinospot." Der wurde zwar mit viel Aufwand produziert, dennoch lohnt es sich nicht, 60 Sekunden Lebenszeit zu investieren, um ihn sich anzusehen. Immerhin hat es die Fraport AG unterlassen, das Ganze auch noch ins englische oder in andere Fremdsprachen zu übersetzen, so dass die Peinlichkeit zumindest den meisten ausländischen Besuchern verborgen bleibt. Insgesamt ist die Kampagne äusserst peinlich und unsäglich und fällt letztlich auch auf die Stadt Frankfurt und deren Repräsentanten (Magistrat) zurück. Alleine deshalb wäre der Magistrat gut beraten, seinen Einfluss auf den Vorstand der Fraport AG entsprechend geltend zu machen.

Inhalt

Antrag vom 01.12.2014, NR 1074

Betreff: Ja-zu-FRA Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, den Vorstand der Fraport AG aufzufordern, die unsägliche und peinliche Kampagne "Ja-zu-FRA" einzustellen.

Begründung: Die Fraport AG hat vor einiger Zeit zusammen mit anderen Akteuren der Luftfahrt eine Imagekampagne gestartet, um das katastrophale Ansehen des Flughafenbetreibers in der Öffentlichkeit aufzupolieren. Das Ganze nennt sich "Ja zu FRA" und ist sowohl im Internet als auch auf Plakatwänden zu bestaunen. Nach eigenem Bekunden soll die Initiative "Ja zu FRA!" eine "differenzierte und sachliche Diskussion über die Bedeutung des Drehkreuzes Frankfurt" ermöglichen: "Die beteiligten Unternehmen wollen den Unterstützern des Luftverkehrsstandorts Frankfurt eine Plattform bieten, um mit klarer Stimme für die Relevanz der Luftverkehrswirtschaft in der Rhein-Main-Region einzutreten". Aktuell hat die Initiative dazu mehrere prominente und weniger prominente Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft verpflichtet, die ihre persönlichen Grün-de nennen, warum der Flughafen für sie wichtig ist. So verkündet Max Hollein - Direktor des Städelmuseums, der Kunsthalle Schirn und des Liebieghauses: "die wertvollsten Gäste unserer Museen empfangen wir am Flughafen". Gemeint sind damit wohl Kunstwerke, deren Transport - wie allgemein bekannt ist - auf dem Land- oder Seeweg nicht möglich ist. Ilse Schreiber von der gleichnamigen Metzgerei freut sich, dass "unsere Würstchen ... dank Flughafen ein internationales Publikum" haben. Deshalb gibt es auch in Städten ohne Flughäfen seit langem keine Metzgereien mehr. Auch Frank Gotthardt - Head of Public Affairs der Merck AG - freut sich über den Flughafen in der Nähe. Verständlich, da sein Unternehmen an den durch Fluglärm verursachten Folgeerkrankungen sehr gut verdient. Auch Bruno Hübner von der Eintracht Frankfurt hat den Wert des Flughafens für seinen Verein erkannt: "Der Flughafen ist für die Eintracht ein echter Heimvorteil". Richtig - ohne den Flughafen hätte sich die Eintracht wesentlich früher aus der Pokalrunde verabschieden müssen. Möglicherweise ist die Fraport AG nicht für das intellektuelle Niveau der zitierten Ausführungen verantwortlich - sicher jedoch für die übrige Kampagne. Diese bewegt sich auf dem Niveau dümmlicher DDR-Propaganda ("Mein Arbeitsplatz ist mein Kampfplatz für den Frieden", "Vorwärts immer, rückwärts nimmer", "Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein"). Da werden unter der Überschrift "1.000 Gründe für Ja zu FRA!" 1.000 Personen abgebildet, die ihr Bild für die Kampagne zur Verfügung gestellt haben. Die Botschaft ist jedoch auf das Bild beschränkt - begründet wird das "Ja-zu-FRA" nicht. Das ist auch nicht erforderlich - 1.000 Personen müssen als Argument ausreichen (erinnert an das Buch von Chaval: "Eßt Scheiße, zehn Millionen Fliegen können nicht irren"). Mehr als die 1.000 Gesichter hat die Initiative dann auch nicht zu bieten - sachliche Argumente oder Informationen fehlen vollständig. Dafür umso mehr fragwürdige PR: "Vorhang auf für "Ja zu FRA!" Frankfurt, 20.12.2012 - Vor der Frankfurter Skyline quetscht sich ein stämmiger Geschäftsmann samt Aktenkoffer mühsam aus der Luke eines U-Boots und auf dem Römerberg stehen die Menschen Schlange, um sich beamen zu lassen. Kinobesucher sollten jetzt aber nicht denken, es liefe ein Science-Fiction-Film. Vielmehr er-leben sie gerade den neuen "Ja zu FRA!" Kinospot." Der wurde zwar mit viel Aufwand produziert, dennoch lohnt es sich nicht, 60 Sekunden Lebenszeit zu investieren, um ihn sich anzusehen. Immerhin hat es die Fraport AG unterlassen, das Ganze auch noch ins englische oder in andere Fremdsprachen zu übersetzen, so dass die Peinlichkeit zumindest den meisten ausländischen Besuchern verborgen bleibt. Insgesamt ist die Kampagne äusserst peinlich und unsäglich und fällt letztlich auch auf die Stadt Frankfurt und deren Repräsentanten (Magistrat) zurück. Alleine deshalb wäre der Magistrat gut beraten, seinen Einfluss auf den Vorstand der Fraport AG entsprechend geltend zu machen.Zuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Versandpaket: 03.12.2014

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt

Der Weg dieser Vorlage

Am 1. Dezember 2014 brachte RÖMER diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 29.01.2015 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 37 · 27.01.2015
TO I, TOP 7
Abgelehnt
Die Vorlage NR 1074 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDFDPFreie WählerPiratenREP
Ablehnung:
LinkeRömerÖkoLinX-ARLNPD
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, FDP und FREIE WÄHLER gegen LINKE. und RÖMER (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten und REP (= Ablehnung) ÖkoLinX-ARL und NPD (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 38 · 29.01.2015
TO II, TOP 9
Abgelehnt
Die Vorlage NR 1074 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDFDPFreie WählerPiratenREP
Ablehnung:
LinkeRömerNPDÖkoLinX-ARL
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, FDP, FREIE WÄHLER, Piraten und REP gegen LINKE., RÖMER und NPD (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL (= Annahme)

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