Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickeln
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Thema Kultur verfolgenBegründung
zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickeln Vorgang: Zwischenbescheid des Magistrats vom 29.02.2012 Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Zwangsarbeit, fokussiert auf den Ort respektive den "öffentlichen Stadtraum" Adlerwerke/ehemaliges KZ-Außenlager "Katzbach" und die Geschehnisse im unmittelbaren Umfeld, zu erarbeiten. Folgende Überlegungen sollen in dem Konzept Berücksichtigung finden:
- Die künstlerische Auseinandersetzung bleibt auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, um immer wieder neue Aspekte, neue Situationen und wechselnde Orte zu ermöglichen.
- Es werden gezielt wenige Künstlerinnen und Künstler angesprochen, um konzentriert und in einem begrenzten Zeitfenster agieren zu können.
- Die Form, wie auch die konkrete Dauer des künstlerischen Projekts bleibt den Künstlerinnen und Künstlern frei.
- Eine Jury, die aus Fachleuten, Künstlerinnen und Künstlern, sowie Vertretern der Bevölkerung vor Ort zusammengesetzt sein soll, entscheidet über die geeignete Präsentation aus den eingereichten Vorschlägen.
- Es findet in Verbindung mit deren Entscheidung eine öffentliche Vorstellung und Diskussion der Ideen statt, um so den Ort und das Geschehen im gewählten Turnus immer wie neu ins Gedächtnis zu rufen und lebendig zu halten. Begründung: Ziel ist, zum Thema Zwangsarbeit in den ehemaligen Adlerwerken ein tragfähiges, innovatives, Ort, Historie und Anliegen angemessenes Konzept (mit Kostenrahmen) zu entwickeln, das Ideen für eine zeitbegrenzte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum umsetzen kann. Nachrangiges Ziel ist es auch, über die fortdauernde konzeptionelle Auseinandersetzung zum einen die Diskussion "Kunst im öffentlichen Raum" neu zu beleben und zum anderen der Frage, ob und in welcher künstlerischen Form heute überhaupt noch ein kollektives Erinnern und Gedenken funktionieren kann, Raum zu geben. Es hat sich gezeigt, dass es in der heutigen Zeit mit den bisherigen "Mitteln und Wegen" der Kunst sehr schwer fällt bzw. unbefriedigend bleibt, dem Holocaust ein nur annäherndes dauerhaftes "Gesicht" zu geben und Auseinandersetzung und Gedenken möglich zu machen. So wurde zuletzt in dem zweiphasigen Wettbewerb für ein Mahnmal/Gedenkort Großmarkthalle deutlich: der tradierte Denkmalbegriff kann und will dies kaum mehr erfüllen. Auch die aufwendigen Wettbewerbsverfahren komplizieren und erschweren den Umgang. Noch schwieriger gestaltet sich zwangsläufig das Unterfangen, wenn, was immer häufiger der Fall ist, der sog. authentische Ort kaum mehr erfahrbar ist und nicht Grundlage der Auseinandersetzung bilden kann. Um eine permanente, auch die jüngeren Generationen ansprechende Auseinandersetzung zu ermöglichen, möchten wir neue Wege gehen: Die künstlerische Auseinandersetzung wird in den öffentlichen Raum - in den Alltag einer Stadt - gebracht, und über ephemere, d.h. zeitlich begrenzte Projekte immer wieder neu verortet und thematisiert. Beispielsweise können in einem 2-jährigen Turnus gezielt einige wenige Künstlerinnen und Künstler (max.3-4) aufgefordert werden, für den "Stadtraum ehemalige Adlerwerke" im Gallus Ideen für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum zu entwickeln, konkret etwa zur Zwangsarbeit für die Frankfurter Industrie, dem Ort KZ Katzbach in den Adlerwerken bis zur Flucht und Erschießung von Zwangsarbeitern mitten unter den Augen der Bevölkerung. Sinnvoll erscheint, das Projekt in Verbindung mit der für 2013 anvisierten Zwangsarbeiter-Wanderausstellung zu starten. Für die notwendigen Grundlagen sollte man auf die vielfältige Vorarbeit von Frankfurter Institutionen, Wissenschaftlern und Stiftungen zurückgreifen, die sich immer wieder intensiv mit dem Thema Zwangsarbeit auseinandersetzen.
Inhalt
Antrag vom 21.09.2011, NR 105
Betreff: Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickeln Vorgang: Zwischenbescheid des Magistrats vom 29.02.2012 Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Zwangsarbeit, fokussiert auf den Ort respektive den "öffentlichen Stadtraum" Adlerwerke/ehemaliges KZ-Außenlager "Katzbach" und die Geschehnisse im unmittelbaren Umfeld, zu erarbeiten. Folgende Überlegungen sollen in dem Konzept Berücksichtigung finden:
- Die künstlerische Auseinandersetzung bleibt auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, um immer wieder neue Aspekte, neue Situationen und wechselnde Orte zu ermöglichen.
- Es werden gezielt wenige Künstlerinnen und Künstler angesprochen, um konzentriert und in einem begrenzten Zeitfenster agieren zu können.
- Die Form, wie auch die konkrete Dauer des künstlerischen Projekts bleibt den Künstlerinnen und Künstlern frei.
- Eine Jury, die aus Fachleuten, Künstlerinnen und Künstlern, sowie Vertretern der Bevölkerung vor Ort zusammengesetzt sein soll, entscheidet über die geeignete Präsentation aus den eingereichten Vorschlägen.
- Es findet in Verbindung mit deren Entscheidung eine öffentliche Vorstellung und Diskussion der Ideen statt, um so den Ort und das Geschehen im gewählten Turnus immer wie neu ins Gedächtnis zu rufen und lebendig zu halten. Begründung: Ziel ist, zum Thema Zwangsarbeit in den ehemaligen Adlerwerken ein tragfähiges, innovatives, Ort, Historie und Anliegen angemessenes Konzept (mit Kostenrahmen) zu entwickeln, das Ideen für eine zeitbegrenzte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum umsetzen kann. Nachrangiges Ziel ist es auch, über die fortdauernde konzeptionelle Auseinandersetzung zum einen die Diskussion "Kunst im öffentlichen Raum" neu zu beleben und zum anderen der Frage, ob und in welcher künstlerischen Form heute überhaupt noch ein kollektives Erinnern und Gedenken funktionieren kann, Raum zu geben. Es hat sich gezeigt, dass es in der heutigen Zeit mit den bisherigen "Mitteln und Wegen" der Kunst sehr schwer fällt bzw. unbefriedigend bleibt, dem Holocaust ein nur annäherndes dauerhaftes "Gesicht" zu geben und Auseinandersetzung und Gedenken möglich zu machen. So wurde zuletzt in dem zweiphasigen Wettbewerb für ein Mahnmal/Gedenkort Großmarkthalle deutlich: der tradierte Denkmalbegriff kann und will dies kaum mehr erfüllen. Auch die aufwendigen Wettbewerbsverfahren komplizieren und erschweren den Umgang. Noch schwieriger gestaltet sich zwangsläufig das Unterfangen, wenn, was immer häufiger der Fall ist, der sog. authentische Ort kaum mehr erfahrbar ist und nicht Grundlage der Auseinandersetzung bilden kann. Um eine permanente, auch die jüngeren Generationen ansprechende Auseinandersetzung zu ermöglichen, möchten wir neue Wege gehen: Die künstlerische Auseinandersetzung wird in den öffentlichen Raum - in den Alltag einer Stadt - gebracht, und über ephemere, d.h. zeitlich begrenzte Projekte immer wieder neu verortet und thematisiert. Beispielsweise können in einem 2-jährigen Turnus gezielt einige wenige Künstlerinnen und Künstler (max.3-4) aufgefordert werden, für den "Stadtraum ehemalige Adlerwerke" im Gallus Ideen für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum zu entwickeln, konkret etwa zur Zwangsarbeit für die Frankfurter Industrie, dem Ort KZ Katzbach in den Adlerwerken bis zur Flucht und Erschießung von Zwangsarbeitern mitten unter den Augen der Bevölkerung. Sinnvoll erscheint, das Projekt in Verbindung mit der für 2013 anvisierten Zwangsarbeiter-Wanderausstellung zu starten. Für die notwendigen Grundlagen sollte man auf die vielfältige Vorarbeit von Frankfurter Institutionen, Wissenschaftlern und Stiftungen zurückgreifen, die sich immer wieder intensiv mit dem Thema Zwangsarbeit auseinandersetzen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 21. September 2011Sie sind hierNRNR 105Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickelnSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
- 22. Juni 2012BB 284Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickelnMagistratsbericht
- 17. Dezember 2012BB 554Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickelnMagistratsbericht
- 17. Mai 2013Antwort des Magistrats · nach 86 WochenBB 261Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickelnMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf5 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE. und FREIE WÄHLER
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER; SPD (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten und ÖkoLinX-ARL (= Annahme) NPD (= Enthaltung) REP (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, Piraten und ÖkoLinX-ARL gegen REP (= Ablehnung); NPD (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER