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Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickeln

Vorlagentyp: NRCDUGRÜNE
86 Wochen bis zur Antwort4 Stationen im Verfahren5 Sitzungen

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Thema Kultur verfolgen

Begründung

zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickeln Vorgang: Zwischenbescheid des Magistrats vom 29.02.2012 Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Zwangsarbeit, fokussiert auf den Ort respektive den "öffentlichen Stadtraum" Adlerwerke/ehemaliges KZ-Außenlager "Katzbach" und die Geschehnisse im unmittelbaren Umfeld, zu erarbeiten. Folgende Überlegungen sollen in dem Konzept Berücksichtigung finden:

  1. Die künstlerische Auseinandersetzung bleibt auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, um immer wieder neue Aspekte, neue Situationen und wechselnde Orte zu ermöglichen.
  2. Es werden gezielt wenige Künstlerinnen und Künstler angesprochen, um konzentriert und in einem begrenzten Zeitfenster agieren zu können.
  3. Die Form, wie auch die konkrete Dauer des künstlerischen Projekts bleibt den Künstlerinnen und Künstlern frei.
  4. Eine Jury, die aus Fachleuten, Künstlerinnen und Künstlern, sowie Vertretern der Bevölkerung vor Ort zusammengesetzt sein soll, entscheidet über die geeignete Präsentation aus den eingereichten Vorschlägen.
  5. Es findet in Verbindung mit deren Entscheidung eine öffentliche Vorstellung und Diskussion der Ideen statt, um so den Ort und das Geschehen im gewählten Turnus immer wie neu ins Gedächtnis zu rufen und lebendig zu halten. Begründung: Ziel ist, zum Thema Zwangsarbeit in den ehemaligen Adlerwerken ein tragfähiges, innovatives, Ort, Historie und Anliegen angemessenes Konzept (mit Kostenrahmen) zu entwickeln, das Ideen für eine zeitbegrenzte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum umsetzen kann. Nachrangiges Ziel ist es auch, über die fortdauernde konzeptionelle Auseinandersetzung zum einen die Diskussion "Kunst im öffentlichen Raum" neu zu beleben und zum anderen der Frage, ob und in welcher künstlerischen Form heute überhaupt noch ein kollektives Erinnern und Gedenken funktionieren kann, Raum zu geben. Es hat sich gezeigt, dass es in der heutigen Zeit mit den bisherigen "Mitteln und Wegen" der Kunst sehr schwer fällt bzw. unbefriedigend bleibt, dem Holocaust ein nur annäherndes dauerhaftes "Gesicht" zu geben und Auseinandersetzung und Gedenken möglich zu machen. So wurde zuletzt in dem zweiphasigen Wettbewerb für ein Mahnmal/Gedenkort Großmarkthalle deutlich: der tradierte Denkmalbegriff kann und will dies kaum mehr erfüllen. Auch die aufwendigen Wettbewerbsverfahren komplizieren und erschweren den Umgang. Noch schwieriger gestaltet sich zwangsläufig das Unterfangen, wenn, was immer häufiger der Fall ist, der sog. authentische Ort kaum mehr erfahrbar ist und nicht Grundlage der Auseinandersetzung bilden kann. Um eine permanente, auch die jüngeren Generationen ansprechende Auseinandersetzung zu ermöglichen, möchten wir neue Wege gehen: Die künstlerische Auseinandersetzung wird in den öffentlichen Raum - in den Alltag einer Stadt - gebracht, und über ephemere, d.h. zeitlich begrenzte Projekte immer wieder neu verortet und thematisiert. Beispielsweise können in einem 2-jährigen Turnus gezielt einige wenige Künstlerinnen und Künstler (max.3-4) aufgefordert werden, für den "Stadtraum ehemalige Adlerwerke" im Gallus Ideen für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum zu entwickeln, konkret etwa zur Zwangsarbeit für die Frankfurter Industrie, dem Ort KZ Katzbach in den Adlerwerken bis zur Flucht und Erschießung von Zwangsarbeitern mitten unter den Augen der Bevölkerung. Sinnvoll erscheint, das Projekt in Verbindung mit der für 2013 anvisierten Zwangsarbeiter-Wanderausstellung zu starten. Für die notwendigen Grundlagen sollte man auf die vielfältige Vorarbeit von Frankfurter Institutionen, Wissenschaftlern und Stiftungen zurückgreifen, die sich immer wieder intensiv mit dem Thema Zwangsarbeit auseinandersetzen.

Inhalt

Antrag vom 21.09.2011, NR 105

Betreff: Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickeln Vorgang: Zwischenbescheid des Magistrats vom 29.02.2012 Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Zwangsarbeit, fokussiert auf den Ort respektive den "öffentlichen Stadtraum" Adlerwerke/ehemaliges KZ-Außenlager "Katzbach" und die Geschehnisse im unmittelbaren Umfeld, zu erarbeiten. Folgende Überlegungen sollen in dem Konzept Berücksichtigung finden:

  1. Die künstlerische Auseinandersetzung bleibt auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, um immer wieder neue Aspekte, neue Situationen und wechselnde Orte zu ermöglichen.
  2. Es werden gezielt wenige Künstlerinnen und Künstler angesprochen, um konzentriert und in einem begrenzten Zeitfenster agieren zu können.
  3. Die Form, wie auch die konkrete Dauer des künstlerischen Projekts bleibt den Künstlerinnen und Künstlern frei.
  4. Eine Jury, die aus Fachleuten, Künstlerinnen und Künstlern, sowie Vertretern der Bevölkerung vor Ort zusammengesetzt sein soll, entscheidet über die geeignete Präsentation aus den eingereichten Vorschlägen.
  5. Es findet in Verbindung mit deren Entscheidung eine öffentliche Vorstellung und Diskussion der Ideen statt, um so den Ort und das Geschehen im gewählten Turnus immer wie neu ins Gedächtnis zu rufen und lebendig zu halten. Begründung: Ziel ist, zum Thema Zwangsarbeit in den ehemaligen Adlerwerken ein tragfähiges, innovatives, Ort, Historie und Anliegen angemessenes Konzept (mit Kostenrahmen) zu entwickeln, das Ideen für eine zeitbegrenzte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum umsetzen kann. Nachrangiges Ziel ist es auch, über die fortdauernde konzeptionelle Auseinandersetzung zum einen die Diskussion "Kunst im öffentlichen Raum" neu zu beleben und zum anderen der Frage, ob und in welcher künstlerischen Form heute überhaupt noch ein kollektives Erinnern und Gedenken funktionieren kann, Raum zu geben. Es hat sich gezeigt, dass es in der heutigen Zeit mit den bisherigen "Mitteln und Wegen" der Kunst sehr schwer fällt bzw. unbefriedigend bleibt, dem Holocaust ein nur annäherndes dauerhaftes "Gesicht" zu geben und Auseinandersetzung und Gedenken möglich zu machen. So wurde zuletzt in dem zweiphasigen Wettbewerb für ein Mahnmal/Gedenkort Großmarkthalle deutlich: der tradierte Denkmalbegriff kann und will dies kaum mehr erfüllen. Auch die aufwendigen Wettbewerbsverfahren komplizieren und erschweren den Umgang. Noch schwieriger gestaltet sich zwangsläufig das Unterfangen, wenn, was immer häufiger der Fall ist, der sog. authentische Ort kaum mehr erfahrbar ist und nicht Grundlage der Auseinandersetzung bilden kann. Um eine permanente, auch die jüngeren Generationen ansprechende Auseinandersetzung zu ermöglichen, möchten wir neue Wege gehen: Die künstlerische Auseinandersetzung wird in den öffentlichen Raum - in den Alltag einer Stadt - gebracht, und über ephemere, d.h. zeitlich begrenzte Projekte immer wieder neu verortet und thematisiert. Beispielsweise können in einem 2-jährigen Turnus gezielt einige wenige Künstlerinnen und Künstler (max.3-4) aufgefordert werden, für den "Stadtraum ehemalige Adlerwerke" im Gallus Ideen für eine zeitgemäße künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im öffentlichen Raum zu entwickeln, konkret etwa zur Zwangsarbeit für die Frankfurter Industrie, dem Ort KZ Katzbach in den Adlerwerken bis zur Flucht und Erschießung von Zwangsarbeitern mitten unter den Augen der Bevölkerung. Sinnvoll erscheint, das Projekt in Verbindung mit der für 2013 anvisierten Zwangsarbeiter-Wanderausstellung zu starten. Für die notwendigen Grundlagen sollte man auf die vielfältige Vorarbeit von Frankfurter Institutionen, Wissenschaftlern und Stiftungen zurückgreifen, die sich immer wieder intensiv mit dem Thema Zwangsarbeit auseinandersetzen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 21. September 2011Sie sind hier
    NRNR 105Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickeln
    STVV-Antrag · CDU, GRÜNE
  2. 22. Juni 2012BB 284Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickelnMagistratsbericht
  3. 17. Dezember 2012BB 554Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickelnMagistratsbericht
  4. 17. Mai 2013Antwort des Magistrats · nach 86 WochenBB 261Zeitgemäßes und lebendiges Konzept zur Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ Katzbach entwickelnMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf5 Beratungen
Kultur- und Freizeitausschusses
Sitzung 4 · 27.10.2011
TO I, TOP 8
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 105 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFreie Wähler
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE. und FREIE WÄHLER

Kultur- und Freizeitausschusses
Sitzung 5 · 01.12.2011
TO I, TOP 6
Angenommen
Der Vorlage NR 105 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneLinkeFDPFreie WählerPiraten
Sonstige:
SPD (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER; SPD (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten (= Annahme)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 6 · 13.12.2011
TO I, TOP 16
Angenommen
Der Vorlage NR 105 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie WählerPiratenÖkoLinX-ARL
Ablehnung:
REP
Enthaltung:
NPD
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten und ÖkoLinX-ARL (= Annahme) NPD (= Enthaltung) REP (= Ablehnung)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 7 · 15.12.2011
TO II, TOP 3
Angenommen
Der Vorlage NR 105 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie WählerPiratenÖkoLinX-ARL
Ablehnung:
REP
Enthaltung:
NPD
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, Piraten und ÖkoLinX-ARL gegen REP (= Ablehnung); NPD (= Enthaltung)

Kultur- und Freizeitausschusses
Sitzung 9 · 17.04.2012
TO I, TOP 3
Beraten
nicht auf TO Der Magistrat wird aufgefordert, den Bericht zur Vorlage NR 105 spätestens in drei Monaten vorzulegen. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeFDPFreie Wähler
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER

Mitdiskutieren

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