Personalstrategische Ausrichtung des mittleren feuerwehrtechnischen Einsatzdienstes der Branddirektion bis zum Jahr 2040
Zusammenfassung
Die Vorlage schlägt vor, die Personalbedarfe im mittleren feuerwehrtechnischen Einsatzdienst der Branddirektion bis zum Jahr 2040 strategisch auszurichten. Dies wird als notwendig erachtet, um den gestiegenen Anforderungen durch die wachsende Stadt und das sich ändernde Gefahrenpotenzial gerecht zu werden.
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E-Mail-Abo einrichtenBeschlussvorschlag
- Der Anpassung des für die Besetzung einer 365 Tage/24 Stunden-Funktion im Einsatzdienst maßgebenden Personalfaktors als Planungsgrundlage für Personalbedarfe von 5,0 auf 5,38 wird zugestimmt.
- Mit Beschlussfassung dieser Vorlage sind Stellenbedarfe im Einsatzdienst nach dem unter Ziffer 1 genannten Personalfaktor zu berechnen. Zur Vermeidung weiterer und zum Abbau bestehender Überstunden im Einsatzdienst ist eine Anpassung des Stellenbestandes auf den neuen Personalfaktor sukzessive in den Stellenplänen ab 2022/2023 anzustreben.
- Der Magistrat wird beauftragt, die Vorschläge zur Neustrukturierung der Zentralen Leitstelle Frankfurt durch Umsetzung des von der Fa. FORPLAN Dr. Schmiedel GmbH vorgelegten und als Anlage beigefügten Dienstplanmodells umzusetzen.
- Der Magistrat wird beauftragt, auf Basis des unter Buchstabe c. beschriebenen Szenarios den Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Bereich Brandschutz sowie das Schutzziel Sonderbedarf im Rettungsdienst fortzuschreiben und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen.
- Der Magistrat wird ferner beauftragt, auf Basis des unter Buchstabe c. beschriebenen Szenarios den Rettungsdienst-Bereichsplan sukzessive anzupassen.
- Es dient zur Kenntnis, dass zur Deckung der bestehenden und sich abzeichnenden Personalbedarfe die derzeitig gültige Ausbildungsquote von 75 Nachwuchskräften dauerhaft als Planungsziel verstetigt werden muss. Der Magistrat wird beauftragt, die hierfür noch notwendigen Maßnahmen im personellen und investiven Bereich zu beschreiben und der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vorzulegen.
- Es dient weiterhin zur Kenntnis, dass mit der Aufstockung der Ausbildungsquote auf 75 Auszubildende der Personalbestand im Einsatzdienst im Planungszeitraum bis 2040 durchschnittlich um 10 Einsatzkräfte pro Jahr erhöht werden kann.
- Es dient darüber hinaus zur Kenntnis, dass Personalbedarfe der Fachabteilungen nicht Bestandteil dieser Vorlage.
Begründung
A. Zielsetzung
Die Vorlage soll als strategische Zielvereinbarung für die Stadtverordnetenversammlung zur Personalentwicklung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst der Branddirektion dienen. Die geänderten Rahmenbedingungen in der Wochenarbeitszeit, die mit 75 Auszubildenden pro Jahr an der Grenze des Möglichen angelangte Ausbildungsquote, ein gestiegenes und sich weiter entwickelndes Gefahrenpotenzial sowie die stetig wachsende Stadt zwingen zu einer langfristigen, strategischen Betrachtung der Sicherstellung des Personalbedarfs im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr der Stadt. Der zusätzliche Personalbedarf wird auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse und Fakten sowie des beschriebenen Szenarios zur Entwicklung des Stadtgebietes und der Bevölkerungszahlen bis zum Jahr 2040 auf mehr als 200 Stellen eingeschätzt. Es handelt sich dabei um eine ganzheitliche Betrachtung, die die bereits bestehenden Defizite, die aktuelle Entwicklung der Sicherheitslage und die gesamtstädtische Entwicklung umfasst. Die nachstehenden Aussagen und Berechnungen basieren auf den aktuell gültigen gesetzlichen Vorgaben und durch das Parlament beschlossenen Schutzzielen. Trotz der bereits auf 75 Nachwuchskräfte angehobenen Ausbildungsquote wird es nur zu einem sukzessiven, bezogen auf ein Haushaltsjahr als moderat zu bezeichnenden, aber kontinuierlich zu sichernden Personalaufbau von durchschnittlich maximal 10 Einsatzkräften kommen, für die die entsprechende Anzahl zusätzlicher Stellen benötigt werden. Ursachen hierfür sind zum einen der zwingend notwendige Abbau der bereits bestehenden Personaldefizite, die zu einem aktuellen Bestand von mehr als 420.000 Stunden noch zu gewährender Zeitausgleiche geführt haben. Zum anderen werden die in den kommenden Jahren anstehenden Pensionierungen der geburtenstarken Jahrgänge einen Großteil der Nachwuchskräfte zum Erhalt des Personalbestandes aufzehren. Da mit dem Stellenplan 2019 unter Vorbehalt der Rechtskraft bereits 22 Stellen für den Einsatzdienst bereitgestellt wurden, deren Besetzung in den nächsten 3-4 Jahren erfolgen soll, wären ab dem Haushalt 2023 die verbleibenden notwendigen Stellen sukzessive bereitzustellen. In den Haushaltsjahren 2020, 2021 und 2022 wird das primäre Ziel sein, bereits bereitstehende Stellen zu besetzen; Stellenneuschaffungen für den mittleren feuerwehrtechnischen Einsatzdienst sind in diesen Jahren daher nicht vorgesehen.
B. Alternativen
Der Magistrat hatte im Mai 2018 insgesamt drei Vorlagen vorbereitet und bereits zum Teil auf die städtischen Gremien zubewegt. Diese Vorlagen sollen mit der vorliegenden Vorlage auf Wunsch unter der gemeinsamen Überschrift "Personalstrategische Ausrichtung des mittleren feuerwehrtechnischen Einsatzdienstes der Branddirektion bis zum Jahr 2040" im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung und zur Darstellung der kausalen Abhängigkeiten der Themen untereinander zusammengefasst und zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Anlass für die Vorlage sind Lösungsvorschläge für die Probleme, die sich aus den folgenden Schwerpunktthemen ergeben:a) Reduzierung der Nettoarbeitszeit im Einsatzdienst durch geänderte gesetzliche und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen.
b) Neuausrichtung der Leitstelle auf das gestiegene und weiter steigende Risiko großer Schadenslagen und das deutlich erhöhte Dispositionsaufkommen.
c) Zusätzliche Bedarfe in Brandschutz, Technischer Hilfeleistung und Rettungsdienst durch die stetig wachsende Stadt und ihrer Bevölkerung. Die Lösung der sich hinter diesen Themen verbergenden Herausforderungen bedeutet unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben und der gültigen Schutzziele in Brandschutz und Rettungsdienst gegenüber dem Status Quo in den kommenden 20 Jahren einen zusätzlichen Personalbedarf in der Größenordnung von über 200 Einsatzkräften. Hinzu kommen größere Investitionen in die Infrastruktur der Feuerwehr und des Rettungsdienstes.
C. Lösung
Die Feuerwehr Frankfurt genießt einen sehr guten Ruf, sodass sich aktuell deutlich ausreichend Bewerber um einen Ausbildungsplatz bemühen. Allerdings scheitern zunehmend persönlich und fachlich geeignete Interessenten an der fehlenden gesundheitlichen Eignung. Die o. a. Schwerpunktthemen können auf der Zeitschiene so eingeordnet werden, dass die Reduzierung der Nettoarbeitszeit im Einsatzdienst durch geänderte gesetzliche und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen ein bereits bestehendes Problem darstellt, das zeitnah der dringenden Nachsteuerung bedarf, dies insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung der Überstunden im Einsatzdienst. Zum Stichtag 31.12.2018 bestand inklusive der Zeitguthaben auf den Lebensarbeitszeitkonten ein Anspruch auf 422.500 Stunden Zeitausgleich (ca. 240 Mannjahre). Die Neuausrichtung der Leitstelle auf das gestiegene und noch steigende Risiko großer Schadenslagen, sowie das seit Jahren permanent steigende Dispositionsaufkommen ist die aktuell dringlichste und damit kurzfristig anzugehende Aufgabe der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Auf die Zukunft gerichtet und damit mittel- bis langfristig anzugehen, ist das Thema "zusätzliche Bedarfe in Brandschutz, Technischer Hilfeleistung und Rettungsdienst" durch die stetig wachsende Stadt und ihrer Bevölkerung. Nachstehend soll auf die einzelnen Schwerpunktthemen dezidiert eingegangen werden:
a) Reduzierung der Nettoarbeitszeit im Einsatzdienst durch geänderte gesetzliche und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen. (Neuberechnung des Personalfaktors)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 7. Oktober 2019Sie sind hierMM 157Personalstrategische Ausrichtung des mittleren feuerwehrtechnischen Einsatzdienstes der Branddirektion bis zum Jahr 2040Magistratsvortrag
- 3. November 2022NRNR 519Strukturelle und personelle Verbesserungen bei der BranddirektionSTVV-Antrag · Linke
- 6. März 2023Antwort des Magistrats · nach 178 WochenBB 115Strukturelle und personelle Verbesserungen bei der BranddirektionMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine Beschlussvorlage, die der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung vorlegt — für Angelegenheiten, die deren Zustimmung brauchen. Sie wird in Ausschüssen und im Plenum beraten, dann entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.
- 1Magistrat legt Vortrag vor
- 2Ausschüsse beraten
- 3Plenum entscheidet
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRANKFURTER (= Annahme) ÖkoLinX-ARL (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF, FRAKTION und FRANKFURTER; ÖkoLinX-ARL (= Enthaltung)