Zwischen Goetheplatz und Roßmarkt wurde ein sogenannter „Zukunftspavillon“ errichtet, der bis Oktober 2016 dort stehen s
Strassenzuordnung nur automatisch
und dadurch werden alle gefundenen
Strassenabschnitte als Punkte angezeigt.
Zu dieser Straße geht es weiter
Eulengasse — 3 weitere Vorlagen in den letzten zwölf Monaten, die letzte am 18.08.2026.
- Errichtung von weiteren Trinkbrunnen in Bornheim und Ostend18.08.2026 · OM (Anregung an Magistrat (Ortsbeirat))
- Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden in Bornheim und Ostend16.06.2026 · V (Auskunftsersuchen)
- Grundsatzbeschluss zur Umrüstung von Gasleuchten hier: Jährlicher Bericht zum Vortrag des Magistrats vom 28.03.2014, M 69 Ziffer 516.12.2024 · B (Bericht des Magistrats)
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Neues zu Eulengasse per E-MailInhalt
Frage vom 11.12.2015, F 2559 Zwischen Goetheplatz und Roßmarkt wurde ein sogenannter "Zukunftspavillon" errichtet, der bis Oktober 2016 dort stehen soll. Offensichtlich wurde bei der Genehmigung nicht bedacht, dass auf diesem Platz alljährlich das "Grüne-Soßen-Festival" und das "Apfelweinfestival" stattfinden, für deren Organisation allerdings ein anderes Dezernat zuständig ist. Beide Feste können nun dort im Sommer 2016 nicht mehr wie bisher durchgeführt werden.
Ich frage den Magistrat: Warum gab es keine Abstimmung zwischen dem Planungs- und dem Wirtschaftsdezernenten, und wie kann nun sichergestellt werden, dass diese beiden populären Frankfurter Feste doch noch so wie bisher dort stattfinden können?
Antwort des Magistrats: Stadtrat Markus Frank: Meine sehr verehrten Damen und Herren, Herr Vorsteher, Herr Stadtverordneter Amann! Vielen Dank für die Frage, weil sie mir die Möglichkeit gibt, hier im Plenum heute festzustellen, dass es auch weiterhin möglich sein wird, das Apfelweinfestival und das Grüne Soße Festival in unserer Stadt zu feiern.
(Beifall) Das Grüne Soße Festival wird im nächsten Jahr am Roßmarkt stattfinden.
(Zurufe) Nein, es wird am Roßmarkt stattfinden, nicht in Oberrad. Aus Oberrad kommen die Zutaten für die Grüne Soße. Es wird mindestens in der gleichen hohen Qualität stattfinden, wie in den letzten sieben Jahren. Wegen des Apfelweinfestivals war ich heute mit unserem Tourismusdirektor unterwegs. Wir haben uns Flächen angeschaut, haben uns gemeinsam geeinigt und auch schon den einen oder anderen Unterstützer gefragt, was er davon hält, dass das Apfelweinfestival jetzt noch einmal von der Qualität erhöht wird und dann an der Hauptwache stattfindet. Auch das ist eine gute Nachricht. Die letzte Nachricht, weil Sie das noch gar nicht auf dem Schirm haben, ist unser Erntedankfest. Das wird auch stattfinden, und die Idee ist, dass wir das gemeinsam am Roßmarkt mit dem Zukunftspavillon machen. Das ist eine Idee von Herrn Bürgermeister Cunitz. Damit sind wir aber noch nicht ganz durch. Ich kann also feststellen, obwohl wir auf unseren Plätzen einen höheren Andrang haben, ist es möglich, sie noch besser auszunutzen, sodass a) der Zukunftspavillon stehen wird, b) das Grüne Soße Festival in mindestens gleicher Qualität stattfindet, c) das Apfelweinfestival und auch das Erntedankfest stattfinden können. Wenn das nicht eine gute Nachricht ist.
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Es gibt eine Zusatzfrage von Herrn Stadtverordneten Amann. Bitte! Stadtverordneter Gregor Amann, SPD: (Zusatzfrage) Ich habe heute Mittag mit jemandem aus dem Veranstalterbereich zum Grüne Soße Festival telefoniert. Dort wusste man davon noch nichts, und man sagte, wenn dieser Zukunftspavillon dort stehen bleibt, dann ist es nicht möglich, das Zelt des Grüne Soße Festivals dort so aufzustellen wie bisher. Man hat dort also große Zweifel. Aber da ich eine Frage stellen soll und auch nur eine Frage stellen kann, würde ich Sie bitten, meine erste Frage noch zu beantworten: Wie kommt es, dass der Magistrat nicht miteinander redet? Warum passiert eine so peinliche Panne überhaupt? Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend)
Herr Amann, zunächst muss ich erst einmal feststellen, dass es falsch ist, wenn Sie sagen, wir würden nicht miteinander sprechen. Wir sprechen jeden Tag miteinander, und wir sind auch meistens gut gelaunt. Aber es ist wie im wahren Leben. Ich komme aus der Werkstatt, und auch da passiert es einmal, dass ein Ölkännchen umfällt. Dann richtet man es wieder auf, und am Ende ist doch nur wichtig, dass das Werkstück in allerbester Qualität präsentiert werden kann. Und ob das Ölkännchen einmal am Boden lag oder nicht, spielt dann keine Rolle mehr, lieber Herr Amann.
(Beifall, Heiterkeit) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Es gibt eine weitere Zusatzfrage von Herrn Stadtverordneten von Wangenheim. Im Übrigen muss man bei der Stadtverwaltung vorsichtig sein, wenn man über "schmieren" redet. Stadtverordneter Stefan Freiherr von Wangenheim, FDP: (Zusatzfrage) Herr Stadtrat Frank, zu diesem Pavillon interessiert mich die Frage: Wurde er mit Unterstützung eines Architekten errichtet, oder hat ihn ein Kindergarten in geistiger Umnachtung gezeichnet?
(Zurufe) Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend)
Herr Vorsteher, ich würde natürlich niemals Stadtverwaltung und schon gar nicht den Vorsteher in Richtung "schmieren" bringen. Zur Frage von Herrn von Wangenheim: Es handelt sich um ein Projekt des Planungsdezernates, und ich glaube, es ist ein Projekt, das nicht nur vom jetzigen Planungsdezernenten auf den Weg gebracht worden ist, sondern es gab über viele Jahre eine Diskussion, wie man dort eine Platzgestaltung durchführt. Zu Veränderungen der Stadt gehören immer auch Experimente. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir im Jahr 2006 hier diskutiert haben - damals haben wir das Parkhaus unter dem Platz gebaut. Wir haben damals bewusst die Statik verstärkt, damit dort später auch einmal ein Gebäude stehen kann. Das Gebäude, das dort jetzt sozusagen temporär aufgestellt worden ist, also der Zukunftspavillon, soll einfach eine Möglichkeit bieten, die kreativen Architekten zusammenzuführen und dort über Stadtplanung zu sprechen. Das zeigt die Vielseitigkeit der Anwendung auf unseren belebten Plätzen. Sie sehen also, dass dieser Magistrat in alle Richtungen denkt und auch einmal unorthodoxe Dinge im Herzen der Stadt zulässt.
(Beifall) Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 2559 Stadtverordneter Gregor Amann, SPD: Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine sehr verehrten Damen und Herren! Seit Ende November steht nun dieser obskure Zukunftspavillon zwischen Roßmarkt und Goetheplatz und man kann da zwei Aspekte betrachten, zum einen den ästhetischen städtebaulichen Aspekt. Da kann ich nur sagen, das Ding ist potthässlich, und aus unserer Sicht ist ein Querriegel zwischen Roßmarkt und Goetheplatz keine Verbesserung der städtebaulichen Situation, deswegen muss er aus diesem Grund schon weg.
(Beifall) Der zweite Aspekt ist, dass dieser Zukunftspavillon beinahe drei traditionelle, populäre Volksfeste in Frankfurt verhindert hätte. Das ist unverständlich. Das Apfelweinfestival findet seit fünf Jahren dort statt, 120.000 Besucher jedes Jahr, das Grüne Soße Festival findet seit acht Jahren dort statt. Jetzt, Anfang Dezember, sind bereits 5.000 Karten für das Grüne Soße Festival im nächsten Jahr verkauft worden, und das Erntefest hat dieses Jahr zum 32. Mal dort stattgefunden, zugegebenermaßen nicht immer und nicht ausschließlich am Roßmarkt. Deswegen ist es nach wie vor ein Skandal, dass bei der Genehmigung dieses Zukunftspavillons diese drei Straßenfeste oder Volksfeste nicht berücksichtigt wurden.
(Beifall) Da reicht auch die Erklärung von Herrn Frank nicht aus, das sei halt einmal passiert, Hauptsache, man hat es ausgebügelt. Denn solche Misskommunikationen und fehlende Abstimmungen gibt es in diesem Magistrat viel zu häufig. Das hat bereits 2010 mit dem Apfelweinfestival angefangen. Damals hat die TCF das Fest geplant, konzipiert und der damalige Verkehrsdezernent Sikorski hat dann im Alleingang völlig unerwartet die Genehmigung versagt. Erst die öffentliche Empörung und eine Anfrage der SPD-Fraktion haben damals dafür gesagt, dass das Fest doch stattfinden konnte.
(Beifall) Man hat fast den Eindruck, als ob die GRÜNEN, damals Sikorski, heute Cunitz, etwas gegen Apfelwein hätten. Ich versichere Ihnen, hessischer Apfelwein ist ein Naturprodukt aus regionaler Produktion, übrigens auch zu 100 Prozent vegetarisch, kann auch am Veggie-Day konsumiert werden. Ob diese drei Feste nun tatsächlich ohne Abstriche im nächsten Jahr stattfinden können, wie Herr Frank das vorhin angekündigt hat, da habe ich noch so meine Zweifel, das bleibt abzuwarten, zumindest in den Reihen der Veranstalter wird das sehr angezweifelt. Deswegen werden wir es sehen. Es ist eine Schande, dass das überhaupt passiert ist.
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Vielen Dank, Herr Amann! Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Stadtrat Frank. Bitte schön! Stadtrat Markus Frank: Herr Vorsteher, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich will hier noch einmal versuchen, zur Aufklärung beizutragen, da wir einige Fragen hatten, ob es einen Architekten und Genehmigungen gibt, einfach nur einmal, um die Sachlage zu versachlichen: Also, ich habe noch einmal in den Unterlagen nachgeschaut, es gibt tatsächlich einen Architekten, der den Zukunftspavillon auf den Weg gebracht hat. Es ist übrigens jemand, der bisher auch zahlreiche Preise bekommen hat, ein Genremitglied im Städtebaubeirat und Vorstandsmitglied im Verein Architektursommer. Ich darf für den Magistrat hier auch noch einmal feststellen, dass alle Genehmigungen, die man benötigt, um so ein Pavillon aufzustellen, selbstverständlich erteilt worden sind, und das auch die städtischen Behörden gut miteinander kommuniziert haben, sich ausgetauscht haben, also von der Baugenehmigungsbehörde bis hin zum Planungsdezernat, Servicecenter und viele andere haben sich da gut synchronisiert. Aber noch einmal, das habe ich vorhin schon ausgedrückt, vielleicht ist die Kommunikation an der einen oder anderen Stelle nicht optimal gelaufen, das ist das eine. Aber trotzdem sind die drei Traditionsfeste gesichert und es gibt auch überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass irgendjemand aus dem Magistrat irgendwann einmal sozusagen gegen eines dieser Traditionsfeste gearbeitet hätte. Dieser Magistrat steht geschlossen zu den Traditionsfesten. Was man vielleicht feststellen kann ist, dass wir versuchen, auf der Fläche, die uns zur Verfügung steht, immer mehr unterzubringen. Da liegt es in der Natur der Sache, dass es dann natürlich auch einmal Diskussionen über das eine oder andere gibt. Ich möchte hier noch einmal feststellen, dass das Apfelweinfestival, das Grüne Soße Festival und das Erntedankfest stattfinden können. In der Kommunikation werde ich auch meinen Beitrag leisten, dass wir das noch ein bisschen runder bekommen. Aber wie vorhin gesagt, am Ende ist wichtig, dass das Werkstück ordentlich aussieht. Danke schön!
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Vielen Dank, Herr Stadtrat Frank! Die nächste Wortmeldung kommt von Frau Loizides von der CDU-Fraktion. Bitte schön! Stadtverordnete Christiane Loizides, CDU: Herr Vorsteher, liebe Kollegen, lieber Herr Amann! Das war wirklich Pech, muss ich sagen, und ich war jetzt sehr gespannt, welches Haar Sie noch in der Suppe finden würden, denn ich konnte zwar noch nachvollziehen, dass Sie die Frage stellen, aber nachdem Herr Frank heute ja eine befriedigende und absolut zufriedenstellende Antwort - ich komme noch drauf - gebracht hat, finde ich es wirklich ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Das kann man eigentlich nur Parteipolemik unterordnen, dass Sie das auch noch zu einer Aktuellen Stunde machen.
(Beifall) Der Wirtschaftsdezernent hat nicht nur eine absolut zufriedenstellende Antwort in der Sache gegeben, sondern da, wo Sie gerne so ein bisschen gestochert hätten, muss ich doch ehrlich sagen, dass Bild mit den Ölkännchen vorhin hat uns alle überzeugt. Was soll man jetzt versuchen, die verschüttete Milch noch weiter auszubreiten? Sie geben mir immerhin die Gelegenheit darzustellen und zu betonen, für die, die es vielleicht noch nicht so genau mitbekommen haben, dass die CDU größten Wert auf Feste dieser Art, auf städtische Feste legt, die nicht nur Leib und Seele zusammenhalten, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl der Stadtgesellschaft stärken ...
(Beifall) und auch die Identifikation mit der Stadt Frankfurt als lebenswerter Stadt befördern. Hier kommt noch hinzu, aus wirtschaftlicher Sicht sind das Apfelweinfestival und das Grüne Soße Festival auch Feste, die noch geeignet sind, lokale Produkte und regionale Produkte besser nach vorne zu bringen, zu vermarkten. Das Herr Feda mit der TCF da eine wunderbare Touristenakquisition betrieben hat, das sehen wir an den steigenden Besucherzahlen. Das ist höchst erfreulich, muss ich sagen.
(Beifall) Herr Feda hat doch vorhin, ich habe ihn beobachtet, zu verstehen gegeben - jetzt ist er nicht mehr da, aber vorhin hat er zugehört -, dass er absolut zufrieden ist mit dem Standort Hauptwache. Herr Amann, was wollen wir denn mehr als die Hauptwache mitten in der Stadt, im Zentrum ein großer breiter Platz, der extra für Feste immer mehr begehrt ist? Ich frage mich, was wollen Sie denn hier noch anzweifeln. Auch der Roßmarkt ist ein toller Platz. Wenn sich also in der Zukunft dort das Festival etabliert, was wir einmal abwarten wollen, wie es denn ankommt, sollen wir dann jetzt in Unkenrufe ausbrechen, nur weil Ihnen die Antwort nicht passt und das Problem gelöst ist? Warten wir es ab. Ich denke einmal, das nennt man in meiner Branche praktische Konkordanz herstellen. Verschiedene Interessen, die manchmal zusammenstoßen, sodass es einen Konflikt gibt, sind hier wunderbar gelöst worden, sodass jeder zufrieden ist. Sind wir doch froh darüber, dass der Wirtschaftsdezernent das hinbekommen hat und reden wir nicht mehr von den Ölkännchen. Vielen Dank! Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Vielen Dank, Frau Loizides! Die nächste Wortmeldung ist von Herrn Baier, GRÜNE-Fraktion. Bitte schön! Stadtverordneter Ulrich Baier, GRÜNE: Werter Herr Vorsteher, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Das Bild der Ölkännchen ist treffend. Dass jetzt vom Stadtrat Frank gesagt wird, es sind zwei umgefallen. Ich denke, am 3. Dezember sind auch zwei Ölkännchen umgefallen. Zeitgleich mit einer Diskussion der Rundschau hat die SPD zu einer Diskussion zum Wohnen eingeladen. Mit anderen Worten, Sie haben der Rundschau nochmal anderes Öl nachgeschenkt, weil die wahrscheinlich nicht begeistert waren von der kleinen Panne, die Sie sich da geleistet haben am selben Abend, zwei Veranstaltungen! Das nur zu diesem Thema.
(Beifall) So einen Skandal aufzublasen, schenken Sie sich das bitte, sonst gibt es an anderer Stelle dann mehr Ärger für Sie, als ich es hier andeutungsweise ausführen kann. Es ist vollkommen klar, Herr Amann, die GRÜNEN haben nichts gegen das Apfelweinfestival. Ich selbst habe es ja schon dann und wann als Vorsteher eingeweiht, bin allerdings auch so hingegangen. Das gilt für alle Feste, weil sie definitiv zur Identität Frankfurts gehören. Was die SPD vergessen hat ist, dass wir sowohl eine längere Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung als auch mit den Kollegen vom Ortsbeirat 1 hatten, ob wir zur selben Zeit so viele Feste brauchen oder ob es nicht zu bestimmten Zeiten besser wäre, die Anzahl der Feste zu reduzieren, damit es zu keiner Überfrachtung kommt. Das haben Sie vergessen, bitte vergessen Sie es in Zukunft nicht. Wir hatten in der vorletzten Wahlperiode innerhalb der Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung eine längere Diskussion darüber, ob ein Querriegel an diesem Platz sinnvoll ist oder nicht. Sie wissen, der Amtsleiter des Stadtplanungsamtes hatte das lange befürwortet, die GRÜNE-Fraktion hat damals mehrheitlich gesagt, wir wollen das nicht. Jetzt ist es mehr als sinnvoll, ein Experiment zu machen und zu schauen, was der Platz dadurch gewinnt oder verliert. Ein Argument war, ein großer Platz ist in Frankfurt notwendig für Demonstrationen, große Feste und so weiter. Andererseits ist der Platz, wie in Paris und in anderen Städten, besser erlebbar, wenn er geteilt wird. Es spricht nichts gegen, sondern alles für ein Experiment. Herr Frank hat vorhin gesagt, wir haben die Grundlagen dadurch geschaffen, dass wir das Fundament erneuert haben. Jetzt zu sagen, wie Herr von Wangenheim, dort wird ein Kindergarten gebraucht oder, wie Herr Amann, das Gebäude sei hässlich, lässt mich nur zu der Schlussfolgerung kommen: Herr von Wangenheim, Sie verstehen möglicherweise weder was von Kindern noch etwas von Kunst.
(Beifall) Dass diese Ausstellung momentan der Dritten Welt gewidmet ist, verstehen Sie noch weniger und haben Sie noch weniger Kompetenz als der Entwicklungsminister der CSU.
(Beifall) Bei dem, was Sie sagen, Herr Amann, ist nur neu, dass die SPD auf Ästhetik steht. Für uns ist wichtig, dass die Leute dort hingehen und es neugierig macht. Wenn man über Megastädte diskutiert und jetzt nur die Glitzerwelt an Weihnachten sieht, dann finden wir es gut, dass an bestimmten Stellen ein Kontrast aufgebaut wird. Das ist für diese Stadt nicht nur wegen der Kultur, sondern auch wegen der Verbundenheit mit der Dritten Welt mehr als richtig und sinnvoll. Wenn Sie das noch nicht verstehen, lernen Sie es vielleicht über Weihnachten.
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stefan Siegler: Vielen Dank, Herr Baier! Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Ochs. Bitte! Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, fraktionslos: Herr Vorsteher, meine werten Kolleginnen und Kollegen! Als indigener Bewohner der Apfelweinhochburg Bornheim bin ich natürlich fast vom Glauben abgefallen, als ich in der Frankfurter Neuen Presse diesen Artikel mit der Überschrift "Apfelweinfestival vor dem Aus" las. Durch den Kollegen Amann gab es eine leichte Hilfestellung mit seiner heutigen Anfrage, mit der er nämlich wissen wollte, ob es keine Abstimmung zwischen dem Planungsdezernenten und dem ...
(Zurufe) Bitte? Ist es jetzt besser? Gut. Danken möchte ich noch einmal dem Kollegen Amann für die Frage. Er hat darin festgestellt, dass es wahrscheinlich keine Abstimmung zwischen dem Planungs- und dem Wirtschaftsdezernenten gab. Daraufhin bin ich in die Tiefenpsychologie eingestiegen und habe mir überlegt, ob es vielleicht einen alten Konflikt zwischen CDU und GRÜNEN gibt. Und so ist es auch. Kollege Amann hatte die Vorlage B 387 aus dem Jahr 2010 mit der Überschrift "Selbstherrliche Absage des Apfelwein-Festivals durch Stadtrat Sikorski" angeschnitten. Das ist die Wurzel. Lutz Sikorski hat in der Eulengasse in Bornheim eine Kneipe betrieben, die Zur Luke hieß. Gegenüber war die Kneipe Zur Eulenburg, die Otto Rummeleit betrieben hat, ein CDU-Mitglied. Zwischen denen beiden gab es schon einen Urkonflikt. Wenn nämlich einer von der Kneipe von Lutz Sikorski mit einem Anstecker "Atomkraft? Nein Danke" zu Otto Rummeleit in die Kneipe wollte, hat er Lokalverbot bekommen. Es muss also eine tiefe Abneigung zwischen CDU und GRÜNEN geben. Mit der damaligen Anfrage beziehungsweise den Antworten im Magistratsbericht B 387 wurde dann auch noch einmal der Konflikt hervorbeschworen. Auf die Frage, was die Oberbürgermeisterin zu der Entscheidung des Verkehrsdezernenten sagte, heißt es: "Die Oberbürgermeisterin hat unter Berücksichtigung der eigenverantwortlich getroffenen Entscheidung ... vom Verkehrsdezernenten ..., auf die Durchführung des Apfelweinfestes 2010 zu verzichten, keine Veranlassung, die Entscheidung zu bewerten." Wenn man jetzt noch einmal den aktuellen Artikel der Frankfurter Neuen Presse nimmt, heißt es dort, Schuld an dem Desaster hat dem Vernehmen nach Olaf Cunitz. Eingeschaltet haben sich dann Stephan Siegler und Wirtschaftsdezernent Markus Frank und viele andere. Kinder Gottes, das ist eine wahnsinnige Angelegenheit, die uns hier in Frankfurt betrifft. Stadtverordnetenvorsteher Stefan Siegler: Herr Ochs, Sie halten leider Ihr Skript vor die gelb und mittlerweile auch rot leuchtende Lampe. Ihre Redezeit ist zu Ende. (Beifall, Heiterkeit) Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Bürgermeister Cunitz. Das ist auch die letzte Wortmeldung in der Fragestunde. Bitte! Bürgermeister Olaf Cunitz: Sehr geehrter Herr Vorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss zugeben, es ist nach der etwas bizarren Wendung nicht ganz einfach, jetzt wieder an das Thema anzuknüpfen. Ich werde es trotzdem versuchen, um vielleicht noch einmal einige Sachen fern jeglicher Tiefenpsychologie klarzustellen. Ich glaube, man hätte bei der Frage nicht den verstorbenen Kollegen Sikorski bemühen müssen, um irgendetwas zu erklären. Ich versuche, noch einmal zu erläutern, wo das Thema eigentlich hergekommen ist. Im Rahmen der Finalisierung und Vorstellung des Innenstadtkonzepts hatte ich im letzten Jahr die Idee geäußert, ob man nicht mit einem temporären Bauwerk arbeiten sollte, um sich eine bessere Meinung über einen Querriegel auf der Platzfolge Roßmarkt/Goetheplatz/Rathenauplatz bilden zu können. Ich war ganz froh, dass die Beteiligten im Rahmen des Architektursommers Rhein-Main diese Idee aufgegriffen haben. Es ist mitnichten ein Bauwerk des Planungsdezernats, sondern es ist ein Bauwerk des Trägervereins des Architektursommers. Übrigens handelt es sich um ein Projekt, das auch vom Kulturfonds mitgefördert wird, was ich sehr positiv finde. Die Verantwortlichen haben sich ganz normal an die Stadtverwaltung gewendet und dort haben die Genehmigungsbehörden, wie in allen anderen Fällen auch, ihre Arbeit gemacht. Es gibt von der Bauaufsicht eine Genehmigung für dieses temporäre Bauwerk und es gibt eine Sondernutzungsgenehmigung. Die Behörden haben auch in enger Abstimmung mit dem Service-Center Veranstaltungen zusammengearbeitet. Da gab es keine Kommunikationsstörung oder Ähnliches. Wie man feststellen kann, sind die Feste alle durchführbar. Ich glaube, die Aufregung war jetzt etwas größer, als es die Folgen tatsächlich sind. Über gestalterische Fragen - der Kollege von Wangenheim ist weg, wahrscheinlich denkt er über Kinder und Kunst nach, das wurde ihm nahegelegt - kann und soll man streiten. Wie schon gesagt, es geht um einen temporären Bau. Die Initiatoren des Architektursommers freuen sich sicher, dass darüber eine Debatte geführt wird. Ich glaube, sie haben schon viel erreicht. Hier geht es hoch her, also muss man sagen, dass sie an der Stelle das Richtige getan haben. Sie haben offenkundig auch noch etwas erreicht, was ich erreichen wollte, dass es nämlich der SPD auch anhand dieses temporären Bauwerks jetzt möglich war, sich eine Meinung zu bilden, die sie sich vorher zum Innenstadtkonzept nicht hatte bilden können. (Beifall, Zurufe) So gesehen, kann man dem Verein wirklich nur gratulieren. Sie haben wirklich erreicht, was sie erreichen wollten, nämlich eine Diskussion über Gestaltungsfragen und über die Teilung der Platzfolge. Die Veranstaltungen finden trotzdem statt. Es gibt daher keinen Grund zur Unzufriedenheit. Es gibt kein Problem, sondern es gibt in der Tat eine vernünftige Debatte über gestalterische, stadtplanerische Fragen und die nach fünf Jahren in Tradition befindlichen Feste finden auch statt. Ich glaube, es gibt keinen Grund zu Missmut, sondern wir können sagen, die Probleme sind alle gelöst - sofern sie überhaupt existiert haben.
(Beifall) Antragstellende Person(en): Stadtv. Gregor Amann
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 11. Dezember 2015 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.