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Frankfurt-Nordwest (Gemarkung Niederursel und Praunheim) Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gemäß § 165 (4) BauGB

Vorlagentyp: B
211 Wochen bis zur Antwort10 Stationen im Verfahren3 Sitzungen

Zusammenfassung

Der Bericht des Magistrats befasst sich mit den vorbereitenden Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme in Frankfurt-Nordwest. Ziel ist die Schaffung eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes, das die Grundlage für die Flächendisposition des Stadtteils liefert und eine nachhaltige Entwicklung fördert.

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Thema Stadtplanung verfolgen

Bericht

Während des Berichtszeitraums konnte die Arbeit an den vorbereitenden Untersuchungen trotz der Einschränkungen durch Covid-19 kontinuierlich fortgesetzt werden. Neue Formate der Kommunikation auf elektronischen Wegen konnten und mussten zum Einsatz kommen. Ein zentraler Baustein der vorbereitenden Untersuchungen ist die Generierung eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes, das die ersten Grundlagen für die Flächendisposition des Stadtteils der Quartiere liefert. Der Magistrat hatte sich für eine Mehrfachbeauftragung von sieben Planungsteams entschieden. Dieses nicht anonyme, kooperative Verfahren lässt parallel zur Bearbeitung der Planungsaufgabe Zwischentermine für interne Präsentationen sowie die Einbindung von Bürgern in Dialogen zu. Wie bereits im B 165-2020 berichtet, wurden im Januar 2020 nach einem europaweit ausgeschriebenen Bewerbungsverfahren aus über 40 Bewerbungen sieben Planungsteams für die Studien zu Stadt und Landschaft ausgewählt. Eine Jury aus über fünfzig Fachjuroren, Sachjuroren und Sachverständigen hat die Arbeiten Anfang November 2020 begutachtet und empfohlen, die weitere Bearbeitung auf Grundlage der Studie "Quartiere im Kreislauf" (Planungsteam: Cityförster/Urbane Gestalt) fortzusetzen. Mit dem Konzept "Quartiere im Kreislauf" liegt eine sehr gute Grundlage für die weiteren Untersuchungen vor. Es wird bereits ein guter Eindruck vermittelt, wie das Gebiet künftig aussehen könnte. Geplant sind rund 8.600 Wohnungen, die sich auf vier Quartiere mit vielfältigen Wohnformen verteilen. In den einzelnen autoarmen Quartieren sind sogenannte ‚Hubs' mit Mobilitätsangeboten, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Bildungseinrichtungen, Jugendzentrum und Quartiersgaragen anstelle von Tiefgaragen geplant. Der Entwurf sieht vor, dass von dem Untersuchungsraum von 425 Hektar rund 75 Prozent für Landwirtschaft, Grünflächen, Gärten, Parks und begrünte Innenhöfe reserviert werden. Es sollen kleinteilige Anbauflächen und Gartenland für die Bewohner der bestehenden und neuen Quartiere entstehen. Die vier vorgeschlagenen Quartiere respektieren gepaart mit einem schlüssigen Erschließungskonzept Landschaftsraum und Klimatologie vor Ort und geben gleichzeitig der Landwirtschaft eine Zukunftsperspektive. Nachdem im Januar 2020 die Aufgabenstellung und die Unterlagen ausgegeben wurden, hatten die Planungsteams im Bürgerdialog I am 15.02. die Chance, direkt mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Wegen Covid-19 musste danach das weitere Abstimmungsverfahren mit der Jury und der begleitende Bürgerdialog II neu organisiert werden. Mit Hilfe von elektronischen Konferenzsystemen fanden mit der Jury zwei Zwischenpräsentationen statt. Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass die gewählte Form des Planungsprozesses der komplexen Aufgabe gerecht wird, Stadt und Landschaft gemeinsam zu planen. Die Erstellung der Studien zu Stadt und Landschaft werden durch einen umfassenden Bürgerbeteiligungsprozess begleitet. Grundsätzlich ist festzustellen, dass dieser Bürgerbeteiligungsprozess in seinem Umfang bisher in Frankfurt einmalig war und wichtige Erkenntnisse auch für künftige Beteiligungsverfahren gewonnen werden konnten. Von Anfang an war das charakterisierende Element dabei der persönliche Dialog auf Augenhöhe mit allen Beteiligten. Zur Auftaktveranstaltung im November 2019 kamen rund 350 Menschen, der Einladung zum Bürgerdialog I folgten am 15. Februar 2020 rund 150 Personen. In beiden Veranstaltungen standen Gutachter und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes zum Gespräch zur Verfügung. Das ursprüngliche Konzept, während der Bearbeitungszeit der Studien zu Stadt und Landschaft im Dialog die Bürgerschaft zu beteiligen, wurde durch Covid-19 erschwert, aber nicht unmöglich gemacht. Der ursprünglich für Anfang Mai 2020 geplante Bürgerdialog II musste aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt werden. Daher wurde das bestehende Bürgerbeteiligungskonzept, welches auf dem "face-to-face"-Dialog auf Augenhöhe beruhte, verändert: Der Bürgerbeteiligungsprozess wurde in die digitale Welt übertragen. Dabei wurde jeweils auf vorhandene Ressourcen der Stadtverwaltung zurückgegriffen: Seitdem gibt es über die städtische Plattform "Frankfurt-fragt-mich" zu den verschiedenen Zwischenständen der Planungsteams jeweils die Möglichkeit der Online-Beteiligung. Bürgerinnen und Bürger erhalten dort Informationen zu den verschiedenen Konzeptansätzen und können ihre Meinung den beauftragten Büros mitgeben. Dies wurde für beide Zwischenstände im Mai und im August 2020 sowie für die Beurteilungsphase im November 2020 angeboten. Zu den zweiten Zwischenständen und zur Beurteilungsphase wurden noch weitere Formate der Bürgerbeteiligung angeboten: Mitarbeitende des Stadtplanungsamtes beantworteten im Rahmen eines "Digitalen Dialoges" Fragen zum Prozess und zur Stadtentwicklung, beide Beteiligungsphasen wurden durch eine Ausstellung im Planungsdezernat abgerundet. Im August 2020 fand ein Hybrid-Veranstaltung statt, zu der das Planungsdezernat und die Frankfurter Neue Presse gemeinsam in das Haus am Dom eingeladen hatten. Vor Ort nahmen rund 20 Personen teil, digital verfolgten rund 700 Bürgerinnen und Bürger die Diskussion und nahmen am angebotenen Chat teil. Insgesamt zeigten die Beiträge in allen Veranstaltungen und Medien eine hohe Kompetenz und den Willen, gestaltend an allen Schritten der Planung mitzuwirken. Viele Missverständnisse konnten geklärt werden, so z.B. die Fragen nach der Ergebnisoffenheit der vorbereitenden Untersuchungen. Immer wieder wurde die Notwendigkeit einer Außenentwicklung in Frankfurt-Nordwest angezweifelt. Hier konnte auf die Prognosezahlen zur Wohnraumentwicklung verwiesen werden. Ein zentrales Thema war die Frage nach der regionalen Zusammenarbeit mit Blick auf die Ausweisung von Wohnbauflächen. Die Themen Klima, Wasser und Boden wurden oft angesprochen; zu denen haben die Fachleute im Stadtplanungsamt umfangreiche Auskünfte und Klarstellungen abgegeben. Die Anmerkungen, welche sich mit den sieben Arbeiten auseinander setzten wurden der Jury und den Planungsteams weitergegeben. Das Consilium begleitete das Gesamtprojekt "Neuer Stadtteil der Quartiere" in diesem wichtigen Zeitraum. In drei Sitzungen in 2020 waren die Hauptthemen die Studien zu Stadt und Landschaft, Kommunikation sowie Mobilität. Die Ratschläge und Impulse aus dem umfangreichen Erfahrungsschatz der Expert*innen helfen, den hohen Qualitätsanspruch am neuen Stadtteil der Quartiere zu erfüllen. Im Rahmen der Ausstellung der zweiten Zwischenstände im August 2020 luden das Planungsdezernat und Stadtplanungsamt Vertreterinnen und Vertreter der Ortsbeiräte und der Nachbarkommunen zu einem Regionalen Konsultationskreis ein. An drei Abenden wurden dabei die einzelnen Entwürfe und das Für und Wider einer möglichen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme diskutiert. Der Regionale Konsultationskreis ermöglichte den Politikern aus der Region, den Nachbargemeinden, der StVV und den OBR 7 und 8 die Ergebnisse der Arbeit des Consiliums vorzustellen und die Arbeiten aus dem Studienverfahren zu diskutieren. Der Rat des Consiliums wurde vor dem Hintergrund der Debatte in der RVS besprochen. Insgesamt wurde eine sachliche Diskussion mit verschiedenen Akteuren erreicht. Das Ergebnis des Planungsprozesses der Studien zu Stadt und Landschaft ist die Basis der weiteren Prüfpunkte der vorbereitenden Untersuchungen. Ziel der weiteren Bearbeitung ist die Erstellung des Berichts zu den vorbereitenden Untersuchungen, der der Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich Ende 2021 vorgelegt werden wird. Die StVV soll damit in die Lage versetzt werden, eine fundierte Entscheidung über das Ob und Wie des Stadtteils der Quartiere treffen zu können.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 4. Dezember 2017NRNR 463Baugebiet Frankfurt-Nordwest: Vorbereitende UntersuchungenSTVV-Antrag · CDU, SPD, GRÜNE
  2. 5. Dezember 2017NRNR 464Unabhängige klimatische Untersuchungen vorrangig als erste Maßnahme vor allen anderen vorbereitenden Untersuchungen erstellenSTVV-Antrag · FRANKFURTER
  3. 25. Januar 2019MM 16Frankfurt-Nordwest (Gemarkung Niederursel und Praunheim) Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gemäß § 165 (4) BauGB Consilium „Neuer Stadtteil Frankfurt-Nordwest“Magistratsvortrag
  4. 4. März 2019BB 76Frankfurt-Nordwest (Gemarkung Niederursel und Praunheim) Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gemäß § 165 (4) BauGBMagistratsbericht
  5. 7. Juni 2019BB 210Frankfurt-Nordwest (Gemarkung Niederursel und Praunheim) Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gemäß § 165 (4) BauGBMagistratsbericht
  6. 3. April 2020BB 165Frankfurt-Nordwest (Gemarkung Niederursel und Praunheim) Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gemäß § 165 (4) BauGBMagistratsbericht
  7. 22. Februar 2021Sie sind hier
    BB 79Frankfurt-Nordwest (Gemarkung Niederursel und Praunheim) Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gemäß § 165 (4) BauGB
    Magistratsbericht
  8. 25. Mai 2021OFOF 5/8SEM 4 einstellen!Ortsbeiratsantrag · CDU
  9. 8. Juli 2021OAOA 48SEM 4 einstellen!Anregung
  10. 17. Dezember 2021Antwort des Magistrats · nach 211 WochenBB 442Frankfurt-Nordwest (Gemarkung Niederursel und Praunheim) Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gemäß § 165 (4) BauGBMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
OBR 7
Sitzung 1 · 04.05.2021
TO I, TOP 25
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 79 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

OBR 8
Sitzung 1 · 06.05.2021
TO I, TOP 20
Beraten
Die Vorlage B 79 wird zurückgewiesen.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneLinkeFDPFreie WählerBFF
Ablehnung:
SPD
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER und BFF gegen SPD (= Kenntnis)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 3 · 13.07.2021
TO I, TOP 103
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 79 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltBFF-BIGFRAKTION
Ablehnung:
ÖkoLinX-ELF
Sonstige:
IBF (Kenntnis)Gartenpartei (Zurückweisung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, BFF-BIG und FRAKTION gegen ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: IBF (= Kenntnis) Gartenpartei (= Zurückweisung)

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