Das .neue bauen. in Frankfurt dauerhaft und der Bedeutung entsprechend präsentieren
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Bericht des Magistrats vom 03.12.2012, B 507
Betreff: Das "neue bauen" in Frankfurt dauerhaft und der Bedeutung entsprechend präsentieren Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 06.09.2012, § 1978 - NR 232/12 CDU und GRÜNE - Zwischenbescheid des Magistrats vom 14.06.2013 Schaffung einer konzentrierten Dauerausstellung über das neue Bauen des Neuen Frankfurt in Abstimmung mit der ABG Frankfurt Holding, der Ernst-May-Gesellschaft und der Martin-Elsaesser-Stiftung.
- Ziele der Ausstellung Die Ausstellung soll Besuchern aus dem In- und Ausland und aus der Region einen Überblick über das historische Projekt des Neuen Frankfurt 1925 - 1932 und dessen Bedeutung für die Architekturgeschichte der Moderne und die Geschichte Frankfurts vermitteln und nach Möglichkeit Interesse an weiteren Erkundungen wecken. Den Bewohnern der Siedlungen kann sie Identität-stärkende Anhaltspunkte zum historischen Hintergrund der eigenen Lebensumwelt bieten. Sie kann auch als Ausgangspunkt dienen für den seit einiger Zeit überlegten Erlebnispfad "Neues Frankfurt", der die Verdienste Ernst Mays und Martin Elsaessers hervorheben würde. Für den Fall, dass der Plan einer künftigen Weltkulturerbe-Bewerbung für ausgewählte Siedlungen des Neuen Frankfurt Boden gewinnt und offiziell wird, kann die Ausstellung als "Ankerplatz" und Anlaufadresse des Projekts während der Jahre dauernden Bewerbungsphase dienen.
- Potentielle Räume: Siedlungen Hellerhof und Römerstadt Alle Beteiligte stimmen darin überein, dass der Standort einer solchen Ausstellung in einer der Siedlungen des Neuen Frankfurt liegen sollte. Im Sommer 2012 fand eine Begehung einiger leer stehender Läden in der Siedlung Hellerhof im Gallusviertel statt, die im Bestand der ABG derzeit zur Verfügung stehen. Bis auf einen Laden an der Frankenallee erwiesen sich alle anderen aus verschiedenen Gründen als ungeeignet. Die ehemalige Apotheke in der Frankenallee 152 befindet sich einem der zweigeschossigen, 1930 entstandenen Zeilenbauten mit Geschäften und Wohnungen im Obergeschoss, die rückwärtig durch einen offenen Laubengang erschlossen werden. Der Architekt war der später bekannt gewordene Mart Stam, ein Mitarbeiter Ernst Mays. Wenn später entstandene Einbauten entfernt werden, würde der Laden mit 82 qm Nutzfläche ausreichend Raum bieten. Er ist durch große Schaufenster von der Straße einsehbar. Die Erreichbarkeit mit öffentlichem Personennahverkehr ist durch die Straßenbahn 21 gegeben (Haltestelle Rebstöcker Straße, Fußweg 6 Min.). Am gleichen Tag wurde das in der Römerstadt liegende viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus an der Hadrianstraße 1-19 besichtigt, das 1927/28 nach einem Entwurf Ernst Mays entstand. Es hat eine dem Straßenverlauf folgende, gebogene Frontlinie und fällt vor allem durch die an den Enden halbkreisförmig gerundeten Fassaden auf, die dem Bau eine dynamische Erscheinung verleihen. Die Erreichbarkeit mit öffentlichem Personennahverkehr wird durch die Station Römerstadt der U 1 gewährleistet, die unmittelbar nebenan liegt (Fußweg 1 Min.). In den Erdgeschossen befinden sich neun Ladenlokale mit großen Schaufenstern, von denen eins zur Gaststätte umgewandelt wurde. Im Gegensatz zu den Läden in der Siedlung Hellerhof sind hier zur Zeit alle Objekte vermietet, davon zwei mit in diesem Jahr neu abgeschlossenen Verträgen. Allerdings lässt die Erfahrung mit Vermietungen in dieser Lage und mit der Fluktuation in diesem Gebäude erwarten, dass in 1-2 Jahren spätestens wieder ein Laden zur Verfügung steht. Die Flächen der Objekte liegen im Schnitt bei ca. 70 qm einschließlich der Nebenräume. Die ABG ist gebeten worden, solche Objekte vor einer Neuvermietung dem DAM für die Ausstellung "Neues Frankfurt" anzubieten.
- Der bessere Standort: Römerstadt Das DAM, die Martin-Elsaesser-Stiftung und die Ernst-May-Gesellschaft stimmen darin überein, dass unter den beiden Standorten der Römerstadt unbedingt der Vorzug zu geben ist, selbst wenn auf ein geeignetes Ladenlokal gewartet werden muss. Die Römerstadt war bereits in den 1920er Jahren die Vorzeigesiedlung des Neuen Frankfurt, in der der so wichtige Zusammenhang mit der Landschaft auch heute noch gut erfahrbar ist. Sie liegt an der Niddaaue, um die herum vier Siedlungen des Neuen Frankfurt gruppiert sind (Höhenblick, Römerstadt, Praunheim, Westhausen). Diese können von der Hadrianstraße aus zu Fuß im Zusammenhang besichtigt werden. Wird die Ausstellung hier eingerichtet, kann sie als ein mit der U-Bahn direkt erreichbares Portal funktionieren, das einige der wichtigsten Siedlungen für Besucher erschließt. In einer Fußwegentfernung von 5 Min. befindet sich das von der Ernst-May-Gesell-schaft betriebene Ernst-May-Haus (Im Burgfeld 136), das als Hausmuseum funktioniert. In der Koppelung der geplanten ständigen Ausstellung mit dem nahe gelegenen Ernst May-Haus liegt das entscheidende Potential, das die Attraktivität beider Einrichtungen entsprechend stärken wird. Zukünftige Besucher und Besuchergruppen werden zuerst die Ausstellung besuchen, um Überblicksinformationen über das gesamte Neue Frankfurt zu bekommen. Anschließend bietet es sich an, das Ernst-May-Haus zu besichtigen, um dort das Beispiel einer damaligen Familienwohnung mit Garten in Originalgröße kennen zu lernen. Nicht zuletzt liegen auch die 1926 errichteten Privathäuser Ernst Mays und Martin Elsaessers in erreichbarer Nähe (15 Min. Fußweg durch die Niddaaue), die zwar nicht zu besichtigen sind, die aber auch mit den von der Straße einsehbaren Fassaden einen Eindruck von typischen Varianten der Moderne des Neuen Frankfurt vermitteln.
- Originale und sekundäre Medien in der Ausstellung Die Ausstellung vermittelt einen einladenden Überblick und erreicht das nicht mit originalen Objekten aus der Vergangenheit, sondern ausschließlich mit sekundären Medien von heute. Die Begegnung mit dem Original bleibt dem rekonstruierten Ernst-May-Haus vorbehalten, bzw. sie erschließt sich den Besuchern durch die anschließende Besichtigung der real existierenden Siedlungen vor der Tür des Ausstellungsladens.
- Zentrales Modul der Ausstellung Die Ausstellung soll mit Hilfe zeitgemäßer digitaler Medien konzipiert und gestaltet sein, die interaktiv sind und dadurch für alle Altersgruppen anziehend sind. Für behinderte Besucher ist ein barrierefreier Zugang zu schaffen. Als attraktive zentrale Installation sollte es daher einen großen interaktiven Tisch geben, um den bis zu 20 Personen herum stehen können, so dass ganze Gruppen gemeinsam ihr "Briefing" erhalten können. Ausgangspunkt soll eine auf dem Tisch präsentierte Darstellung des Weichbilds der Stadt Frankfurt sein, in der der Kranz der 1925-32 entstandenen Siedlungen erkennbar ist. Die Darstellung der ganzen Stadt (in der Ausdehnung um 1930) ist auch deshalb wichtig, weil nur so das Neue Frankfurt als umfassendes Modell einer Großstadt der Moderne anschaulich gemacht werden kann. Eine entsprechende Anordnung ist alternativ als dreidimensionales Reliefmodell möglich, das mit Projektionen bespielt wird oder als Satellitenfoto auf einem liegenden Bildschirm, der als Touchscreen funktioniert. Die interaktive Navigation erlaubt es dann, von der allgemeinen Ebene in weitere Ebenen und zu speziellen und detaillierteren Informationen vorzudringen (Plan oder Luftbild der einzelnen Siedlung, Textinformation, historische Fotos aus der Siedlung und aus den Häusern und Gärten usw.).
- Weitere Module der Ausstellung: Modelle und Themenwände Je nach zur Verfügung stehender Fläche kann eine Auswahl von Holzmodellen einzelner Siedlungen und Bauten des Neuen Frankfurt auf Podesten präsentiert werden. Die meisten Modelle sind in der Sammlung des DAM vorhanden oder können als Dauerleihgabe der Martin-Elsaesser-Stiftung gezeigt werden, ergänzende Stücke wären eventuell neu herzustellen. In Kooperation mit Architekturfakultäten an Hochschulen, die über Modellwerkstätten verfügen, kann dies zu geringen Kosten geschehen. So sind auch die Modelle der beiden DAM Ausstellungen über Martin Elsaesser (Ende 2009) und Ernst May (Sommer 2011) entstanden. Je nach vorhandener Wandfläche können Themenwände bzw. größere Thementafeln installiert werden, die bestimmten Aspekten des Neuen Frankfurt gewidmet sind: "Eine Großstadt rüstet sich für die Moderne" / "Ernst May und Martin Elsaesser" / "Mitarbeiter des Neuen Frankfurt" / Die Zeitschrift "Das Neue Frankfurt" / "Vorfertigung, Plattenbauweise" / "Design, Frankfurter Register" / "Die Wohnung für das Existenzminimum" / "Ende des Neuen Frankfurt, Emigration der Akteure" usw.
- Sonstiges im Ausstellungsraum, Büro, Service Tresen mit Kasse, Telefonanlage, Auslage von Flyern, Broschüren, Literatur, auch zum Verkauf / Leseplatz für Besucher / stapelbare Sitzgelegenheiten / Vorrichtung zur Lichtdämpfung, sodass das zentrale Modul nicht durch Sonnenlichtblendung gestört ist / Nebenraum als Büro mit Computerarbeitsplatz / Mini-Teeküche / Garderobe / WC / Putzraum / nach Möglichkeit: Kellerraum mit Abstellfläche
- Trägerschaft der Einrichtung, laufender Betrieb, Betreuung Als Produzent und Betreiber der Ausstellung ist das Deutsche Architekturmuseum denkbar. Voraussetzung ist, dass das normale Budget DAM weder mit der Renovierung und dem Ausbau der Räume, noch mit der Planung und Herstellung der Ausstellung und auch nicht mit den Kosten des laufenden Betriebs belastet wird. Der laufende Betrieb mit Besuchern erfordert feste Öffnungszeiten und eine Besetzung mit kompetentem Personal, das in der Lage ist, in deutscher und englischer Sprache Auskunft zu geben und Einführungen in die Ausstellung zu geben (z. B. Studenten der Kunstgeschichte oder der Architektur im Werkvertrag). Die Öffnungszeit sollte 25 Stunden, die auf mindestens drei Werktage und das Wochenende verteilt sind, nicht unterschreiten. Auch regelmäßige Reinigung ist vorzusehen.
- Arbeitsschritte - ein geeigneter Laden in der Hadrianstraße wird frei, Mietvertrag mit ABG - Ausführungsplanung der Ausstellungsmodule durch Kurator im Werkvertrag - Ausstellungsdesign durch Ausstellungsgestalter - Freigabe der Mittel - Renovierung der Räume - eventuell: Rückbau der runden Glasfront (falls Objekt Hadrianstraße 19 frei wird) - Einbau der Ausstellung - Eröffnung 10.0 Kosten, grobe Schätzung Die im Folgenden genannten Beträge sind grobe Schätzungen, die lediglich einen Anhaltspunkt liefern sollen. Sie stehen somit unter Vorbehalt und sind nach der endgültigen Bestimmung des Standortes und der Räume und nach Überprüfung des Programms neu zu kalkulieren. 10.1 Anfangskosten, Schätzung 50-70 T€ Renovierung (Annahme zw. 700-1.000 € pro qm, je nach Vor-Zustand und Niveau des Ausbaus) 30 T€ Ausstellung, detaillierte Ausführungsplanung und Anschub-Organisation durch Kurator im Werkvertrag 15 T€ Ausstellung, Design und Bauleitung 40-70 T€ Ausstellung, Hardware (Geräte) und Software des zentralen Moduls 40 T€ Ausstellung, sonstige Module und Möblierung, Geräte 165-215 T€ Gesamtkosten eventuell: 70 T€ Rückbau der runden Glasfront (falls das Objekt Hadrianstraße 19 frei wird) 3 T€ 10.000 Exemplare Flyer zur Ausstellung (Entwurf, Redaktion, Grafik, Druck) 10.2 Laufende Kosten, Schätzung pro Jahr 17 T€ Ladenmiete 38 T€ Personal für Besucherbetreuung und Organisation (Annahme 50 Std. à 15 € pro Woche) 1 T€ (Tele-)Kommunikation 1 T€ Reinigung 55 T€ jährliche Kosten, Summe
- Finanzierung Eine süddeutsche Stiftung, die seit Jahren auf dem Feld des Bauens und Wohnens tätig ist, hat dem DAM die Bereitschaft signalisiert, einen Teil der reinen Ausstellungskosten zu übernehmen. Eine entscheidende Anschubhilfe für das Projekt könnte es sein, wenn die stadteigene ABG als Eigentümer der Räume die Renovierung auf eigene Rechnung übernimmt und bei den laufenden Kosten auf die reine Mietzahlung verzichtet.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 15. Februar 2012NRNR 232Das .neue bauen. in Frankfurt dauerhaft und der Bedeutung entsprechend präsentierenSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
- 3. Dezember 2012Sie sind hierBB 507Das .neue bauen. in Frankfurt dauerhaft und der Bedeutung entsprechend präsentierenMagistratsbericht
- 23. August 2013Antwort des Magistrats · nach 79 WochenBB 421Das .neue Bauen. in Frankfurt dauerhaft und der Bedeutung entsprechend präsentierenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf9 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, FDP, FREIE WÄHLER und RÖMER
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, Piraten und RÖMER
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE und SPD gegen FDP, FREIE WÄHLER und RÖMER (= Kenntnis) Sonstige Voten/Protokollerklärung: LINKE., Piraten, ÖkoLinX-ARL, NPD und REP (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU und GRÜNE gegen SPD, LINKE., FDP, Piraten und RÖMER (= Kenntnis) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FREIE WÄHLER (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE und SPD gegen LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, Piraten, RÖMER, ÖkoLinX-ARL, NPD und REP (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.