Stationäre medizinische Versorgung in Alten- und Pflegeheimen
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- Neue Feuerwehrzufahrten in der Nordweststadt17.09.2026 · V (Auskunftsersuchen)
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Bericht des Magistrats vom 16.09.2019, B 341
Betreff: Stationäre medizinische Versorgung in Alten- und Pflegeheimen Vorgang: A 507/19 FDP Zu
- Anhand der dem Magistrat vorliegenden Rückmeldungen wird die ärztliche Versorgung in Frankfurter Alten- und Pflegeheimen insgesamt als gut bewertet. Zu
- Die Alten- und Pflegeheime in Frankfurt am Main verfügen nicht über separate Be handlungsräume. Die Visiten der Ärztinnen und Ärzte finden in den jeweiligen Bewohnerzimmern statt. Zu
- Die Haus- und Fachärzte visitieren die Bewohnerinnen und Bewohner i. d. R. in deren Bewohnerzimmer. Zu
- Das Hufeland-Haus "Diakonisches Netzwerk sozialer Dienste" hat nach eigenen Angaben eine Kooperationsvereinbarung mit Hausärzten und einem Zahnarzt. Zu
- Eine Praxis für Psychiatrie/Psychotherapie befindet sich im Haus des Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrums. Des Weiteren gibt es eine Kooperation mit der Vitos Klinik Bamberger Hof. Die stationäre Altenpflegeeinrichtung Julie-Roger-Haus bietet bei Bedarf für ihre Bewohner/innen eine Psychotherapie an. Eine psychotherapeutische Begleitung, bzw. die Möglichkeit eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, besteht zudem für die Bewohner/innen des Altenzentrums der jüdischen Gemeinde sowie der Henry und Emma Budge-Stiftung, Seniorenwohnanlage und Pflegeheim. Eine gerontopsychiatrische Sprechstunde findet im Hufeland-Haus "Diakonisches Netzwerk sozialer Dienste" statt. Zudem befindet sich die Klinik für Geriatrie des Sankt-Katharinen-Krankenhauses im Haus. Aussagen darüber, wie diese Angebote von den Bewohner/innen wahrgenommen werden, liegen dem Magistrat nicht vor. Mit dem Forschungsprojekt DAVOS (Depression im Altenpflegeheim: Verbesserung der Behandlung durch ein gestuftes kollaboratives Versorgungsmodell) wird ein innovatives Case Management-Programm in Altenpflegeeinrichtungen eingeführt, das die Therapie der Depression verbessern soll. An der Untersuchung nehmen alle stationären Altenpflegeeinrichtungen in Trägerschaft der Diakonie und des Frankfurter Verbands teil (laut Projektbeschreibung zehn Frankfurter stationäre Altenpflegeeinrichtungen mit einer Gesamtzahl von über 1.250 Pflegeplätzen). Laut verschiedener Projektbeschreibungen soll:
- Ein innovatives Case Management-Programm in Altenpflegeeinrichtungen eingeführt werden, das die Therapie der Depression verbessern soll.
- Ein zentraler Bestandteil des Programms sind die "Depression Case Manager". Es handelt sich hierbei um eine von der Heimleitung benannte und in dem jeweiligen Heim tätige Pflegefachkraft, die von einem Teil ihrer sonstigen Aufgaben in der Pflege freigestellt wird (10 h/Woche). Sie erfüllt folgende Aufgaben: 1. Kontaktperson für Studienteilnehmer, Studienpersonal, Haus- und ggf. Fachärzte und Psychotherapeuten 2. Erfassung der individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Studienteilnehmer 3. Erstellung eines Behandlungsplans in Kooperation mit behandelnden Ärzten und der "psychotherapeutischen Sprechstunde" 4. individuelle Koordination der Behandlungsmodule 5. Monitoring der Behandlung und ggf. Initiierung einer Anpassung.
- Bei Probanden, die eine Depression aufweisen, werden schließlich psychotherapeutische Einzelgespräche durchgeführt und es werden psychotherapeutische Depressionsgruppen gebildet. Zur Lebensfreude der Heimbewohner/innen beitragen und damit Depressionen entgegenwirken kann auch das Projekt "Generationsbrücke Deutschland" (https://generationsbruecke-deutschland.de), das Begegnungen zwischen Kita-Kindern und Heimbewohner/innen vermittelt. Mittlerweile bundesweit verbreitet, bietet es Schulungen für Fachleute aus Altenpflegeheimen und Kitas an, bei denen der genaue Ablauf sowie mehrere Methoden der Begegnung zwischen den Gruppen vermittelt werden. Es wird eine dauerhafte Kooperation zwischen zwei Einrichtungen gefördert, bei denen alle zwei bis vier Wochen die Kita-Kinder zur Begegnung in das Pflegeheim kommen. Dort wird gemeinsam gebastelt, gesungen und gesprochen. In Frankfurt am Main existiert bereits in vier Einrichtungen eine Generationsbrücke. Die Paare bestehen aus dem Kinderzentrum Gerhart-Hauptmann-Ring und dem Domicil Hammarskjöldring, der Kita Europagarten und der Johanna-Kirchner-Anlage, der Kita KiFaz und dem August-Stunz-Zentrum sowie dem Markuskindergarten und dem Altenpflegeheim Bockenheim. Die Resonanz bei den Beteiligten ist sehr positiv. Das Gesundheitsamt hat die Leitungsfunktion und Koordination für die Umsetzung des Projektes "Generationsbrücke" in der Stadt Frankfurt am Main übernommen. Zu 6. Ja, die Alten- und Pflegeheime verfügen über barrierefreie Zugänge. Zu 7. Aussagen darüber, wie die Angebote der Beratungsstellen (mit einem speziellen Beratungsangebot für Senioreninnen und Senioren) sowie der anderen Drogenhilfezentren bzw. Drogenberatungsstellen in Anspruch genommen werden, können bislang nur auf der Grundlage der Computergestützten Basisdokumentation der Suchthilfe in Hessen (COMBASS) getroffen werden: So waren im Jahr 2017 7 % des Klientels der Suchthilfe in Frankfurt am Main 60 Jahre und älter. Im Rahmen des Kooperationsprojekts des Drogenreferats mit dem Jugend- und Sozialamt "Sucht im Alter" finden in einem ersten Schritt Schulungen der Mitarbeitenden in der stationären und ambulanten Altenhilfe durch Fachkräfte der Suchthilfe statt. Nach den Schulungen bietet die Suchthilfe in einem nächsten Schritt als weitere Module Beobachtungsbögen, Fallbesprechungen und Einzelfallberatungen an. Im stationären Bereich berät und begleitet in 90 bis 95 Prozent der Fälle ein Mitarbeiter der evangelischen Suchtberatung im Anschluss an die Fallbesprechungen die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner. Im ambulanten Altenhilfebereich werden Fallbesprechungen und Einzelfallberatungen von der Stiftung Waldmühle/Evangelischer Verein für Innere Mission angeboten. Bislang zeigte sich, dass es einen hohen Bedarf an Unterstützung und Entlastung der Fachkräfte der Altenhilfe durch Mitarbeitende der Suchthilfe gibt. Die Integrative Drogenhilfe (IDH) plant in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Verband eine Pflegeeinrichtung mit 10-12 Plätzen für ältere Drogenabhängige. Ein derartiges Angebot im Bereich legaler Süchte auch für ältere Menschen zu konzipieren, wäre als Ergänzung zu den speziellen ambulanten Beratungs- und Hilfsangeboten sinnvoll. Zu 8. Im November 2016 startete im Rahmen des Kooperationsprojekts des Drogenreferats und des Jugend- und Sozialamtes "Sucht im Alter" das Pilotprojekt, in dessen Rahmen Schulungen von Mitarbeitenden der Altenhilfe/Altenpflege durch Fachleute der Suchthilfe/Suchtberatung erstellt und erprobt wurden. Wie bereits oben dargestellt, wurde ein Schulungskonzept mit unterschiedlichen Modulen entwickelt. Das Angebot beinhaltet, dass Mitarbeitende der Altenhilfe bei problematischen Fällen in ihren Einrichtungen Fachkräfte der Suchthilfe unterstützend einbeziehen können. Seit Januar 2017 bieten Mitarbeitende der Evangelischen Suchtberatung und der Stiftung Waldmühle/Evangelischer Verein für Innere Mission Schulungen in stationären und ambulanten Einrichtungen des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe e.V. an und sind an Fallbesprechungen beteiligt. Im ambulanten Bereich schult die Beratungsstelle Sucht im Alter (Stiftung Waldmühle) Mitarbeitende des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe e.V. Seit dem Start der Schulungen im Januar 2017 beschäftigten sich in sieben Veranstaltungen zirka 105 Mitarbeitende mit unterschiedlichen Qualifikationen (Pflegefachkräfte, Pflegehelferinnen und Pflegehelfer, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter) mit suchtspezifischen Fragen. Neben der praxisrelevanten Fortbildung werden die Mitarbeitenden dabei unterstützt, Beratung, Betreuungen und Behandlungen einzuleiten. Die Schulungen werden auch weiterhin für Mitarbeitende der Altenhilfe durchgeführt. Weitere Schulungen sind angefragt. Im stationären Bereich finden die Schulungen, Fallbesprechungen und die Einzelfallberatungen in drei Altenpflegeeinrichtungen des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe e.V. statt (Interkulturelles Altenhilfezentrum Victor-Gollancz-Haus, Sozial- und Rehazentrum West, Heinrich-Schleich-Haus). Die evangelische Suchtberatung schulte bei zwei Terminen bis November 2018 zunächst die Leitungskräfte des Interkulturellen Altenhilfezentrums Victor-Gollancz-Haus (zirka 12 Teilnehmende). Anschließend folgten drei Schulungen für zirka 22 Mitarbeitende des Altenzentrums, die direkt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in Kontakt stehen. Auch in den beiden anderen Einrichtungen finden entsprechende Schulungen für die Leitungskräfte sowie die Mitarbeitenden mit direktem Bewohner/innenkontakt statt. Im ambulanten und stationären Bereich hat bereits eine Ausweitung der Schulungen/Fallbesprechungen und Einzelfallberatungen auf andere Einrichtungen der Altenhilfe stattgefunden. Im stationären Bereich durch die Einbindung von zwei weiteren Altenpflegeeinrichtungen des Frankfurter Verbandes für Alten- und Behindertenhilfe, im ambulanten Bereich durch die Ansprache weiterer Träger. Es ist beabsichtigt, das Thema Sucht im Alter in der Arbeitsgruppe auf Landesebene zur Umsetzung des Pflegeberufereformgesetzes (PflBG), Ausbildung/Curriculum, einzubringen, damit das Thema in das Ausbildungscurriculum der Pflegeberufe integriert werden kann. Es ist weiterhin beabsichtigt, die Schulungen, Fallbesprechungen und die Einzelfallberatungen weiterhin in der Altenhilfe durchzuführen. Zu 9. Die Maßnahmen und Angebote im Frankfurter Programm "Würde im Alter - Ambulant", jetzt "Zugehende Beratung, Begleitung und Betreuung zu Hause", werden im ambulanten Bereich der Altenhilfe durchgeführt. Die älteren Personen, die ambulant versorgt werden beziehungsweise in der eigenen Wohnung leben, erhalten dort die entsprechende Hilfe und Unterstützung. Eine Ausweitung in den stationären Bereich der Altenhilfe gibt es nicht. Des Weiteren werden Maßnahmen und Angebote innerhalb von Projekten durchgeführt, die im Rahmen des Frankfurter Programms "Würde im Alter - Stationär" zukünftig zu sieben Querschnittsthemen (Sucht im Alter, Gewalt in der Pflege, Psychische Erkrankungen, Palliative Betreuung, Interkulturalität/Migration, Inklusion, Diversität) gefördert werden. Zu 10. Nein, sog. Videosprechstunden werden in Frankfurter Alten- und Pflegeheimen bislang nicht angeboten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 14. Juni 2019AA 507Stationäre medizinische Versorgung in Alten- und PflegeheimenSTVV-Anfrage · FDP
- 16. September 2019Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 341Stationäre medizinische Versorgung in Alten- und PflegeheimenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf17 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
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Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE. und FDP gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und FRANKFURTER (= Kenntnis)