Ausbau des Fernwärmenetzes
Zusammenfassung
Im Bericht wird die Strategie zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Frankfurt vorgestellt, die auf dem Ausbau des Fernwärmenetzes basiert. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien und Abwärme zu optimieren.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenBericht
Im Rahmen der Beteiligung an dem EU-Projekt Hotmaps wird eine Strategie für Frankfurt zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung erarbeitet. Eckpfeiler für eine CO2-freie Wärmeversorgung ist dabei die Wärmeversorgung der Gebäude mit Fernwärme. Nur mit einem Verteilnetz ist es möglich große Abwärmequellen zu nutzen. Das geschieht seit 1967 durch die Nutzung der Abwärme der Müllverbrennung in der Nordweststadt. In Zukunft wird die Nutzung auch von Niedertemperaturabwärme eine wichtige Rolle spielen. Als Zwischenergebnis ist folgendes festzuhalten:
- Es wurden die Kosten für Gebäudesanierung und Ausbau der Fernwärme sowie Energieversorgung mit individuellen Heizungen betrachtet.
- Volkswirtschaftlich ist die Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien und Abwärme mit Fernwärme kostengünstiger umzusetzen als mit Einzellösungen (trotz hoher Leitungskosten).
- Die Deckung des Spitzenleistungsbedarfs im Winter stellt eine große Herausforderung dar. Hier gibt es eine Lücke, die nicht mit dem lokalen Potenzial an erneuerbaren Energien und Abwärme gedeckt werden kann. Alternativ muss der Gebäudebestand noch stärker saniert werden - was die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten erhöht. Das EU-Projekt, in dessen Rahmen auch ein Online-Tool zur Durchführung einer Wärme-und Kälteplanung für die EU-28 Städte entwickelt wurde, wird im September abgeschlossen sein. Die entwickelte Wärmestrategie soll dann den Stadtverordneten vorgestellt werden. Möglicherweise ist es sinnvoll der TU-Wien, die die Strategie entwickelt und ein Modell für den Wärmebedarf und die mögliche Wärmeversorgung der Gebäude in Frankfurt erstellt hat, einen Folgeauftrag zu erteilen, um die Ergebnisse zu vertiefen und noch intensiver mit Mainova abzustimmen. Die dafür erforderlichen Mittel müssten bei der TU-Wien erfragt werden und könnten über diesen Etatantrag zur Verfügung gestellt werden. Mainova ist bestrebt, dass Fernwärmenetz kontinuierlich weiter auszubauen und Potentiale zu erschließen. So wurde nach dem Zusammenschluss der einzelnen Fernwärmeinseln im Jahr 2017 im vergangenen Jahr 2019 ein weiterer Ausbauschritt zur Erweiterung des Fernwärme-netzes entlang des Alleenrings zur Versorgung der Frankfurt University of Applied Sciences erfolgreich abgeschlossen. Die Gestaltung des weiteren Fernwärmeausbaus untersucht Mainova medienübergreifend in einem sog. Energieentwicklungsplan, in welchem nach wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten die Netzentwicklung bis 2050 simuliert wird. Als Ergebnis soll eine Zielnetz-planung und zugehörige Erzeugungsinfrastruktur abgeleitet werden. Im Zuge des geplanten Kohleausstiegs verfolgt Mainova konsequent das Ziel, die CO2-Emissionen im Fernwärmesystem kontinuierlich zu reduzieren. Große Umbaumaßnahmen wie die Umstellung der beiden Kohleblöcke im HKW West und die Erweiterung des Fernwärmenetzes in der Innenstadt und im Ostend befinden sich in der vertiefenden Planung. Eine ebenfalls weitreichende Maßnahme bildet die mögliche Teildampfnetzumstellung in der Frankfurter Altstadt auf Heizwasser, welche ebenfalls aktuell untersucht wird. Der Ausbau der Netze folgt dem Ziel, eine flächendeckende Versorgung im Stadtgebiet anbieten zu können. Kommunale Liegenschaften als Ankerkunde könnten die Ausbauszenarien stützen, die wirtschaftlichen Voraussetzungen sowohl für den Kunden als auch für Mainova müssen jedoch im Einklang sein. Gerne würde Mainova den Anschluss des Frankfurter Zoos konkretisieren und eine Verdichtung um die Liegenschaft anstreben. Eine gute Gelegenheit für die Umstellung auf Fernwärme bieten die grundlegende Sanierung von Liegenschaften/Objekten, die Erneuerung oder Ertüchtigung der Heizungsanlagen sowie Verdichtungsaktionen im Rahmen von Leitungsbauprojekten. In diesem Fall werden die An-lieger/Eigentümer über die bevorstehende Fernwärme-Netzerweiterung von Mainova informiert und das Interesse an einem Anschluss und der Umstellung Ihrer Heiztechnologie auf Fernwärme abgefragt, um die Anschlüsse in die Leitungsbaumaßnahme integrieren zu können. Förderprogramme oder -maßnahmen können die z.T. investitionsintensive Umstellung von z.B. Erdgas/Öl auf Fernwärme für den Eigentümer attraktiver gestalten und einige Maßnahmen beschleunigen oder gar vorziehen. Hier können Förderprogramme durch die Stadt oder direkt durch das Klima-Partner Programm der Mainova Anreize für eine Anbindung an das Fernwärmenetz schaffen. Hierzu sollte eine Abstimmung der Stadt mit Mainova erfolgen wie und in welcher Höhe eine Förderung gewährt werden kann. Die direkte Einspeisung von z.B. Abwärme aus Rechenzentren (RZ) in die Fernwärme gestaltet sich jedoch in der Regel schwierig. Zum einen wegen der räumlichen Entfernung, zum anderen dadurch, dass die Abwärme von einem Temperaturniveau von ca. 30°C auf ein Niveau von über 100°C gebracht werden müsste. Dazu sind aufwändige Wärmepumpenanlagen erforderlich. Einfacher wäre es, wenn RZ die Rechnerbauteile direkt mit Wasser statt mit Luft kühlen würden (wie im Cloud and Heat RZ im Eurotheum). Dann stünde die Wärme mit 65°C zur Verfügung und könnte deutlich effizienter auf das erforderliche Temperaturniveau gebracht werden. Durch die Erstellung eines Abwärmekatasters durch das Energiereferat der Stadt Frankfurt im Jahr 2018 wurden die Voraussetzungen geschaffen, Abwärmequellen in Frankfurt zu identifizieren und daraus Projekte zu entwickeln. Eine Alternative zum unmittelbaren Anschluss an das Fernwärmenetz bilden innovative Quartierslösungen. Mehrere Gebäude werden hierbei zu "Inselnetzen" zusammengefasst und die Erzeugung durch die Kombination verschiedener u.a. erneuerbarer Technologien sichergestellt, um die Wärmeversorgung zunehmend emissionsarmer zu gestalten. Der Zusammenschluss von Quartieren und Siedlungen steigert in der Folge die Chancen, diese Inseln in das Fernwärmesystem zu integrieren. In dieser Konstellation prüft Mainova regelmäßig, inwieweit sich innovative Lösungen aus z.B. der Abwärmenutzung von Rechenzentren mit einer klassischen Versorgung aus Fernwärme oder dezentraler Anlagen (BHWK) kombinieren lassen. Mainova steht hierzu in engem Austausch mit dem Energiereferat der Stadt Frankfurt. Für ein Modellquartier im Gallus wird aktuell ein dementsprechendes Konzept erstellt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 20. Februar 2020EE 175Produktbereich: 22 Umwelt Produktgruppe: 22.04 Energie und Klimaschutz Ausbau des FernwärmenetzesEtatantrag · FDP
- 15. Juni 2020Sie sind hierBB 273Ausbau des FernwärmenetzesMagistratsbericht
- 17. August 2020OFOF 610/12Grundschule Riedberg mit sicherer FernwärmeOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 28. August 2020OMOM 6447Grundschule Riedberg mit sicherer FernwärmeDirektanregung
- 27. November 2020Antwort des Magistrats · nach 40 WochenSTST 2052Grundschule Riedberg mit sicherer FernwärmeStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE. und FDP gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: SPD, CDU, GRÜNE, LINKE., FDP und U.B. gegen BFF (= Zurückweisung); Die PARTEI (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Annahme bei Enthaltung ÖkoLinX-ARL
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, FDP, BFF und FRAKTION gegen LINKE. (= Kenntnis als Zwischenbericht) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRANKFURTER (= Kenntnis)