Schul-SMS an Frankfurter Schulen
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Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 20.04.2009, B 250
Betreff: Schul-SMS an Frankfurter Schulen Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 29.01.2009, § 5200 - NR 987 FDP, B 799/08 - Programm "Schul-SMS" Das Programm "Schul-SMS" ermöglicht Schulen das Versenden von Kurzmitteilungen, die sowohl den Massenversand von Textnachrichten als auch individuelle Nachrichten umfassen können. Die Kosten (Verhandlungsbasis) belaufen sich laut telefonischer Auskunft des auf dem Markt dominierenden Produktanbieters jackMobile GmbH auf einmalige Anschaffungsgebühren von 800 Euro bis 1000 Euro pro Schule und auf 0,15 Euro pro SMS. Gemäß der Produktbeschreibung (http://www.jackmobile.de) liegt der Fokus des Programms auf der zeitnahen und aktuellen Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus im Allgemeinen. Im Speziellen kann das Melden von Schulschwänzerinnen und Schulschwänzern als ein möglicher Bestandteil erachtet werden. Allerdings stellt dies nicht zwangsläufig das primäre Ziel des Programms dar. Erfahrungswerte aus Dortmund Da dem Magistrat keine Evaluationsberichte des Schulamtes für die Stadt Dortmund bzw. des dortigen Schulverwaltungsamtes vorliegen, wurden zwei Schulen in Dortmund kontaktiert, von welchen bekannt ist, dass sie über Erfahrungen mit dem Programm "Schul-SMS" verfügen. Vor diesem Hintergrund beschreiben die nachstehenden Erfahrungswerte subjektive Eindrücke und sind nicht als repräsentative Ergebnisse zu bewerten. Hauptschule "In der Landwehr" Der Schulleiter der Hauptschule "In der Landwehr" berichtet, dass es ein Modellprojekt mit dem Programm "Schul-SMS" in der Vergangenheit gegeben habe, dies allerdings nicht fortgeführt worden sei. Die Schule habe sich aufgrund des aus ihrer Sicht hohen Bedarfs an Programmpflege (z.B. rasante Änderung von Handynummern und Aktualisierung der Daten) gegen die Fortführung entschieden. Hauptschule Dortmund-Derne Die Hauptschule Dortmund-Derne nutzt seit dem Jahre 2003 das Programm "Schul-SMS". Im Zuge eines Telefonats berichtet der Schulleiter, dass die Einführung des Programms nicht vorrangig in einem Zusammenhang stand mit Schulmüdigkeit bzw. Schulschwänzen. Vielmehr habe der Unfall einer Schülerin und die Nichterreichbarkeit ihrer Eltern zu Überlegungen geführt, auf welchen Wegen Eltern/Erziehungsberechtigte möglichst schnell kontaktiert werden könnten. Zwar würden Eltern/Erziehungsberechtigte auch über die unentschuldigte Abwesenheit ihrer Kinder informiert werden, im Vordergrund stünde allerdings die zügige Mitteilung über z. B. Unfälle, Verletzungen, Krankheiten sowie Elternabende. Der Schulleiter betont zum einen, dass er das Programm für die Hauptschule Dortmund-Derne als erfolgreich bezeichnen würde - insbesondere hinsichtlich schnellerer und verbesserter Kommunikationswege. Zum anderen macht er darauf aufmerksam, dass das Programm "Schul-SMS" in keinem Fall die persönliche Kommunikation oder z.B. Jugendhilfeangebote ersetzen kann. Aus seiner Sicht könne vermeidender Schulverweigerung im Sinne von starkem Schulschwänzen mit dem Programm nicht entgegen gewirkt werden. Einschätzungen und Empfehlungen gegen Schulschwänzen und Schulmüdigkeit Neben zahlreichen Veröffentlichungen von Anderen haben die Bertelsmann-Stiftung und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung gemeinsam Empfehlungen gegen Schulschwänzen und Schulmüdigkeit publiziert (http://bertelsmann-stiftung.de). Als Gemeinsamkeit gelungener Praxismodelle, die Schulverweigerung verhindern bzw. auffangen, werden u. a. die individuelle Förderung von Kindern sowie deren möglichst früher und rechzeitiger Beginn (Prävention) genannt. Dies können - um nur zwei Beispiele von vielen zu nennen - das Arrangieren von Neugier weckenden Lernsituationen für die Kinder und die professionelle Beratung von Eltern sein. Darüber hinaus werden im Zuge der Empfehlungen das Ermöglichen von Erfolgserlebnissen, die Öffnung der Schule für Praxis und Leben der Schülerinnen und Schüler sowie die Kooperation mit außerschulischen Lernorten hervorgehoben. Es wird u.a. die Notwendigkeit an Kommunikations-, Erfahrungs- und Experimentierräumen mit interessanten und attraktiven Angeboten für Schülerinnen und Schüler betont. Denkbar sind hier beispielsweise Ganztagsschulangebote, die das Entdecken der Stärken der Schülerinnen und Schüler begünstigen und die Förderung der Lernmotivation unterstützen. Um den multifaktoriellen Ursachen und der Vielfalt der Gründe für Schulverweigerung bzw. Schulmüdigkeit Rechnung zu tragen, haben sich darüber hinaus sozialpädagogische Angebote und Anlaufstellen in Schule und Stadtteil als sehr erfolgreich erwiesen. Hier sind zum einen (präventive) Angebote zu nennen, die von Anfang an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler einbeziehen. Zum anderen gilt es sog. "Risikokinder" an den Übergängen (z.B. vor dem Übergang aus der Grundschule in weiterführende Schulen) besonders zu beachten und zu betreuen. In Frankfurt am Main existieren bereits unterschiedliche Angebotsformate, die die zuvor genannten Empfehlungen berücksichtigen. So unterstützt der Magistrat bereits seit einiger Zeit beispielsweise den Ausbau von Ganztagsangeboten, von Sozialpädagogischen Kleinprojekten, von Jugendhilfeangeboten an Schulen sowie das ffm-Projekt. Aufgrund der vorherigen Ausführungen kommt der Magistrat zu dem Schluss, dass das Programm "Schul-SMS" nicht zweckmäßig erscheint, um nachhaltig der Schulverweigerung von Schülerinnen und Schülern entgegen zu wirken.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 16. Juli 2008NRNR 987Schul-SMS an Frankfurter SchulenSTVV-Antrag · FDP
- 28. November 2008BB 799Schul-SMS an Frankfurter SchulenMagistratsbericht
- 20. April 2009Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 40 WochenBB 250Schul-SMS an Frankfurter SchulenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FAG und Freie Wähler; FDP (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP und FAG Sonstige Voten/Protokollerklärung: Freie Wähler, REP und NPD (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.