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Entwicklung der Suizidzahlen in Frankfurt am Main nach Geschlecht in den Jahren 2010 bis 2025

Vorlagentyp: B
8 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren1 Sitzung

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Thema Gesundheit und Soziales verfolgen

Bericht

Die o.g. Fragen beantwortet der Magistrat wie folgt:

Zu

  1. Für die Jahre 2010 bis 2013 liegen keine Daten vor. Für die Jahre 2014 bis 2024 variiert die absolute Zahl der auf dem Frankfurter Stadtgebiet infolge eines Suizids verstorbenen Frankfurter Bürger:innen zwischen 65 und 80 Fällen pro Jahr. Für das Jahr 2025 stehen derzeit noch keine abschließenden Jahresdaten zur Verfügung. Zu
  2. Für die Jahre 2014 bis 2024 bewegte sich die Anzahl der auf dem Frankfurter Stadtgebiet durch Suizid verstorbenen Frankfurter Frauen zwischen 14 und 31 Fällen pro Jahr, bei den Frankfurter Männern lag die Zahl im selben Zeitraum zwischen 41 und 58 Fällen pro Jahr. Zu
  3. Die Zahl der Suizide unterlag im Zeitraum 2014 bis 2024 jährlichen Schwankungen, so dass sich kein eindeutiger, kontinuierlicher Trend ableiten lässt. Aufgrund der vergleichsweise geringen Fallzahlen sind Veränderungen zwischen einzelnen Jahren nur eingeschränkt aussagekräftig. Zu
  4. Suizidales Verhalten ist in der Regel auf ein komplexes Zusammenwirken verschiedener biologischer, psychischer, sozialer und situativer Faktoren zurückzuführen und lässt sich nicht auf einzelne Ursachen reduzieren. Zu
  5. Die wissenschaftliche Diskussion weist darauf hin, dass gesellschaftliche Rollenbilder und Geschlechternormen einen Einfluss auf das Gesundheits- und Hilfesuchverhalten haben können. Insbesondere wird diskutiert, dass eine starke Orientierung an traditionellen Männlichkeitsnormen mit einer geringeren Inanspruchnahme professioneller Unterstützung in Krisensituationen verbunden sein kann. Epidemiologische Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass Männer im Durchschnitt häufiger riskante Konsummuster in Bezug auf Suchtmittel aufweisen als Frauen. Der Konsum von Suchtmitteln kann psychosoziale, gesundheitliche, rechtliche und berufliche Problemlagen verstärken und zur Zuspitzung von Krisen einschließlich suizidaler Entwicklungen beitragen. Insbesondere missbräuchlicher Alkoholkonsum steht mit einem erhöhten Suizidrisiko in Zusammenhang. Ferner gehen Männer bei suizidalen Handlungen todbringender vor als Frauen. Zu
  6. Dem Magistrat liegen keine Erkenntnisse vor, wonach geschlechterpolitische Entwicklungen oder politische Schwerpunktsetzungen für sich genommen einen unmittelbaren Einfluss auf die psychische Gesundheit von Männern oder deren Suizidrisiko haben. Zu
  7. Grundsätzlich richten sich die meisten Präventions- und Unterstützungsangebote an alle Menschen. Daneben gibt es auch geschlechterspezifische Angebote: ... Für
    • a)Männer: Zu den speziellen Beratungs-, Informations- und Unterstützungsangeboten für Männer zählen beispielsweise das Informationszentrum für Männerfragen e. V., die Jungen- und Männerberatung der Caritas, "Männer stärken", ... Für
    • b)Frauen: Zu den spezifischen Unterstützungsangeboten für Frauen zählen zum Beispiel der Frauennotruf Frankfurt sowie die Beratungsstelle für Frauen der Diakonie Frankfurt. Zu
  8. Im Jahr 2014 wurde das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention (FRANS) als erstes regionales Netzwerk in kommunaler Verantwortung gegründet. Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere die Aufklärung und Entstigmatisierung des Themas Suizid, ... Die Initiative Movember sowie das Männerhilfetelefon. Zu
  9. Aus Sicht des Magistrats besteht weiterhin Handlungsbedarf: ... Suizidprävention ist eine langfristige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Wirkung sich in der Regel erst über einen längeren Zeitraum zeigt. Zu
  10. Der Magistrat betrachtet geschlechterspezifische Unterstützungsangebote für Frauen sowie Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit und Suizidprävention für Männer nicht als konkurrierende, sondern als sich ergänzende Bestandteile einer bedarfsgerechten Präventions- und Unterstützungslandschaft.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 17. Juni 2026AA 13Entwicklung der Suizidzahlen in Frankfurt am Main nach Geschlecht in den Jahren 2010 bis 2025STVV-Anfrage · AfD
  2. 14. August 2026Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 8 Wochen
    BB 246Entwicklung der Suizidzahlen in Frankfurt am Main nach Geschlecht in den Jahren 2010 bis 2025
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Inklusion
Sitzung 1 · 17.09.2026
TO I, TOP 21
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 246 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeVoltFDP
Ablehnung:
AfD
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, Linke, Volt, FDP, BFF-DFRA-FREIE WÄHLER und ÖkoLinX-ELF-PARTEI gegen AfD (= Zurückweisung)

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