Frankfurter Bündnis gegen Kinderarmut
Zusammenfassung
Der Bericht befasst sich mit dem Frankfurter Bündnis gegen Kinderarmut und skizziert die wesentlichen Entwicklungen und Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut in Frankfurt am Main. Hierbei wird die Notwendigkeit unterstrichen, gezielt auf die Bedarfe von armen Kindern und Jugendlichen einzugehen, um ihnen eine bessere soziale Teilhabe zu ermöglichen.
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E-Mail-Abo einrichtenBericht
3. Bericht zum Bündnis gegen Kinderarmut
Aktuelle Entwicklungen wie die zunehmenden Armuts- und Polarisierungsprozesse, die Verfestigung der Segregation bestimmter Personengruppen [1] sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs, aber auch die drohende Rezession machen besonders deutlich, wie wichtig es ist, im Rahmen der gesamtstädtischen Planung soziale Entwicklungsprozesse im Blick zu behalten und erforderliche Bedarfe in allen Arbeitsprozessen zu berücksichtigen. Dabei gilt es insbesondere, den Fokus auf von Armut bedrohte oder betroffene Kinder und Jugendliche zu richten, um ihre existenzielle Grundlage sowie ihre gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe zu sichern und ihnen damit gute Startchancen und eine stabile Entwicklungsperspektive zu ermöglichen.
Es folgt die Darstellung bzw. der Sachstand zu zentralen Elementen im Prozess Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut in Frankfurt am Main: 1 Strategiegruppe bearbeitete Zielsetzungen in Visionsworkshops
In den ersten beiden Visionsworkshops der Strategiegruppe (22.03.2024, 19.04.2024) wurden vorliegende Zielsetzungen im Rahmen der acht Lebenslagen (Netzwerk & Soziale Teilhabe, Demografie & Familie, Klima & Umwelt, Gesundheit & Ernährung, Bildung & Lernen, Erwerbstätigkeit & Arbeit, Einkommen & Vermögen, Wohnen & Wohnumfeld) priorisiert und gleichzeitig erste Ideen zur Umsetzung dieser Ziele in Form von Strategien ausgetauscht und diskutiert. Ergänzend wurden erste "Steckbriefe" erstellt, aus denen mögliche Strukturveränderungen sowie erste Angebotsideen hervorgehen.
2 Arbeitstagung am 28.06.2024
Als Einstieg in die Arbeitstagung erfolgten wissenschaftliche Impulse in Fachvorträgen folgender Referent:innen:
- Prof. Dr. Michael Klundt: "Gesellschaftspolitische Ursachen und Zusammenhänge der Kinderarmut"
- Dipl. Pol. Gerda Holz: "Kindbezogene Armutsprävention auf kommunaler Ebene"
Im Anschluss an die Vorträge wurde den Teilnehmer:innen der Arbeitstagung das Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut, seine Zielsetzung sowie die Organisationsstruktur durch die Amtsleitung des Jugend- und Sozialamtes (JSA) und dem Planungsbüro urbanista vorgestellt.
Es folgte die Bildung einzelner Arbeitsgruppen entlang der verschiedenen Lebenslagen. Diese Arbeitsgruppen setzten sich zusammen aus den Mitgliedern der Strategiegruppe sowie aus zusätzlichen Fachleuten, die in ihrem Berufsalltag inhaltlich zu den einzelnen Lebenslagen arbeiten. Arbeitsgrundlage waren hierbei priorisierte Zielsetzungen sowie Rückmeldungen aus den Fachämtern und erste Ansätze zu Strategien und Missionen im Rahmen der acht Lebenslagen (siehe hierzu oben: 1 Bearbeitung der Zielsetzungen in der Strategiegruppe in Visionsworkshops). Ziel war die Weiterentwicklung von Strategien und Maßnahmen sowie ihrer Umsetzung im Rahmen der jeweiligen Lebenslage. Abschließend wurden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und diskutiert.
3 Armutskonferenz am Samstag, 21.09.2024 auf dem Westendcampus der Goethe Universität
Zu den Teilnehmer:innen zählten neben den Mitgliedern der Strategiegruppe und den Fachleuten auch Bürger:innen, die sich für die Thematik interessierten und sich durch ihre weitere Teilnahme in das Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut einbringen wollen.
Oberbürgermeister Mike Josef und die Dezernentin für Soziales und Gesundheit Elke Voitl begrüßten die Teilnehmer:innen. Es folgten Fachvorträge von
- Prof. Dr. Rainer Forst (Goethe Universität Frankfurt)
- Thema: Soziale Armut als Versagen demokratischer Gerechtigkeit.
- Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Universität zu Köln)
- Thema: Kinder der Ungleichheit. Warum sich die Kluft zwischen armen und reichen Familien vertieft und was dagegen getan werden kann.
- Dipl. Pol. Gerda Holz
Thema: Kindbezogene Armutsprävention auf kommunaler Ebene - Gemeinsame Verantwortung und Gestaltung.
Im Anschluss an die Fachvorträge konnten interessierte Teilnehmer:innen in 8 Arbeitsgruppen mitwirken. In den Arbeitsgruppen wurden jeweils Impulse gesetzt zu verschiedenen Aspekten von Kinder- und Jugendarmut.
Zudem wurden die bisherigen Prozessergebnisse des Bündnisses gegen Kinder- und Jugendarmut interaktiv vorgestellt:
- Frankfurter Bündnis gegen Kinderarmut - Einführung und Verortung (urbanista, Doris Sibum).
- Kindbezogene Armutsprävention auf kommunaler Ebene (Dipl. Pol. Gerda Holz).
- Debatten über Kinderarmut als Teil der Polarisierungsproblematik (Prof. Dr. Michael Klundt).
- Betroffenenorientiert Forschen, aber wie? Empirische Blicke aus explorativen Forschungs- und Praxisprojekten (Prof. Dr. Christian Kolbe).
- Klassismus reflektieren - In der Arbeit mit Kindern und Familien (Dr. Anja Kerle).
- Kitas als Organisation armutssensibel gestalten (Jessica Prigge).
- Bildungsgerechtigkeit und Chancen für ALLE- Kinder u. Jugendliche in Frankfurt am Main (Maren Hullen & Linda Schäfer).
Nicht-Nutzung von Sozialleistungen und sozialer Infrastruktur - Ursachen und Hintergründe (Prof. Dr. Anne van Rießen).
Zum Rahmenprogramm der Armutskonferenz gehörten:
- Ganztägige Ausstellung zum Frankfurter Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut im Foyer.
- Theaterstück "Ernesto Hase hat ein Loch in der Tasche" vom Ensemble Material Theater. Das Stück zeigte eine kreative und kindgerechte Thematisierung von Armut für Kinder ab 6 Jahren.
- Für Familien: Spielmobil des Abenteuerspielplatz Riederwald e.V.
- Ganztätige Ausstellung Kinder Art! des Frankfurter Kinderbüros zur UN-Kinderrechtskonvention mit Werken zu den Themen Gesundheit, Bildung, Flucht und Krieg, Freizeit und Inklusion.
- Büchertisch mit Kinder- und Jugendbüchern sowie Fachliteratur zum Thema Armut.
- Es wurden ausgewählte Publikationen zum Kauf sowie kostenfreie Publikationen zum Mitnehmen angeboten.
4 Sachstand der Teilprojekte
4. 1 "Auf dem Weg zu einem lebenswerten Frankfurt für alle - neue Wege in der Sozialplanung zur Armutsbekämpfung in Frankfurt am Main am Beispiel Fechenheim"
Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt des Jugend- und Sozialamtes (JSA) und der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Frankfurt am Main (LIGA Frankfurt) mit der Zielsetzung, in besonders belasteten Sozialräumen die soziale Infrastruktur den aktuellen Herausforderungen entsprechend anzupassen. Zentrale Elemente in der Bearbeitung waren der ressortübergreifende Ansatz, der Lebenslagenansatz und der Sozialraumbezug.
Verfolgt wurde die Ermittlung einer Wissensgrundlage zu den 8 Lebenslagen für alle am Prozess Beteiligten - diese bestehend aus Problemwissen (Bedarfe) und Problemlösungswissen (Handlungsvorschläge). Damit konnte die Lebenssituation der Alleinerziehenden ermittelt werden. Gleichzeitig wurden notwendige Handlungsschritte abgeleitet.
Die Erarbeitung der Wissensgrundlage erfolgte: a) durch die Projektgruppe - bestehend aus von der LIGA Frankfurt benannten Fachleuten, die durch eigene Arbeitszusammenhänge in engem Kontakt zu Alleinerziehenden in Fechenheim stehen, der Leitung des Sozialrathauses Ost (SRH OST) und Kolleginnen aus der Jugendhilfe- und Sozialplanung sowie
b) durch das Forschungsprojekt des ISR (Institut für Stadt- und Regionalforschung der Frankfurt University of Applied Sciences). Hier wurden Alleinerziehende mittels der Methode "Planungskonferenzen" in den Prozess eingebunden.
Auf der Grundlage der Ergebnisse aus a) und b) ist eine gemeinsame Ableitung erforderlicher Strategie- und Maßnahmen durch das JSA und die LIGA Frankfurt vorgesehen.
Das Projekt gilt als Modellprojekt. Nach Abschluss erfolgt eine Einschätzung der möglichen Übertragbarkeit auf andere stark sozial belastete Sozialräume in Frankfurt am Main.
4.2 "Präventionsketten in Zeilsheim"
Zeilsheim wurde in das Landesprogramm: "Präventionsketten Hessen - Gelingendes Aufwachsen, Kinderrechte leben" aufgenommen. Das Programm wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales sowie der Auridis Stiftung. Die landesweite Koordination erfolgt durch die Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE). In Frankfurt am Main wird das Projekt durch das JSA und das Stadtgesundheitsamt umgesetzt. Die zentralen Zielsetzungen sind: o Förderung eines gesunden und gelingenden Aufwachsens der Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren.
o Stärkung der Kinderrechte unter Einbeziehung von Kindern, Eltern und Interessenvertretungen.
Vorgesehen ist die Einbindung armutsbetroffener Familien durch ein Forschungsprojekt des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der Frankfurt University of Applied Sciences. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse entwickeln Akteure aus dem Stadtteil passgenaue Strategien zur Verbesserung der Chancengleichheit und Teilhabe der Kinder. Am 29.11.2024 fand eine Kick-Off-Veranstaltung in Zeilsheim statt.
5 Sitzung der Strategiegruppe am 25.11.2024
Aufgrund der ermittelten Wissensbasis durch die Festlegung priorisierter Zielsetzungen sowie mittels Erstellung der "Steckbriefe" zu allen Lebenslagen (Netzwerk & Soziale Teilhabe, Demografie & Familie, Klima & Umwelt, Gesundheit & Ernährung, Bildung & Lernen, Erwerbstätigkeit & Arbeit, Einkommen & Vermögen, Wohnen & Wohnumfeld) verfügen die Mitglieder der Strategiegruppe über ein gemeinsames Problemverständnis sowie über mögliche Lösungsansätze zum Abbau der Kinder- und Jugendarmut in Frankfurt am Main. Auf dieser Grundlage erfolgt die Ausarbeitung erforderlicher Strategien und Maßnahmen innerhalb der acht Lebenslagen. Hierzu ordnen sich die Mitglieder der Strategiegruppe einzelnen Arbeitsgruppen mit den jeweiligen Lebenslagen zu.
6 Einrichtung einer Koordinierungsstelle
Die vorgesehene Koordinierungsstelle begleitet, unterstützt und koordiniert die einzelnen Arbeitsgruppen in der Ausarbeitung jeweiliger Strategien und Maßnahmen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 4. Oktober 2022NRNR 499Frankfurter Bündnis gegen KinderarmutSTVV-Antrag · fraktionsunabhängig
- 8. Januar 2024BB 15Frankfurter Bündnis gegen KinderarmutMagistratsbericht
- 22. Juli 2024BB 287Frankfurter Bündnis gegen KinderarmutMagistratsbericht
- 6. Januar 2025Sie sind hierBB 1Frankfurter Bündnis gegen KinderarmutMagistratsbericht
- 5. Februar 2025OFOF 527/8B 1 „Bündnis gegen Kinderarmut“ vom 06.01.2025Ortsbeiratsantrag · GRÜNE
- 20. Februar 2025VV 1139B 1 „Bündnis gegen Kinderarmut“ vom 06.01.2025Anfrage
- 25. April 2025STST 683B 1 „Bündnis gegen Kinderarmut“ vom 06.01.2025Stellungnahme
- 6. Juni 2025OFOF 575/8Kinder- und Jugendarmut im Ortsbezirk bekämpfenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 26. Juni 2025OMOM 7224Kinder- und Jugendarmut im Ortsbezirk bekämpfenDirektanregung
- 6. Oktober 2025STST 1701Kinder- und Jugendarmut im Ortsbezirk bekämpfenStellungnahme
- 23. März 2026Antwort des Magistrats · nach 181 WochenBB 106Frankfurter Bündnis gegen KinderarmutMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf18 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke und BFF gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, CDU, Linke, Volt, dFfm und fraktionslos gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung); FDP (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Annahme bei Enthaltung FDP
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Linke und FDP gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: SPD, CDU und Linke gegen GRÜNE (= Kenntnis als Zwischenbericht)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und FRAKTION (= Kenntnis)