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Gemeinsam gegen Einsamkeit - Frankfurter Besuchspaten-Broschüre

Vorlagentyp: B
16 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren2 Sitzungen

Zusammenfassung

Der Magistrat schlägt vor, die Erstellung einer gedruckten Broschüre zur Bekämpfung von Einsamkeit in Frankfurt am Main abzulehnen. Stattdessen soll eine digitale Plattform entwickelt werden, die präventive Angebote und Möglichkeiten zur Teilhabe für Senior:innen bündelt. Dies wird als nachhaltiger und effektiver erachtet, um die Zielgruppe besser zu erreichen.

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Thema Senioren verfolgen

Bericht

Der Wunsch nach einer aktuellen Broschüre, die alle relevanten Anbieter:innen erfasst, die übersichtlich gestaltet ist, Informationen leicht verständlich transportiert, ansprechend aufbereitet ist und eine breite Zielgruppe anspricht, ist sehr gut nachvollziehbar. Wer einer hilfesuchenden Person so eine Broschüre überreicht, hat oft das Gefühl, wirklich geholfen zu haben.

Das Frankfurter Gesundheitsamt, insbesondere die Abteilung Psychische Gesundheit, hat seit Jahren das Thema Einsamkeit im Fokus. Es gibt verschiedene Angebote und Veranstaltungen, die in der Broschüre "Gesund durch's Jahr" beworben werden. Diese liegt an öffentlichen Orten aus und soll dazu führen, die Menschen niedrigschwellig zu erreichen. Denn ein Verweis auf das Internet - gerade bei älteren Menschen - ist oft nicht ausreichend. Jedoch gibt es bei der Erstellung und Auslage einer Broschüre für Besuchsdienste Verschiedenes zu bedenken.

Die zentralen Punkte werden im Folgenden beschrieben: Zielgruppe

Der erste Blick gilt der Zielgruppe, der Hilfe zuteilwerden soll. Besuchsdienste sind eine wirkungsvolle und niedrigschwellige Möglichkeit, sozial isolierte Menschen zu erreichen und ihnen eine konstante Besuchsperson an die Seite zu stellen. Durch regelmäßige Ansprache, Austausch und Perspektivwechsel wird soziale Teilhabe wieder ermöglicht. Diese aufsuchende Arbeit ist da möglich, wo ein Bedarf erkannt wird.

Ein Kennzeichen isolierter Menschen ist, dass sie nicht selbst nach Hilfe fragen. Stattdessen werden sog. Multiplikator:innnen in ihrem Umkreis auf sie aufmerksam (z. B. Hausärzt:innen, Sozialarbeiter:innen, Ehrenamtliche, Nachbar:innen). Diese suchen nach einer Vernetzung mit einem Besuchsdienst. Das bedeutet, dass Besuchsdienste nicht bei Senior:innen allgemein oder isolierten Menschen speziell beworben werden müssen, sondern bei hauptamtlichen und ehrenamtlichen Personen, die regelmäßig mit (älteren) Menschen in Berührung kommen. Dieser Personenkreis der Helfenden ist zumeist digitalisiert und kann nach relevanten Angeboten online suchen oder sich telefonisch informieren. Somit sind hauptamtliche und ehrenamtliche Multiplikator:innen mit Quartiersbezug von größter Bedeutung für die Zielgruppe und die Angebotsvermittlung.

Die Altenarbeit der Stadt Frankfurt am Main verfügt durch die Sozialrathäuser, den ehrenamtlichen Dienst (bestehend aus 65 Sozialbezirksvorsteher:innen und ca. 260 Sozialpfleger:innen), den Seniorenbeirat, den Pflegestützpunkt, die Wohnberatung für barrierefreies Wohnen, die Leitstelle Älterwerden und die offenen Seniorentreffs über ein weites Netzwerk. Mit Hilfe dieses Netzwerkes können sowohl Multiplikator:innen als auch ältere und vor allem vulnerable Menschen in Frankfurt am Main gezielt beraten werden.

Angebote/Angebotsstruktur

Frankfurt am Main verfügt über ein ausgesprochen weites Spektrum von freien, wohlfahrtsstaatlichen und gewerblichen Angeboten für Senior:innen. Das hat zur Folge, dass es in Frankfurt am Main schwierig ist, die vielen Informationen zu kennen und zu navigieren.

Diese Fülle wirkt auf den ersten Blick überfordernd und unterstützt die Idee, alle Angebote in einer übersichtlichen Broschüre, in der scheinbar alles erfasst ist, zu strukturieren. Die Erfahrungen mit der Erstellung von Broschüren innerhalb dieses Angebotskreises hat gezeigt, dass dies nicht mehr umsetzbar ist. Jede neue Broschüre, jeder neue Flyer trägt zur Informationsflut bei.

Das Erstellen einer gedruckten Broschüre ist nicht nur eine sehr aufwändige und kostspielige Aufgabe, sie ist vor allem kurzlebig. Es gilt, relevante Projekte und deren Träger zu identifizieren. Angaben, Kontaktinformationen und Darstellungsweise müssen mit den Trägern abgestimmt werden. Viele Begleitprojekte sind auf Zuschussförderung angewiesen. Das bedeutet, dass diese Projekte unterschiedliche Laufzeiten haben und einen Wechsel an Projektpersonal mit sich bringen. Somit ist die Gefahr groß, dass eine gedruckte Broschüre schnell veraltete Informationen enthält. Der Magistrat spricht sich daher gegen eine Broschüre aus.

Der Weg für Frankfurt am Main

Die Stadt Frankfurt am Main verfolgt das Ziel, präventive Angebote, Möglichkeiten zur Teilhabe und zum sozialen Austausch und ehrenamtlicher Mitarbeit, sowie Beratungsangebote in einer digitalen Plattform gesammelt darzustellen.

Die Frankfurter Plattform 55+ bietet eine strukturierte Übersicht über Besuchsdienste, Projekte und Angebote für Senior:innen. Die Frankfurter Plattform 55+ ist durch die Zusammenarbeit der verschiedenen, beteiligten Institutionen und Organisationen gut vernetzt. So können die Angebote und Dienstleistungen bestmöglich auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt werden. Die Plattform wird stets weiter ausgebaut und durch die anbietenden Organisationen laufend aktualisiert. Netzwerkpartner:innen haben die Möglichkeit, auf ihr Angebot aufmerksam zu machen.

Menschen, die den Umgang mit der Plattform 55+ erlernen möchten, können sich an die 21 niedrigschwelligen Digitalisierungsberatungs- und Bildungsstätten in Frankfurt am Main wenden. Somit bietet die Plattform 55+ eine leicht zugängliche und zuverlässige Informationsquelle. Die oben beschriebenen und notwendigen Multiplikator:innen haben hiermit die Möglichkeit, Hilfsangebote und Informationen für ihre Klient:innen zu finden und sie Adressat:innen gerecht zu vermitteln.

Als analoge Informationsquelle erscheint das Magazin "Stadt Frankfurt im Blick" viermal jährlich und wird an 500 Stellen im Stadtgebiet ausgelegt.

Der Magistrat hält Investitionen in die Stärkung und Verzahnung der bereits vorhandenen Instrumente (Plattform 55+ und Multiplikator:innen-Netzwerke) für zielführender und langlebiger als eine Broschüre über alle Quartiere von Frankfurt am Main hinweg.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 22. Januar 2025NRNR 1103Gemeinsam gegen Einsamkeit - Frankfurter Besuchspaten-BroschüreSTVV-Antrag · CDU
  2. 12. Mai 2025Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 16 Wochen
    BB 171Gemeinsam gegen Einsamkeit - Frankfurter Besuchspaten-Broschüre
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 37 · 17.06.2025
TO I, TOP 15
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 171 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDLinkeFDPBFF-BIGAfDVolt
Ablehnung:
CDU
Sonstige:
ÖkoLinX-ELF (Kenntnis)FRAKTION (Kenntnis)Gartenpartei (Kenntnis)Stadtv. Bäppler-Wolf (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD und Volt gegen CDU (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF, FRAKTION, Gartenpartei und Stadtv. Bäppler-Wolf (= Kenntnis)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 42 · 03.07.2025
TO I, TOP 6
Zur Kenntnis
a) Die Vorlage B 171 dient zur Kenntnis. b) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Fischer, Schulz-Nurtsch, Dalhoff, Yilmaz und Momsen dienen zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu a)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeFDPBFF-BIGAfDVoltFRAKTIONGartenpartei
Ablehnung:
CDU
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu a) GRÜNE, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, FRAKTION und Gartenpartei gegen CDU (= Zurückweisung)

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