(K)Einzelfall: Rassismus bei Kontrollen der Polizei und der VGF
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Anfrage gem. § 18 (3) GOS vom 07.11.2012, A 243
Betreff: (K)Einzelfall: Rassismus bei Kontrollen der Polizei und der VGF Vorgang: Zwischenbescheid des Magistrats vom 07.12.2012 Die Frankfurter Rundschau berichtete vom Fall unseres Mitbürgers Derege Wevelsiep. Er wurde mit seiner Familie von Kontrolleuren laut Pressebericht mit den Worten "Ihr seid hier nicht in Afrika" rassistisch gedemütigt und anschließend von vier Polizistinnen und Polizisten geduzt, beleidigt, gefesselt, verprügelt und bewusstlos ohne Hilfeleistung liegengelassen, während sie seine Wohnung durchsuchten. Einen von seiner Verlobten gerufenen Rettungswagen wollten sie nach diesen Berichten wegschicken, trotz der lebensbedrohlichen Bewusstlosigkeit. Wir wissen, dass die Dunkelziffer von rassistischen Übergriffen der Polizei sehr hoch ist, da sie oft nicht zur Anzeige gebracht werden, allein schon wegen der gängigen Praxis, dass die Polizistinnen und Polizisten grundsätzlich Gegenanzeigen wegen Beleidigung oder Widerstand stellen und vor Gericht fast immer freigesprochen werden. Dennoch ist regelmäßig in der Presse von rassistisch motivierten Kontrollen und von Polizeigewalt, besonders gegen Menschen mit Migrationshintergrund, zu lesen - die Spitze des Eisbergs. Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:
- Wie lauten die offiziellen Darstellungen der Polizei und der VGF in diesem Fall?
- Wurden die beteiligten Polizist*innen vom Dienst freigestellt/suspendiert?
- Auf welcher gesetzlichen Grundlage erfolgte der Freiheitsentzug des Herrn Wevelsiep mit der anschließenden Beleidigung, Misshandlung und Wohnungsdurchsuchung? Würden Sie dies als übliches und rechtsstaatlichen Organen angemessenes Vorgehen bezeichnen?
- Ist die Hautfarbe bei Polizeikontrollen in Hessen ein Kriterium?
- Wieviele Beschwerden/Anzeigen gibt es jährlich über rassistisches Verhalten oder Polizeigewalt im Frankfurter Polizeidienst? 5.
- Wieviele dieser Fälle beziehen sich auf rassistisches Verhalten, wieviele auf Polizeigewalt im Streifendienst, wieviele auf Polizeigewalt bei Demonstrationen? 5.
- Wieviele Beschwerden über Beleidigungen, Pöbeleien oder rassistische Bemerkungen von Personal im Auftrag des RMV/VGF gibt es jährlich in Frankfurt? 5.
- Wieviele dieser Fälle führten zu dienstlichen Konsequenzen? 5.
- In wievielen Fällen wurde Gegenanzeige (Beleidigung, Widerstand etc.) gestellt? 5.
- Gibt es Polizeireviere, die überdurchschnittlich häufig von solchen Vorwürfen betroffen sind? Falls ja, welche? Was unternehmen die Dienststellenleiter*innen zur Sensibilisierung und zum Deeskalationstraining in diesen Revieren? 5.
- Wie hoch ist der Anteil der Frankfurter Polizistinnen und Polizisten, die auch im Großraum Frankfurt leben? Wie hoch ist der Anteil an Bediensteten mit täglichen Anfahrtswegen von mehr als 20, 50, 100 km?
- Welche Maßnahmen ergreift die Frankfurter Polizei, um Übergriffe - insbesondere rassistischer Natur - zukünftig zu vermeiden und Bedienstete interkulturell zu qualifizieren?
- Wie hoch ist der Anteil an Polizistinnen und Polizisten mit Migrationshintergrund bei der Frankfurter Polizei?
- Setzt sich der Magistrat auf Landesebene dafür ein, dass unabhängige Beschwerdestellen außerhalb der Polizeistrukturen eingerichtet werden?
- Wie sollen sich Bürgerinnen und Bürger verhalten, wenn sie so von der Polizei behandelt werden?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 7. November 2012Sie sind hierAA 243(K)Einzelfall: Rassismus bei Kontrollen der Polizei und der VGFSTVV-Anfrage · Piraten
- 21. Dezember 2012BB 560(K)Einzelfall: Rassismus bei Kontrollen der Polizei und der VGFMagistratsbericht
- 3. Mai 2013Antwort des Magistrats · nach 25 WochenBB 222(K)Einzelfall: Rassismus bei Kontrollen der Polizei und der VGFMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, Piraten und RÖMER
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER und RÖMER Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten (= Aufnahme auf TO II, ein Monat)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, Piraten und RÖMER