Was passiert in meiner Straße? Politik, Baustellen und Stadtplanung

Frankfurt stellt immer mehr Daten darüber bereit, was in der Stadt beschlossen, geplant, gebaut und gemeldet wird. Das ist ziemlich großartig. Zusammengenommen erzählen diese Quellen viel mehr über die eigene Straße und ihre unmittelbare Umgebung als jede für sich – mit dem Blick zurück und nach vorn.
Genau das sind die neuen Straßenseiten auf Frankfurt Gestalten. Sie zeigen nicht nur, was in den vergangenen Jahren diskutiert und beschlossen wurde. Stadtplanung und angekündigte Baustellen geben auch einen Ausblick: Was wird sich hier demnächst verändern?
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Aus Dokumenten werden Geschichten
Lokalpolitik hinterlässt viele Dokumente. Ein Antrag geht vom Ortsbeirat an den Magistrat, später kommt eine Stellungnahme, manchmal wird nachgehakt. Bisher standen diese Schritte auf der Straßenseite einzeln und oft weit auseinander. Jetzt führen wir sie zu einem Vorgang zusammen. So wird aus mehreren Aktenzeichen wieder die eine Geschichte, um die es vor Ort eigentlich geht: der fehlende Zebrastreifen, der kaputte Gehweg oder die neue Busspur.
Die Grundlage dafür liefert das Parlamentsinformationssystem PARLIS. Auf Frankfurt Gestalten steht nun das Anliegen im Mittelpunkt – und damit die Frage, was daraus geworden ist.
Der Zeitstrahl

Das Aktuellste steht ganz vorne. Wer weitergeht, blättert zurück durch die Geschichte der Straße: Was wurde beschlossen, worüber wurde gestritten, was ist gebaut worden – und welche Themen kommen immer wieder? Zugleich reicht das Radar über den heutigen Tag hinaus. Angekündigte Bauarbeiten und datierte Planungsschritte zeigen, was als Nächstes passieren soll.
Dabei hört die Nachbarschaft nicht am nächsten Straßenschild auf. Eine Baustelle um die Ecke oder ein Antrag für die nächste Kreuzung kann genauso wichtig sein. Deshalb gehört auch das unmittelbare Umfeld zur Straßenseite – nicht ganz Frankfurt, aber mehr als nur die exakte Straßenlinie.
Daten der Stadt zusammenbringen
Dass das möglich ist, verdanken wir auch der Stadt Frankfurt. Ämter veröffentlichen immer mehr Informationen digital. Besonders das Stadtplanungsamt geht mit seinem Planungsauskunftssystem einen hilfreichen Schritt: Die Planungsebenen liegen als Flächen auf der Stadtkarte vor und werden maschinenlesbar unter offener Lizenz bereitgestellt. Dafür gebührt den Menschen hinter diesen Angeboten ausdrücklich ein Kompliment.
OpenStreetMap ist für uns dabei viel mehr als eine Hintergrundkarte. Seine Straßen bilden das räumliche Gerüst, an dem die unterschiedlichen städtischen Daten zusammenfinden: Dokumente, Planungsflächen, Baustellen und gemeldete Mängel. So entsteht ein gemeinsamer Blick auf einen Ort.
Was PlanAS über eine Straße erzählt
Neu hinzugekommen sind die Geodaten aus PlanAS, der Planauskunft des Stadtplanungsamts. Sie öffnen den Blick in die Zukunft: Hier geht es um langfristige Regeln und Vorhaben, die ein Quartier über Jahre oder Jahrzehnte prägen können.
Wir schauen unter anderem auf Bebauungspläne, die bereits gelten oder noch im Verfahren sind. Hinzu kommen Erhaltungssatzungen – etwa zum Schutz der städtebaulichen Eigenart oder der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung –, Gestaltungssatzungen, Veränderungssperren, Vorkaufssatzungen und größere städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen. Damit wird sichtbar, ob rund um eine Straße nur über eine einzelne Maßnahme gesprochen wird oder ob sich das ganze Gebiet langfristig verändern soll.
Die Baustelle vor der Tür
Die langfristige Planung ist das eine, der Bauzaun vor der Tür das andere. Die Baustellenübersicht der Stadt macht aus diesem abstrakten Ausblick eine konkrete Vorschau auf die nächsten Tage und Wochen.
In der Straße Im Prüfling sind etwa Arbeiten an Kanalleitungen vom 7. bis 11. September 2026 angekündigt. Eine Sperrung in der nächsten Querstraße zählt ebenfalls – denn für den Alltag ist die Ecke oft wichtiger als die Verwaltungsgrenze.
Politik, Planungsrecht und Bauarbeiten sind in der Verwaltung getrennte Systeme. Für die Menschen vor Ort gehören sie zur selben Geschichte. Und manchmal steht unter dem Bauzaun von heute tatsächlich der Antrag von vor ein paar Jahren.
Was in der Nachbarschaft gemeldet wird
Neu sind außerdem die Daten aus dem Frankfurter Mängelmelder. Damit lässt sich jetzt auch eine sehr konkrete Frage beantworten: Welche Arten von Mängeln werden in meiner Straße und unmittelbaren Nachbarschaft gemeldet?
Damit der Zeitstrahl nicht mit einzelnen Meldungen vollläuft, bündeln wir sie pro Monat und Kategorie. So wird sichtbar, ob Müll, kaputte Beleuchtung oder Straßenschäden wiederholt Thema sind – und wie viele Meldungen noch offen oder in Bearbeitung sind.
Vieles an der Seite ist aus Rückmeldungen entstanden: Was fehlt, was verwirrt und was Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung wirklich wissen wollen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Straßen- und Themenabos. Beides zeigt uns, dass der lokale Blick nicht nur interessant ist, sondern im Alltag gebraucht wird.
Probiert es aus und ruft eure eigene Straße auf. Nicht jede Straße hat alle Spuren. Wo aber Politik, Stadtplanung, Meldungen und Bauarbeiten zusammenkommen, entsteht Stück für Stück das hyperlokale Radar, das wir uns für Frankfurt wünschen: Was war hier – und was kommt als Nächstes?