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Besondere Gesundheitsrisiken im Ortsbezirk durch Einwohner- und Haushaltsstruktur

Vorlagentyp: V
17 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Magistrat wird gebeten, die Problematik der besonderen Gesundheitsrisiken durch die Einwohner- und Haushaltsstruktur im Ortsbezirk 1 zu beleuchten. Ziel ist es, Erkenntnisse über Einsamkeit und Isolation zu gewinnen und präventive Maßnahmen zu entwickeln, um die gesundheitlichen Risiken zu verringern.

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Fragen an den Magistrat

  1. In welchem Maße ist dem Magistrat in der (Zusammen-) Arbeit des Sozial- und des Gesundheitsdezernats die o. g. Problematik bewusst und diese Gegenstand seiner Arbeit?
  2. Liegen Erkenntnisse und Ansätze über den o. g. Zusammenhang zwischen Einwohnerstruktur und sozialen bzw. gesundheitlichen Risiken im Allgemeinen und im Besonderen hinsichtlich des Ortsbezirks 1 vor?
  3. Ließe sich die Arbeit von Quartiersmanagerinnen bzw. Quartiersmanagern entsprechend über ihren Einsatz für Seniorinnen bzw. Senioren zugunsten eines selbstbestimmten Lebens hinaus generationenübergreifender und eingedenk des Gesundheitsrisikos, das implizit mit Selbstbestimmungsansätzen einhergeht, ausbauen?
  4. Gibt es weitere präventive Ansätze, die helfen, o. g. Risiken zu verringern, z. B. im Sinne der Informationspolitik und Beratung sowie der spezifischen Unterstützung von Nachbarschafts- und Begegnungsinitiativen, in Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen und Gesundheitsstellen?
  5. Werden im Sinne einer Querschnittsaufgabe in allen Dezernaten Amtshandlungen daraufhin untersucht, ob sie einsamkeitsförderliche Strukturen und Tendenzen befördern, bzw. ist das denkbar?

Kontext

Gemäß der jüngst veröffentlichten Frankfurter Statistischen Berichte 2020 liegen im Ortsbezirk 1 die Stadtteile mit den (verhältnismäßig) meisten Einpersonenhaushalten, und zwar mit Abstand. Mit zuletzt 70,6 Prozent weist das Bahnhofsviertel die höchste Singlehaushaltsquote auf, dicht gefolgt von der Innenstadt (69,5 Prozent). Auch Platz drei und vier belegen zentrale Stadtviertel: das Gutleutviertel (64,4 Prozent) und die Altstadt (63,2 Prozent). Absolut betrachtet ist das Gallus der Stadtteil mit den zweitmeisten Einpersonenhaushalten in Frankfurt am Main, mit einer Anzahl in Höhe von 12.322 (53,4 Prozent). Auch wenn sich seit 2015 stadtweit die Anzahl an Einpersonenhaushalte auf hohem Niveau etwas verringert - das Fazit der Statistiken, Frankfurt entwickle sich zur Familienstadt, gilt vor allem für die äußeren Stadtgebiete. Singlehaushalte gibt es vor allem im Gebiet der Kernstadt. Ein Schwerpunkt liegt offensichtlich im Ortsbezirk

  1. Ungeachtet der infrastrukturellen Rahmenbedingungen und der Freiheit der Bürgerinnen bzw. Bürger, ihr Leben nach eigenen Wertvorstellungen und Lebensumständen zu gestalten, impliziert die Einwohnerstruktur besondere gesundheitliche Risiken im Ortsbezirk. Studien belegen, dass mögliche Einsamkeit und Isolation ein immenses körperliches wie geistiges Gesundheitsrisiko bergen, nicht nur für ältere Menschen. Es erhöht sich das Risiko z. B. von Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Erkältung, Alzheimer, Demenz, Depression, Schizophrenie, Sucht. Untersuchungen zeigen eine verringerte Lebenserwartung für an Einsamkeit leidende Menschen an, im höheren Maße als Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht. Das Problem wird gemeinhin unterschätzt, aber nicht überall: Als erstes Land weltweit hat Großbritannien ein Ministerium für Einsamkeit ins Leben gerufen. Es koordiniert die Versuche der Regierung, Menschen aus der Isolation und der Anonymität zu holen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 8. November 2020OFOF 1518/1Besondere Gesundheitsrisiken im Ortsbezirk durch Einwohner- und HaushaltsstrukturOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  2. 24. November 2020Sie sind hier
    VV 1857Besondere Gesundheitsrisiken im Ortsbezirk durch Einwohner- und Haushaltsstruktur
    Anfrage
  3. 8. März 2021Antwort des Magistrats · nach 17 WochenSTST 567Besondere Gesundheitsrisiken im Ortsbezirk durch Einwohner- und HaushaltsstrukturStellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

VAnfrage des Ortsbeirats

Mit einer Anfrage verlangt der Ortsbeirat vom Magistrat schriftlich Auskunft. Die zuständigen Ämter erarbeiten eine Stellungnahme. Der Magistrat muss innerhalb von zwölf Wochen antworten — sonst kommt die Anfrage erneut auf die Tagesordnung des Ortsbeirats.

  1. 1Ortsbeirat beschließt Anfrage
  2. 2direkt an den Magistrat
  3. 3Ämter erarbeiten Stellungnahme
  4. 4Magistrat antwortet (12 Wochen)

Frist: 12 Wochen

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