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Gestaltungskonzept für den Palmengarten

Vorlagentyp: STMagistrat
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Thema Schulen und Bildung verfolgen

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Stellungnahme des Magistrats vom 23.04.2019, ST 709

Betreff: Gestaltungskonzept für den Palmengarten Der Palmengarten ist ein historischer, denkmalgeschützter botanischer Garten mit vielfältigen Nutzungsangeboten, Veranstaltungen, Ausstellungen, Freizeiteinrichtungen und Bildungsaufgaben. Der Palmengarten wird sowohl von Frankfurterinnen und Frankfurtern als auch von Gästen aus dem Umland und Touristen besucht und genießt bundes- und weltweit einen guten Ruf. Der südliche Teil des Palmengartens wurde im 19. Jahrhundert durch Heinrich Siesmayer im Stil eines klassischen Landschaftsgartens mit Schau- und Wechselflorbeeten sowie verschiedenen romantischen Themenelementen und gesellschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten angelegt Er wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts großflächig in nördlicher Richtung im landschaftlichen Stil erweitert und mit verschiedensten Sport- und Freizeitanlagen sowie neuen Schauhäusern und botanischen Themen ergänzt. Seither wurde er immer wieder in kleineren Abschnitten verändert, ohne dabei seinen Charakter als vielschichtige historische Anlage zu verlieren. Eine letzte größere gestalterische Überarbeitung erfolgte im Zuge zahlreicher neuer und umfangreicher Baumaßnahmen (Eingangsschauhaus, Betriebsgebäude, Entfernung der früheren Sportplätze, Neubau Tropicarium, Botanische Sammlung und Subantarktishaus etc.) in den 1980er-Jahren. Im Zuge der Sanierung des Gesellschaftshauses in den Jahren 2009 bis 2012 folgten Umgestaltungen der vorgelagerten Bereiche zur Schaffung einer freien Zugänglichkeit zum Gebäude. Seither sind einzelne Bereiche und überalterte Themengärten kontinuierlich erneuert und überarbeitet worden. Unter anderem wurden in den vergangenen Jahren die Steppenanlage neu aufgebaut, ein neues Beet mit asiatischen Pflanzen gestaltet, der Staudengarten mit einem Schwerpunkt auf Pfingstrosen neu angelegt, die Terrassenbeete an der Ostseite des Palmenhauses neu bepflanzt, anstelle des Heidegartens ein Gräsergarten etabliert, Uferpartien am Bootsweiher, am Quellbecken und am Bachlauf sowie weite Teile des Steingartens mit neuen Schwerpunkten überarbeitet sowie der Gehölzbestand ergänzt. Aktuelle Projekte betreffen die abschnittweise Erneuerung der Blumenwiese zur Erhöhung der Artenvielfalt, die Revitalisierung des Rhododendrongartens und die Überarbeitung der Außenbereiche der Villa Leonhardi. Die Entwicklung der Gartenanlage soll dabei stets im Sinne der Bewahrung seiner historischen Grundstruktur erfolgen. Solche Überarbeitungen folgen seit Jahren inhaltlichen Themen, die zunehmend Schwerpunkte auf ökologische oder pflanzengeographische Kriterien setzen. Beispiele hierfür liefert beispielsweise das Tropicarium, in dem die einzelnen Häuser bestimmten Vegetationsformen gewidmet und mittlerweile überwiegend auch geographisch angeordnet sind. Auch im Freiland entstehen zunehmend derartig konzipierte Bereiche, beispielsweise kleinteilige, liebevoll angelegte Abschnitte des Steingartens mit botanisch sehr anspruchsvollen Pflanzungen oder natürlich auch in den Nachbildungen mitteleuropäischer Pflanzengesellschaften im Botanischen Garten. Auch wenn der Palmengarten diese Richtung weiterverfolgen will, gibt es aber gerade im Freiland auch große Bereiche, die für Freizeiteinrichtungen und Veranstaltungen, sowie als Ruhebereiche zur Verfügung stehen und die sich entsprechend wenig zur Darstellung synökologischer Zusammenhänge eignen. Der Palmengarten soll seine Vielfalt an Nutzungen, inhaltlichen Fragestellungen und Themengärten beibehalten. Umweltbildung findet auf unterschiedlichsten Ebenen statt. Zu ausgewählten Pflanzen gibt es kurze oder ausführliche Informationen auf Tafeln oder in den Publikationen des Palmengartens. Interessierten Besucherinnen und Besuchern steht ein breites Angebot von Führungen, Vorträgen und Veranstaltungen zu besonderen Themen zur Verfügung. Die Grüne Schule bietet hierzu eine breite Palette unterschiedlichster Angebote für Schulkinder und Erwachsenengruppen (vergangenes Jahr insgesamt 1373 Veranstaltungen und Führungen mit 18298 Teilnehmerinnen und Teilnehmern), die Bildungseinrichtung "Kinder im Garten" wendet sich an den Vorschulbereich (vergangenes Jahr 140, teils dreitägige Angebote, die 2765 Kinder, 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kitas als Multiplikatoren, sowie 394 Eltern erreicht haben). Jährlich wechselnde Informationsausstellungen geben Einblicke in eine Vielzahl von Themen, die Pflanzen, Menschen und ihre Umwelt betreffen. Der Palmengarten ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet und ist deshalb darauf angewiesen, notwendige Arbeiten an Bauwerken und Pflanzungen zu Zeiten auszuführen, zu denen Besucherinnen und Besucher im Garten sind. Trotz großer Anstrengungen lassen sich Beeinträchtigungen, vom Anblick der Baustellen bis hin zu Sperrungen von Teilbereichen, nur zum Teil verhindern. Momentan erleben Besucherinnen und Besucher leider eine Gleichzeitigkeit von Sanierungs- und Baumaßnahmen an Gebäuden und der Infrastruktur des Gartens, die u.a. auf einen Sanierungsstau der vergangenen Jahrzehnte beruhen und die im Hinblick auf eine möglichst weitgehende Fertigstellung bis zum Jubiläumsjahr 2021 durchgeführt werden. Um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten, werden Arbeiten im Freiland, wie die auf mehrere Jahre verteilte Sanierung des Wasserleitungssystems, auf die Wintermonate konzentriert. Das große Angebot an Veranstaltungen, Ausstellungen und Bildungsangeboten wird ohne Einschränkungen aufrechterhalten. Wie jede derartige Anlage verfügt der Palmengarten über befestigte, teils gepflasterte Wege und Plätze, ist durchaus aber nicht durch Steine geprägt. Prägend ist der gestalterische Einfluss von verschiedenen Gesteinen nur im Steingarten und wenigen anderen Stellen im Garten, die immer im Zusammenhang mit den Standortbedürfnissen der Pflanzen und deren Präsentation stehen. Der Palmengarten erfüllt seine Verpflichtungen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht, was auch bedeutet, dass zur Bewahrung des alten Baumbestands immer wieder baumpflegerische Maßnahmen ergriffen und abgängige Gehölze mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt werden müssen. Derartige unvermeidliche Verluste werden von Besucherinnen und Besuchern und der Belegschaft gleichermaßen bedauert, sind aber vergleichsweise selten und werden jeweils mit Neupflanzungen kompensiert. Der Palmengarten bietet einen außergewöhnlich vielfältigen und artenreichen Baumbestand, von dem ein kleiner Querschnitt beispielsweise in einem an den Kassen erhältlichen Baumrundgang erkundet werden kann. Ein solcher Garten ist ein lebendiges, sich ständig wandelndes System, das vom fortgesetzten Eingriff des Menschen abhängt. Um einen international bedeutenden Schaugarten für eine große Zahl von Besucherinnen und Besuchern sicher, intakt, gut gepflegt und attraktiv zu halten, ist ein hoher Aufwand nötig. Nach und nach werden hierzu Bereiche des Gartens einschließlich der Bauten und Technik erneuert und verbessert, was auf Grundlage der vorhandenen Gestaltung des Palmengartens möglich und im respektvollen Umgang mit dem Bestand, seinen Traditionen und vielfältigen Angeboten geboten erscheint. Im Hinblick auf das zukünftige Programm wird eine umfassende Besucherumfrage einen systematischen Überblick über die wichtigsten Teilaspekte ergeben, um den Palmengarten auch in Zukunft an den Bedürfnissen und Wünschen der Besucherinnen und Besucher orientieren zu können. Vor diesem Hintergrund ist ein neues Gestaltungskonzept für den Palmengarten aus Sicht des Magistrates derzeit nicht erforderlich.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 9. November 2018OFOF 707/2Haushalt 2019 Produktbereich: 22 Umwelt Produktgruppe: 22.11 Palmengarten Gestaltungskonzept für den PalmengartenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  2. 26. November 2018EAEA 208Produktbereich: 22 Umwelt Produktgruppe: 22.11 Palmengarten Gestaltungskonzept für den PalmengartenEtatanregung
  3. 23. April 2019Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 24 Wochen
    STST 709Gestaltungskonzept für den Palmengarten
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
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