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Kulturcampus

Vorlagentyp: STMagistrat
107 Wochen bis zur Antwort6 Stationen im Verfahren
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Zusammenfassung

Die Stellungnahme des Magistrats zum Kulturcampus beschreibt die aktuellen Planungen und Entwicklungen in Bezug auf kulturelle Einrichtungen und Wohnnutzungen. Es wird erwartet, dass durch die Schaffung von neuen Kultureinrichtungen und Wohnraum eine sozial durchmischte Belebung des Kulturcampus erreicht wird.

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Stellungnahme des Magistrats

Zu 1.) Die planungsrechtlichen Grundlagen für die bislang erfolgte städtebauliche Entwicklung des Kulturcampus bilden für das Baufeld Süd der 2016 in Kraft getretene Bebauungsplan 569 Senkenberganlage/ Bockenheimer Warte, sowie für das Baufeld Nord der bereits 2013 in Kraft getretene Bebauungsplan 884 Gräfstraße/ Sophienstraße. Die Bebauungspläne setzen den Rahmen für die angestrebte Entwicklung eines gemischt genutzten Quartiers mit einem hohen Anteil an kulturellen Einrichtungen. Der Planungsstand zum Freizug der Flächen des Landes Hessen auf dem Universitätscampus in Bockenheim ist nach wie vor unverändert. Mit einem Freizug ist nicht vor Ende 2021/ Anfang 2022 zu rechnen. Kultureinrichtungen Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt am Main sind derzeit im Gespräch in welchem Umfang weitere Kultureinrichtungen auf den Standort verlagert werden können. Im Zentrum der Überlegungen steht die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, aber auch weitere Kultureinrichtungen. Diese sollen auf zwei Baufeldern beidseitig der Bockenheimer Landstraße angesiedelt werden. Die Entscheidung zum neuen Hochschulstandort ist ein wichtiger Baustein zur Entwicklung des Gesamtareals mit Einfluss auf die weiteren Bauvorhaben und den öffentlichen Raum. Im Zuge dieser Entwicklung wird die Stadt Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Land Hessen einen Wettbewerb für die bauliche Entwicklung der Kultureinrichtungen durchführen. Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik wird seinen Standort auf das Areal der Dondorf ́schen Druckerei nördlich der Bockenheimer Landstraße verlegen. Der 2018 durchgeführte Wettbewerb sieht ein fünfgeschossiges Gebäudeensemble unter Einbindung des Gebäudes der Dondorf ́schen Druckerei vor. Auf Basis des preisgekrönten Wettbewerbsentwurfs von Fritsch +Tschaidse hat das Max Planck Institut Anfang 2019 den koordinierten Planungsprozess eingeleitet. Im Süden des Quartiers wurden weitere kulturelle Einrichtungen wie das Tibethaus im September 2017 nach dem Umzug in eine der ehemaligen Professorenvillen eingeweiht. Damit befindet sich nun auf 600 Quadratmetern die größte tibetische Dependance in Europa auf dem Kulturcampus. In unmittelbarer Nachbarschaft errichtet der Zentralrat der Juden in Deutschland eine Jüdische Akademie mit finanzieller Unterstützung der Stadt auf dem Villengrundstück an der Senckenberganlage. Bereits 2017 wurde hierzu ein Architekturwettbewerb durchgeführt, den das Architekturbüro Turkali für sich entschied. Die bauliche Entwicklung und Erweiterung des Senckenberg- Ensembles wird bereits seit 2016 umgesetzt. Mit der Verbindung des Alten Physikalischen Vereins, des bestehenden Senckenbergmuseums und des Jügelbaus durch ein gläsernes Verbindungselement entstand nach Plänen des Architekten Peter Kulka eine moderne Museums- und Forschungseinheit im Zentrum des Kulturcampus. Unter anderem wurde das ehemals als "Alte Physik" bekannte denkmalgeschützte Haus der neuen Nutzung baulich angepasst und heißt ab sofort "Arthur-von-Weinberg-Haus". Das sanierte Gebäude in der Robert-Mayer-Straße beherbergte früher die Physikalische Fakultät der Goethe-Universität Frankfurt. Nun bietet es Platz für Labore und die über 22 Millionen naturwissenschaftlichen Sammlungsobjekte. Die Forschungseinrichtung vergrößert sich damit von rund 15 000 auf 25 000 Quadratmeter. Hinzu kommt das heute 6000 Quadratmeter umfassende Senckenbergmuseum, für dessen nahe Zukunft weitere Aus- und Ergänzungsbauten geplant sind. Wohnnutzungen Der Grundsatzbeschluss zur Wohnbaulandentwicklung § 4542 vom 22.05.2014 (M 9) prognostiziert bei der Entwicklung des Kulturcampus die Schaffung von 1200 Wohneinheiten. Mit der Bebauung des Baufeldes Nord konnten mit der Wohnbebauung nördlich des Depots bereits 200 Wohneinheiten realisiert werden. 2017 gingen das Studentenwohnheim und eine neue Kindertagesstätte im erweiterten Gebäude des alten Philosophicums in Betrieb. Der Schwerpunkt der neuen Wohnnutzungen wird auf dem Baufeld Süd erst mit dem Wegzug der Universitätsnutzungen realisierbar sein. Diese prognostizierten 1000 Wohnungen - gefördert und freifinanziert, sowie in gemeinschaftlichen Wohnformen werden zu einer sozial durchmischten Belebung des Kulturcampus beitragen. Auf der Liegenschaft der bisherigen Akademie der Arbeit in der Gräfstraße wird derzeit gemäß den Festsetzungen des Bebauungsplans 569 eine Wohnnutzung entwickelt. Im Sinne der in den Planungswerkstätten zum Kulturcampus gemeinsam formulierten Zielvorstellungen gemeinschaftliche Wohnformen auf dem Areal zu ermöglichen, ist vorgesehen, das Gebäude an Wohngruppen in Erbpacht zu vergeben. Im Frühjahr 2020 wird mit der Konzeptvergabe der nächste Schritt erfolgen. Für die angesetzte Dauer des Konzeptwettbewerbs wird das Gebäude als Unterkunft für Studierende und Azubis zwischengenutzt. Weitere Zwischennutzungen sind in Planung. Das Verfahren zu den im Jahr 2014 ausgewählten Wohnprojekten am Kulturcampus wird ebenfalls fortgesetzt. Das Amt für Wohnungswesen moderiert das Verfahren unter Einbeziehung der ABG Frankfurt Holding. Entwicklung auf dem ehemaligen AfE Areal Bereits Anfang 2016 wurden in einem städtebaulichen Wettbewerb die stadträumliche Figur für das gesamte Baufeld und die Architektur für den 140 m hohen Hochhausturm an der Senckenberganlage ermittelt. Dieses Hybridhochhaus steht im Mittelpunkt des Gebäudeensembles. Im Oktober 2017 konnte der Wettbewerb für das die nord-östliche Baufeldecke markierende Hochhaus "99 West" entschieden werden. Auf Grundlage der Siegerentwürfe der Frankfurter Architekten cma Cyrus Moser wird seitdem das Quartier entwickelt. Das Gebäudeensemble besteht im Einzelnen aus einem 140 m Hochhaus, das dem Wohnen, einer Hotelnutzung und für Veranstaltungen dient, einem 99 m Bürohochhaus, einem 6- geschossigen Bürogebäude und einer Kindertagesstätte mit Außenbereich. Letztere dient der Versorgung der zukünftig neu entstehenden Wohngebiete auf dem Kulturcampus. Die Fertigstellung des 140 m Hochhauses wird 2020 erfolgen. Der Baubeginn des 99 m Hochhauses erfolgte 2019. Die Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant.

Zu 2.) Die unter Denkmalschutz stehende Universitätsbibliothek Bockenheim ist eine Liegenschaft des Landes Hessen. Zum Neubau auf dem Campus Westend und einem Freizug des Standortes in Bockenheim liegt dem Magistrat kein neuer Sachstand vor. Die Entscheidung über einen Neubau der Universitätsbibliothek steht auch im Zusammenhang mit der aktuellen Schulstandortplanung der Stadt Frankfurt am Main, die Flächen auf dem Campus Westend nutzt.

Zu 3.) Über diesen ausführlichen Bericht zum aktuellen Planungsstand einschließlich Zeitplanung hinaus kann der Magistrat derzeit keine weiteren Sachstandserkenntnisse zur Realisierung des Kulturcampus im Ortbeirat präsentieren. Planungsrechtlich bilden die beiden Bebauungspläne den Rahmen für die städtebauliche Entwicklung aller Einzelprojekte. Die Ansiedlung weiterer Kultureinrichtungen wird derzeit geprüft. Der Planungsstand zum Freizug der Flächen auf dem Universitätscampusareal ist weiterhin unverändert. Sobald es neuerliche Entwicklungen von Gewicht gibt, wird der Magistrat den Ortsbeirat unaufgefordert in einer öffentlichen Sitzung informieren.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 27. März 2018OFOF 535/2KulturcampusOrtsbeiratsantrag · CDU
  2. 16. April 2018OMOM 3036KulturcampusDirektanregung
  3. 10. August 2018STST 1557KulturcampusStellungnahme
  4. 22. Februar 2019STST 411KulturcampusStellungnahme
  5. 16. August 2019STST 1565KulturcampusStellungnahme
  6. 14. April 2020Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 107 Wochen
    STST 688Kulturcampus
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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