Klimaanpassung und Hitzeschutz in Bockenheim und Westend verbessern - deutlich schneller handeln!
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Der Magistrat muss bis zum 09.11.2026 antworten. Noch 15 Tage.Warum?
Gräfstraße — 5 weitere Vorlagen in den letzten zwölf Monaten, die letzte am 11.10.2026.
- Gräfstraße: Bitte Nutzung der Fläche Ecke Gräfstraße/Falkstraße überprüfen11.10.2026 · OF (Antrag Ortsbeirat)
- Erhalt des Gebäudes Robert-Mayer-Straße 10 / Gräfstraße 38 (Informatik/Mathematik), Umbau für günstige Studenten und Auszubildendenappartements und nachhaltiger klimaneutraler Umbau31.05.2026 · OF (Antrag Ortsbeirat)
- Fahrradbügel vor dem Café Rabe13.03.2026 · ST (Stellungnahme des Magistrats)
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Der Magistrat wird gebeten, alles dafür zu tun, die Klimaanpassung in den innenstadtnahen und verdichteten Stadtteilen wie Bockenheim und Westend großflächig und umfassend zu verbessern und zu beschleunigen.
Folgende Maßnahmen werden für Bockenheim und das Westend zur baldmöglichen Umsetzung vorgeschlagen. Der Magistrat wird gebeten, diese zu prüfen und dem Ortsbeirat baldmöglichst zu berichten:
- Erstellung einer koordinierten und abgestimmten Klimaanpassungsstrategie mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen seitens der beteiligten Dezernate und Ämter (insbesondere Planung, Umwelt und Klimaschutz, Mobilität) in Kommunikation und Koordinierung mit dem Ortsbeirat und den betroffenen Bürger*innen noch in diesem Jahr.
- Dem Ortsbeirat 2 soll baldmöglichst das Entsiegelungskataster der Stadt vorgestellt werden, das aufzeigt, wo im Ortsbezirk Potenzial für Entsiegelung und Begrünung besteht. Hiermit sollen gezielt Flächen identifiziert werden, die wieder wasserdurchlässig sind und baldmöglichst bepflanzt werden können.
- Für Stadtgrün und die Anzahl von Bäumen werden Mindeststandards entwickelt und die 3-30-300 Regelung umgesetzt: Jeder Bewohner und jede Bewohnerin des Stadtteils sollte von seinem/ihrem Zuhause aus mindestens drei Bäume sehen können, in einem Umfeld mit 30 Prozent Baumbeschirmung leben und eine Grünfläche in höchstens 300 Metern Entfernung erreichen können. Wo die Regelung derzeit nicht eingehalten wird, müssen gezielte Maßnahmen geprüft und umgesetzt werden.
- Öffentliche Plätze im zentralen und besonders hitzeanfälligen Bereich des Ortsbezirks, die am wenigsten beschattet sind, werden unabhängig von späteren Umbauten bereits heute in Teilen entsiegelt, bepflanzt und/oder durch große Pflanzkübel, die auch Bäume aufnehmen können (Beispiel Hamburg Innenstadt/Foto: Pflanzkübel Oeder Weg) und andere Elemente verschattet und gleichzeitig vorübergehend gestaltet. Die Plätze können nicht länger der Hitze ausgesetzt werden, nur weil irgendwann in der Zukunft vielleicht Umbaumaßnahmen anstehen! Arealzuständigkeiten sollen mit dem Land Hessen geklärt werden (Kulturcampus - siehe Stellungnahme ST 2101).
- Öffentliche Plätze in Bockenheim und im Westend sollen schnellstmöglich mit Trinkbrunnen ausgestattet werden. Der Ortsbeirat hat hierzu bereits Standortvorschläge unterbreitet, die der AG Trinkbrunnen bekannt sind. Da das Überwärmungspotential durch starke Versiegelung ein Kriterium für die Etablierung von Trinkbrunnen ist, sollte klar sein, dass der Bedarf gerade in Bockenheim groß ist.
- Kühl- und Spielbrunnen: Es soll geprüft werden, ob an öffentlichen Plätzen (wie z. B. Celsiusplatz, Odina-Bott-Platz, Carlo-Schmid-Platz, Quartiersplatz, Sally-Ride-Platz, Senckenberganlage, Westendplatz) mehr Kühl- und Spielbrunnen geschaffen werden können.
- Straßenräume, die sich besonders stark aufheizen - in Bockenheim u. a. Adalbertstraße und Schloßstraße - sollen in der Prioritätenliste der Umbauten nach vorn gesetzt werden. Die Schloßstraße ist Teil des "Superblock-Konzeptes". Ihre Umgestaltung und Begrünung wurde bereits vielfach vom Ortsbeirat gefordert (insbesondere im nördlichen Teil). Diese Maßnahmen sollten aufgrund der Hitzeentwicklung dringend vorangetrieben werden. Kurzfristig sollte in der Adalbertstraße das Straßenbegleitgrün verbessert und besser gepflegt/bewässert werden (Beispiel westliche Gartenstraße, Sachsenhausen) sowie die Schienenstränge in Adalbert- und Schlossstraße begrünt werden. Verkehrsinseln auf der Kreuzung Adalbertstraße/Schlossstraße sollen entsiegelt und begrünt werden.
- Auf allen Straßenbahnlinien sollen möglichst ausschließlich klimatisierte und barrierefreie Fahrzeuge eingesetzt werden: Ältere Straßenbahnwagen ohne Klimatisierung und ohne barrierefreien Einstieg sollen schnellstmöglich ersetzt oder - so weit technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll - entsprechend nachgerüstet werden. Besonderer Handlungsbedarf besteht auf der Straßenbahnlinie 17, auf der besonders häufig nicht klimatisierte und nicht barrierefreie Fahrzeuge verkehren.
- Baumpflege, Pflege und Begrünung von Baumscheiben und Straßenbegleitgrün: Zahlreiche Straßen in Bockenheim (u. a. Robert-Mayer-Straße (Foto) Adalbertstraße, Große Seestraße, Gräfstraße (Foto) zeugen davon, dass das Straßenbegleitgrün im Stadtteil vernachlässigt wird, unzureichend gepflegt wird und Bäume zwar gefällt, aber nicht ersetzt werden (z. B. Gräfstraße, Mühlgasse). Der Baumerhalt muss grundsätzlich Vorrang vor der Fällung haben. Wo eine Fällung unvermeidbar ist, müssen unbedingt Bäume nachgepflanzt werden, da sonst die klimatischen Leistungen nicht erbracht werden.
- Privateigentümer in Bockenheim und Westend müssen stärker zu Begrünungs-, Wasserspeicherungs- und Auffangmaßnahmen verpflichtet werden (Klimabonus-Programm weiter als Anreiz). Die Innenverdichtung durch Bauten in der zweiten Reihe ohne Begrünungsmaßnahmen (z. B. entlang der Leipziger Straße) muss gestoppt werden. Die Kommunale Grün- und Freiraumsatzung muss konsequent auch im Bestand angewandt werden: Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen müssen mit Gründächern oder Fassadenbegrünungen verbunden werden.
- Mehr zugängliche Wasserflächen im Stadtteil schaffen: Der Magistrat soll prüfen, inwieweit mehr zugängliche Wasserflächen an geeigneter Stelle insbesondere in den Parkanlagen (z. B. im Grüneburgpark, Rebstockpark, Rothschildpark) realisiert werden können. In diesem Kontext sollen auch bisherige Kanalisierung von Bächen auf Offenlegung überprüft werden. Wasserflächen sollen integrativ gestaltet werden. Ein Beispiel könnte der Eisbach im Münchner Englischen Garten sein.
- Einrichtung eines konsumfreien Hitzeschutzraums.
Begründung
Hitzebelastung ist in Frankfurt, insbesondere in den inneren Stadtteilen, ein immer drängenderes Problem. Grünverlust, Baumverluste und Versiegelung sind in der Vergangenheit immer weiter vorangeschritten. Obwohl die Folgen seit Jahren, und in diesem Sommer besonders, spürbar sind, wird zu wenig getan, um bestehendes Grün zu erhalten, Flächen zu entsiegeln und neue Grünbereiche zu schaffen.
Derzeit finden Maßnahmen der Klimaanpassung (grün-blaue Infrastruktur/Schwammstadt-Maßnahmen) vorrangig in Neubaugebieten statt - die dichten Bestandsquartiere werden hierbei in der Regel vernachlässigt, die Bewohner*innen der Hitze ausgesetzt. Für die Klimaanpassung in Bestandsquartieren sind umfängliche neue Maßnahmenkonzepte, Prioritätensetzungen und Budgetanpassungen erforderlich. Der Magistrat sollte sich planerisch, strategisch und systematisch in der Umsetzung mit allen Stadtteilen befassen.
Frankfurt sollte sich dabei wesentlich stärker an Strategien und Maßnahmen anderer europäischer Städte orientieren (z. B. Wien - Bäume für coole Straßen; oder Paris: bereits erfolgter Umbau von 200 Straßen in Gartenstraßen; Pflanzung von 170.000 Bäumen u. a. auf ehemaligen Parkplätzen; Pflanzung von sogenannten Stadtwäldern).
Die Unterstützung von Kleinstprojekten und privaten Initiativen (z. B. Klimainitiativen/Vereinen und Kleinentsiegelungen durch das Programm "Bürgerengagement für den Klimaschutz") ist zwar zu begrüßen, reicht aber nicht aus. Ebenso wenig reicht bislang die Unterstützung privater Begrünungsmaßnahmen durch das städtische Programm Klimabonus aus. Seit Beginn des Programms im Jahr 2023 wurden erst 180 Anträge für "grüne" Projekte und etwa 170 Anträge für Wassermanagement - zumeist in den Randlagen der Stadt, selten in den am meisten aufgeheizten Stadtteilen - bewilligt (ca. 2,2 Millionen Euro). Zu wenige Privateigentümer*innen von Bestandsbauten, Parkplätzen und Hinterhöfen in den Gründerzeitvierteln nehmen das Programm in Anspruch und setzen auf die notwendige Klimaanpassung und Begrünung. Frankfurt muss Wege finden, um große Versiegelungsbereiche möglichst kurzfristig umzugestalten.
Zur Klimaanpassung gehört auch ein öffentlicher Personennahverkehr, der bei hohen Temperaturen sicher und ohne zusätzliche gesundheitliche Belastungen genutzt werden kann. In nicht klimatisierten Straßenbahnwagen können sich die Temperaturen im Sommer erheblich aufheizen. Dies trifft insbesondere ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder eingeschränkter Mobilität. Gleichzeitig sind zahlreiche ältere Fahrzeuge nicht barrierefrei zugänglich. Besonders deutlich zeigt sich dieses Problem auf der Straßenbahnlinie 17, auf der weiterhin häufig ältere, weder klimatisierte noch barrierefreie Wagen eingesetzt werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 1. November 2024STST 1918Trinkwasserbrunnen in BockenheimStellungnahme
- 11. August 2025OFOF 1217/2Grün für mehr Aufenthaltsqualität: Der Kulturcampus muss bereits kurzfristig grüner werden!Ortsbeiratsantrag · BFF
- 8. September 2025OMOM 7389Grün für mehr Aufenthaltsqualität: Der Kulturcampus muss bereits kurzfristig grüner werden!Direktanregung
- 15. Dezember 2025STST 2101Grün für mehr Aufenthaltsqualität: Der Kulturcampus muss bereits kurzfristig grüner werden!Stellungnahme
- 22. April 2026OFOF 19/2Status Standortanalysen und Umsetzung der Installation von Trinkbrunnen im Ortsbezirk 2 – Wie ist der Sachstand der Arbeiten der in der ST 1918 vom 01.11.2024 angekündigten AG Trinkbrunnen?Ortsbeiratsantrag · CDU, FDP
- 31. Juli 2026OFOF 73/2Klimaanpassung und Hitzeschutz in Bockenheim und Westend verbessern – deutlich schneller handeln!Ortsbeiratsantrag · GRÜNE
- 17. August 2026Sie sind hierOMOM 359Klimaanpassung und Hitzeschutz in Bockenheim und Westend verbessern – deutlich schneller handeln!Direktanregung
- 17. August 2026VV 77Status Standortanalysen und Umsetzung der Installation von Trinkbrunnen im Ortsbezirk 2 – Wie ist der Sachstand der Arbeiten der in der ST 1918 vom 01.11.2024 angekündigten AG Trinkbrunnen?Anfrage
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Handlungs- oder Prüfauftrag, den der Ortsbeirat ohne Umweg über die Stadtverordnetenversammlung direkt an den Magistrat richtet. Sie entsteht aus einem beschlossenen Ortsbeiratsantrag (OF). Der Magistrat prüft das Anliegen und antwortet mit einer Stellungnahme (ST).
- 1Ortsbeirat beschließt OF
- 2als Direktanregung an den Magistrat
- 3Magistrat prüft
- 4Stellungnahme (ST) zurück an den Ortsbeirat
Frist: 12 Wochen für den Bericht des Magistrats