Vermehrter Einsatz von Bioerdgas in Frankfurt am Main
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Thema Umwelt und Energie verfolgenInhalt
Stellungnahme des Magistrats vom 17.01.2014, ST 63
Betreff: Vermehrter Einsatz von Bioerdgas in Frankfurt am Main Biogas wird in Frankfurt am Main schon in der Biogasanlage der Rhein-Main-Biokompost GmbH und der Cofermentationsanlage der Infraserv GmbH erzeugt. Ein Teil des Biogases der Anlage von Infraserv wird zu Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist. Sinnvoll ist es, Methan, das aus biologischen Prozessen, sei es aus Abfällen oder aus Anbaubiomasse erzeugt wird, vorrangig zur Erzeugung von Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung einzusetzen. Dabei erfolgt die Energienutzung in höchster Effizienz. Die Mainova AG betreibt daher drei Blockheizkraftwerke (Oberer Ornberg, Lindenviertel und Palmengarten) mit Biomethan. Beim Einsatz von Biomethan in Fahrzeugen wird zwar Erdgas ersetzt - es verbleiben jedoch noch relativ hohe Energieverluste im Verbrennungsmotor. Gleichwohl ist es sinnvoll, die Fahrzeugflotte, die mit Methan betrieben wird, auszuweiten, da der heutige Einsatz von fossilem Erdgas durch Biomethan und mittelfristig auch durch "Windmethan" ersetzt werden kann, dass durch Elektrolyse und Methanisierung des erzeugen Wasserstoffs erzeugt wird. Hierbei ist auch zu beachten, dass wissenschaftliche Institute und Umweltverbände darauf hinweisen, dass das Ausbaupotential von Energiepflanzen aufgrund von Auswirkungen auf den Naturschutz und das Grundwasser begrenzt ist. Zum aktuellen Stand in Frankfurt am Main teilen die FES GmbH und die Mainova AG mit: Die FES GmbH überprüft ständig die eingesetzte Technik und den Fuhrpark, um Optimierungen zu erreichen bzw. der nahhaltigen Unternehmenspolitik gerecht zu werden. Leider ist es allerdings häufig so, dass die Hersteller von umweltfreundlichen Technologien keine entsprechenden Fahrzeuge bereitstellen können. Gerade im Nutzfahrzeugbereich lässt das Angebot zu wünschen übrig. Neben dem knappen bzw. gar nicht vorhandenen Angebot kommt bei CNG Fahrzeugen ein enormer Nutzlastverlust hinzu. Diese Erkenntnisse beruht auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Die Motoren bringen nicht die Leistung, die an ein effizientes Fahrzeug gestellt werden. Personenkraftwagen hingegen können bereits heute
auf CNG Basis genutzt werden. Ob ein entsprechendes Fahrzeug angeschafft werden kann, wird regelmäßig nach einer einzelfallbezogenen Prüfung entschieden. Nach dem derzeitigen Stadt der Technik ist daher eine Beschaffung von erdgasgetriebenen Müllsammelfahrzeugen mangels entsprechender Hersteller-Angebote leider nicht möglich. Die Mainova teilte mit, dass sie Bioerdgas ausschließlich an Groß- und Gewerbekunden vermarktet. Bioerdgas wird in der Regel in dezentralen Blockheizkraftwerken eingesetzt. Die hocheffizienten Anlagen produzieren Strom und Wärme in umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung. So nutzt beispielsweise das Mainova-Tochterunternehmen Mainova EnergieDienste GmbH Bioerdgas in neun Anlagen in Frankfurt und dem Umland; unter anderem im Wohngebiet am Oberen Ornberg. Die Mainova AG betreibt drei öffentliche CNG-Tankstellen (Esso-Tankstelle Wiesbadener Straße, Total-Tankstelle Eckenheimer Landstraße, Aral-Tankstelle Kennedyallee). Eine nicht-öffentliche Tankstelle befindet sich auf dem Mainova-Betriebsgelände Gutleutstraße 280. Das Unternehmen hat selbst 157 Erdgasfahrzeuge in seiner Flotte. Auch die CNG-Müllsammelfahrzeuge, welche die FES erprobte, wurden an den Anlagen der Mainova AG ohne Probleme betankt. Da die Erdgastankstellen seit langem sehr gut ausgelastet sind, kann die Mainoava nicht unbegrenzt weitere Fahrzeuge - beispielsweise der FES - mit der vorhandenen Tankstelleninfrastruktur zuverlässig bedienen. Die Mainova ist gerne bereit, mit der FES über die weitere Verwendung von CNG-Fahrzeugen und die damit einhergehende Nutzung der Infrastruktur zu diskutieren. Jedoch bedeuten Ertüchtigungen vorhandener Anlagen oder Tankstellen-Neubauten Investitionen im sechsstelligen Eurobereich. Bisher hat sich die Mainova gegen eine explizite "100%-Bio-Ausweisung" des - auch in der konventionellen Variante - sehr umweltfreundlichen Kraftstoffs entschieden. Grund dafür sind umfangreiche EU-weite Auflagen für die Vermarktung von Biokraftstoffen. Die kostenintensive TÜV-Zertifizierung im Rahmen der Herstellung des Bioerdgases und der um etwa 12 % höhere Beschaffungspreise waren dabei ausschlaggebend.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 27. August 2013KK 43Vermehrter Einsatz von Bioerdgas in Frankfurt am MainKAV-Anregung
- 17. Januar 2014Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 20 WochenSTST 63Vermehrter Einsatz von Bioerdgas in Frankfurt am MainStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab