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Aktionsplan gegen Rassismus in der Praxis: Spendenaufrufe

Vorlagentyp: STMagistrat
74 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main bewertet die Bilddarstellungen von dunkelhäutigen Kindern in Spendenaufrufen als unausgewogen und oft im Kontext von Armut. Es wird vorgeschlagen, dass nicht-städtische Einrichtungen auf problematische Wirkungen hingewiesen werden, um vielfältigere Aspekte von Kinderarmut darzustellen.

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Stellungnahme des Magistrats

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main schätzt die Situation in Bezug auf Bilddarstellungen von "dunkelhäutigen Kindern" in öffentlichen Kampagnen, Plakaten und Bildern wie folgt ein.

Zur Beurteilung der Ausgewogenheit der Darstellungsweise in Bildinhalten können ganz allgemein die folgenden Kriterien formuliert werden:

- Multi-Perspektivität bzw. Pluralität der Darstellung: People of Color sollten in allen Rollen des gesellschaftlichen Lebens dargestellt sein, Herkunftskontexte sollten in allen Facetten bzw. nicht simplifiziert dargestellt werden.

- Herabwürdigende Darstellungen sind zu unterlassen.

- Bilder sollten kontextualisiert werden. Dies z.B. unter Reflexion kolonial-historischer Bezüge sowie aktueller euro-zentristischer Sichtweisen oder allgemein von Machtverhältnissen.

Dabei kann in Bildern insb. die Darstellung von "Armut" in Kombination mit der "kulturellen Herkunft" mehrfachdiskriminierend wirken, wenn diese einseitig übersteigert erfolgt und wenn eine Auseinandersetzung mit historischen sowie aktuellen gesellschaftlichen und globalen Machtverhältnissen ausbleibt. Hierzu zählt z.B. die ständige und simplifizierende Reduktion des Kontinents Afrika auf Hunger, Armut und Kriege.

Ein wichtiges Kriterium stellt dabei jedoch auch die Zielsetzung einer Darstellung dar. Diskriminierungen und Rassismen messen sich an den benachteiligenden Effekten und Wirkungen von Darstellungen, Handlungen, Äußerungen oder strukturellen Regelungen.

Die aufgeführten Argumente gilt es gegeneinander abzuwägen, insb. wenn die Darstellung - wie bei dem aufgeführten Fall der Spendenkampagnen - auf Sensibilisierung und Perspektivwechsel abzielt. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen sind die folgenden Schlussfolgerungen zu ziehen:

Die Darstellung von nicht-Weißen Kindern in Spendenaufrufe der großen Spendenorganisationen per TV-Werbung, Zeitschriftenwerbung und im Internet erfolgt unausgewogen und oft im Kontext von Armut.

Ziel entsprechender Darstellungen ist es jedoch, auf Missstände aufmerksam zu machen und für Armut von Kindern im Globalen Süden zu sensibilisieren.

Ob dieses Ziel erreicht wird oder ob benachteiligende Wirkungen von den Darstellungen ausgehen, ist schwer einzuschätzen. Ein intendiert rassistischer Hintergrund liegt bei den Bildern nicht vor; tatsächlich besteht das Ziel sogar in einer Bekämpfung globaler Ungleichheiten.

Der Magistrat vertritt die oben genannten Kriterien insb. in der Antidiskriminierungsarbeit und insb. hinsichtlich Bilddarstellungen in städtischen Servicebereichen. Nicht-städtische Einrichtungen können auf mögliche problematische Wirkungen aufmerksam gemacht werden und bspw. zu deren Überarbeitung der Spendenkampagnen angeregt werden, sodass sie vielfältigere Aspekte von Kinderarmut abbilden.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 16. September 2020KK 207Aktionsplan gegen Rassismus in der Praxis: SpendenaufrufeKAV-Anregung
  2. 18. Februar 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 74 Wochen
    STST 442Aktionsplan gegen Rassismus in der Praxis: Spendenaufrufe
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
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