Jugendarbeit in Harheim
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Stellungnahme des Magistrats vom 03.02.2010, ST 268
Betreff:
Jugendarbeit in Harheim
Zu 1:
Neben sozialräumlich orientierten Angeboten (z. B. Gemeinwesenarbeit) für die genannte Zielgruppe gibt es auch personenzentrierte (z. B. individuelle Hilfen) und bereichsbezogene (z. B. Jugendberufshilfe, Jugendgerichtshilfe) Zugänge. Diese finden auch in den gesetzlichen Rahmenbedingungen ihren Niederschlag. So beschreibt das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) in seinem Geltungsbereich Leistungen und andere Aufgaben zugunsten junger Menschen und Familien. Leistungen der Jugendhilfe sind z. B. Angebote der Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit, Angebote zur Förderung der Erziehung in der Familie, Erziehungs- und Eingliederungshilfen bis hin zur Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen. Weiter gefasst geht es bei der Erreichung von problematischen Gruppen von Jugendlichen um Angebote, die auf Integration und Teilhabe setzen. So hält die Stadt Frankfurt am Main Jugendhäuser vor, deren Konzepte und Angebote stadtteilorientiert sind und die auf krisenhafte Entwicklungen im Sozialraum mit der Veränderung ihrer Formate und Methoden reagieren können. Der Zugang zu den Jugendhäusern ist niedrigschwellig und die Inanspruchnahme ist freiwillig. Daher werden junge Menschen durch diese Einrichtungen nur teilweise erreicht. Mit den Jugendhäusern kooperieren unter anderem Jugendbüros. Diese leisten aufsuchende Jugendarbeit und konzentrieren ihre Aktivitäten sowohl auf die individuelle Unterstützung von Jugendlichen als auch auf Jugendlichengruppen und Cliquen, die ihren Aufenthalt auf die Straße oder andere Orte im öffentlichen Raum verlagert haben.
Zu 2:
Stadtweit arbeiten 15 Fachkräfte auf insgesamt 9 Vollzeitstellen im Bereich Streetwork bzw. aufsuchende Jugendarbeit. Diese sind vorwiegend bei Trägern der Jugendhilfe angebunden, deren Standorte sich in Stadtteilen mit hoher Problemdichte befinden. Für die nördlichen Stadtteile Frankfurts gibt es zwei Stellen für Streetwork, die für die Stadtteile Eschersheim, Ginnheim und Dornbusch vorgesehen sind. Die Erfahrungen mit Streetwork sind sehr unterschiedlich, jedoch vorwiegend positiv.
Vor der Installation einer aufsuchenden Arbeit wird oft eine Gruppen- bzw. Feldanalyse zwecks Abklärung konkreter Bedarfe durchgeführt. Erst nach einer solchen Analyse kann gesagt werden, ob in Harheim – auch vor dem Hintergrund der Bedarfslage in anderen Stadtteilen und der notwendigen Prioritätensetzung angesichts knapper Mittel – der Einsatz von Streetworkern in Harheim sinnvoll ist.
Zu 3:
Aus finanziellen Gründen ist die Schaffung eines offenen Jugendtreffs für Harheim derzeit nicht realisierbar. Mittel für den Bau und Betrieb eines Jugendhauses sind frühestens ab 2012 in den Investitionshaushalt einstellbar. Neben Jugendeinrichtungen fördert die Stadt Frankfurt auch Gruppen und Initiativen, die Jugendarbeit leisten. Die Bezuschussung solcher Angebote ist an ein formelles Antragsverfahren gebunden. Ein entsprechender Antrag einer Initiative aus Harheim liegt dem Jugend- und Sozialamt nicht vor.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 8. November 2009OFOF 175/14Jugendarbeit in HarheimOrtsbeiratsantrag · SPD
- 23. November 2009VV 1144Jugendarbeit in HarheimAnfrage
- 3. Februar 2010Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 12 WochenSTST 268Jugendarbeit in HarheimStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab