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Personalmangel aktiv entgegenwirken

Vorlagentyp: STMagistrat
9 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat Maßnahmen zur Bekämpfung des Personalmangels vorgestellt, die unter anderem die Personalwerbung, Rekrutierung und Fortbildung umfassen. Ziel ist es, die Stadt als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und die Ausbildungsquote zu erhöhen, um den demografischen Wandel und den Personalbedarf in der Verwaltung zu bewältigen.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main nimmt zu den Anregungen wie folgt Stellung:

Personalwerbung / Rekrutierung

Um auf dem Arbeitsmarkt präsent zu sein und sich attraktiv als Arbeitgeberin präsentieren zu können, wurde im Jahr 2021 mit der Arbeitgebermarke "Stadt-Up Frankfurt" ein modernes Design für alle städtischen Personalwerbungsinstrumente geschaffen und neues Bildmaterial mit ausnahmslos städtischen Beschäftigten angefertigt. Bei der Erstellung und dem Einsatz des Bildmaterials wird auf Diversität geachtet, so dass sich möglichst alle Zielgruppen angesprochen fühlen und sich bei der Stadt Frankfurt am Main bewerben.

Die Stadt Frankfurt am Main ist im Hinblick auf die Imagepflege bereits seit mehr als zehn Jahren auf Ausbildungsmessen aktiv vertreten. Seit 2021 ist die Stadtverwaltung mit unterschiedlichen Ämtern und Betrieben auf der Jobmesse anzutreffen und insbesondere für Fach- und Führungskräfte ansprechbar. Um möglichst viele Schüler:innen zu erreichen, werden in unregelmäßigen Abständen auch Frankfurter Schulen mit Vorabgangs- sowie Abgangsklassen besucht, um dort für unsere Ausbildungs- und Studienplätze zu werben. Auch wurden Flyer zur Personalwerbung in Gastronomiebetrieben und im Einzelhandel im Bahnhofsviertel, im Filmforum Höchst sowie in Ämtern und Betrieben mit Bürger:innen-Kontakt verteilt.

Im Rahmen der eigentlichen Rekrutierung nutzen die Ämter und Betriebe der Stadt Frankfurt am Main abhängig von den Zielgruppen unterschiedlichste Stellenportale, Magazine und andere Printanzeigen. Auch für die Rekrutierung von Nachwuchskräften werden Stellen in einschlägigen Onlinebörsen veröffentlicht. In 2022 wurden zusätzlich Aushänge und Flyer mit offenen Stellen an alle Frankfurter Schulen mit Abgangsklassen versendet. Erstmals wurde das Angebot der so genannten Zukunftssäulen in Schulen genutzt, um animierte Stellenangebote zu veröffentlichen.

Seit August 2021 betreibt die städtische Personalwerbung zudem den Instagramkanal @stadtupfrankfurt, auf dem zeitgemäß für die Stadt Frankfurt am Main als Arbeitgeberin geworben wird. Der Kanal dient sowohl der Imagepflege als auch als Rekrutierungsinstrument im weiteren Sinne. Hier wird auf die Messebesuche und auf ausgeschriebene Stellen für Fach-, Führungs- und Nachwuchskräfte hingewiesen. Zudem werden auf diesem Kanal Berufsbilder in kurzen Videos vorgestellt. Das Personal- und Organisationsamt produziert mit interessierten Ämtern und Betriebe den Content für Minikampagnen auf Instagram, damit bestimmte Berufsbilder gesondert in den Fokus gestellt werden können.

Zudem werben Nachwuchskräfte im Rahmen des implementierten Ausbildungsbotschafter:innen-Konzepts für die Stadt Frankfurt am Main. Die Erfahrungen von Botschafter:innen werden von potenziellen Bewerbenden als authentisch wahrgenommen und geschätzt. Aus diesem Grund sollen die städtischen Ausbildungsbotschafter:innen künftig nicht nur bei Veranstaltungen wie beispielsweise Ausbildungsmessen und Schulbesuchen eingesetzt werden, sondern vermehrt auch auf dem Instagramkanal @stadtupfrankfurt sowie der Karriereseite und Stellenportalen in Erscheinung treten.

Externe Bewerber:innen finden die Stellenausschreibungen auf dem Jobportal der Stadt Frankfurt am Main -www.stadtfrankfurtjobs.de- und interne Mitarbeiter:innen auf dem Jobportal -www.intern.stadtfrankfurtjobs.de-. Seit 2021 sind alle Ämter und Betriebe an das Online-Bewerbungsmanagement rexx Recruitment angeschlossen. Die Bewerbungsprozesse der Stadt Frankfurt am Main werden seither digital abgebildet. Da alle am Verfahren Beteiligten Zugriff auf die elektronische Bewerbungsmappe der Bewerbenden haben, werden hierdurch die Bewerbungsprozesse deutlich schneller und effizienter abwickelt.

Im Rahmen des strategischen Personalmanagements der Stadt Frankfurt am Main wurden aktuell strategische Ziele für den Personalbereich definiert. Diese stadtweit geltenden Wirkungsziele legen operativ fest, wie die Stadtverwaltung sich nach innen und außen entwickeln will. Die Strategie gibt einen einheitlichen, allgemeinen Aktionsrahmen für die Stadtverwaltung vor. In diesem Zusammenhang wird ab dem Ausbildungsjahr 2024 die bisherige Ausbildungsquote in den zentral ausgebildeten Berufsbildern nochmals erhöht. Es ist beabsichtigt, ab 2024 jährlich sodann bis zu 250 Nachwuchskräfte im Bereich der Verwaltungsberufe einzustellen, um die vorhandenen Personalbedarfe in den Ämtern und Betrieben bestmöglich zu decken. Die Erhöhung der Ausbildungsquote stellt einen wichtigen Baustein zur Bewältigung der gesamtstädtischen Personalknappheit aufgrund des voranschreitenden demografischen Wandels dar und dient somit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Weiterhin ist es beabsichtigt, im Rahmen des strategischen Personalmanagements für die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sowie für den Bereich Gesundheit ein passendes Maßnahmenpaket mit den Ämtern und Betrieben zu entwickeln, um die Möglichkeiten der Personalgewinnung und -bindung der Stadt Frankfurt am Main in diesem Bereich zu stärken und auf dem Arbeitsmarkt als attraktive Arbeitgeberin auftreten zu können.

Aus- und Fortbildung

Mit einem vielfältigen Fortbildungsangebot von über 240 Qualifizierungsmaßnahmen in unterschiedlichen Kompetenzfeldern, einem Trainee- sowie Mentoringprogramm und Studiengängen, die berufsbegleitend angeboten werden, unterstützt die Stadt Frankfurt am Main die Kompetenzentwicklung ihrer Mitarbeitenden und bereitet sie optimal auf Fach- und Führungspositionen in der Stadtverwaltung vor. Auch ist im Rahmen des strategischen Personalmanagements der Stadt Frankfurt am Main das lebenslange Lernen ein bedeutsamer Wirkfaktor, wenn es um Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Stadtverwaltung geht. Daher soll zukünftig eine Lernplattform, die ein flexibles, individuelles und ortsunabhängiges Lernen ermöglicht, die Weiterentwicklung des städtischen Personals in seinen verschiedenen Lebensphasen und -situationen unterstützen.

Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität

Neben der Gestaltung individueller Karrierewege, die berufliche und private Interessen berücksichtigen, hat die Stadt Frankfurt am Main umfangreiche Maßnahmen und Konzepte erarbeitet, die zur Steigerung der Attraktivität der Stadt Frankfurt am Main als familienfreundliche Arbeitgeberin beitragen. So bietet die Stadt Frankfurt am Main ihren Mitarbeitenden vielfältige flexible Arbeitsformen an, um den Mitarbeitenden - einschließlich Führungskräften - lebensphasenorientiert eine besser gelingende Vereinbarkeit von Familie, Pflege von Angehörigen und Beruf zu ermöglichen. Die Maßnahmen und Angebote umfassen u. a. vielfältige Teilzeitmodelle, zahlreiche Möglichkeiten der Arbeitszeitflexibilisierung, Jahres- und Lebensarbeitszeitkonten, Sabbaticals, Beurlaubungen sowie die Möglichkeiten des ortsflexiblen Arbeitens in Form von mobilem Arbeiten und alternierender Telearbeit. Des Weiteren stehen Mitarbeitenden der Stadt Frankfurt am Main auch Betriebskitaplätze in Form eines Kontingentangebotes zur Verfügung.

Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements engagiert sich die Stadt Frankfurt am Main für die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeitenden. Die Gesunderhalt der Mitarbeitenden steht auch im besonderen Fokus des strategischen Personalmanagements. Um das damit verbundene Wirkungsziel "Senkung des Krankenstands" zu erreichen, bedarf es eines präventiven Handlungsansatzes. Das Personal- und Organisationsamt hat einen entsprechenden Prozess entwickelt, den es im Dialog mit den betroffenen Ämtern und Betrieben seit diesem Jahr durchführt.

Die präventiven Handlungsansätze für ein gesünderes Arbeitsumfeld sind sehr umfangreich und reichen beispielsweise von klassischen arbeitsschutzrechtlichen Maßnahmen (z. B. Gefährdungsbeurteilungen, auch hinsichtlich psychischer Belastungen, Betrachtung des Unfallgeschehens, Unterweisungen, Ergonomie am Arbeitsplatz) über das Betriebliche Eingliederungsmanagement und die Betriebliche Gesundheitsförderung bis hin zur Gesunden Führung und Qualifizierung der Mitarbeitenden. Aber auch Kulturthemen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Flexibilität der Arbeitszeit und des Arbeitsortes gehören dazu sowie eine Konfliktbehandlung, in der diese frühzeitig angesprochen und einer Klärung zugeführt werden.

Der Leitgedanke der Prävention ist dabei ebenso wichtig, wie die Unterstützung in Phasen einer Rehabilitation. Die Mitarbeitenden haben die Möglichkeit von zahlreichen Präventionsangeboten Gebrauch zu machen und werden über diesen Weg in ihrer privaten und beruflichen Leistungsfähigkeit nachhaltig gestärkt. Die Angebotsvielfalt erstreckt sich bei der Gesundheitsförderung über verschiedene Schnupperkurse, Kooperationen mit Frankfurter Sportvereinen, Betriebssportgruppen sowie verschiedene Events (wie dem J.P. Morgan Firmenlauf, der Aktion "mit dem Rad zur Arbeit" oder regelmäßigen Gesundheitstagen) bis hin zu Fortbildungs- und Informationsangeboten zu Themen wie Stress, Ernährung oder gesunde Führung.

Stellenplan in der kommunalen Verwaltung

Der Stellenplan setzt den Rahmen für die Anzahl der auf Dauer beschäftigten Mitarbeitenden (vgl. § 5 Abs. 1 S. 1 Gemeindehaushaltsverordnung - GemHVO-Doppik: "Der Stellenplan hat die im Haushaltsjahr erforderlichen Stellen der Beamtinnen und Beamten und der nicht nur vorübergehend eingestellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auszuweisen."). Eine Überbesetzung von Stellen kann aufgrund dieses rechtlichen Rahmens nicht erfolgen. Es ist jedoch möglich, den im Stellenplan ausgewiesenen Bestand an Planstellen flexibel zu nutzen. Beispielsweise können zur Verstärkung eines Aufgabenbereichs Planstellen eines anderen Aufgabenbereichs (ganz oder anteilig) herangezogen werden - das erfolgt dann in der Regel innerhalb eines Amtes oder Betriebes. Zur Bewältigung von Arbeitsspitzen oder beispielsweise bei einem zeitweise erhöhten Krankenstand wird zudem teilweise von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Zeitarbeitskräfte einzustellen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 28. Juni 2023OFOF 555/3Personalmangel aktiv entgegenwirkenOrtsbeiratsantrag · LINKE.
  2. 13. Juli 2023OMOM 4271Personalmangel aktiv entgegenwirkenDirektanregung
  3. 28. August 2023Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 9 Wochen
    STST 1838Personalmangel aktiv entgegenwirken
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

Mitdiskutieren

Ortsbeiratssitzung
Alle verknüpften Vorlagen