Beitritt zur Initiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten": Tempo 30 auf dem Riedberg und in ganz Frankfurt
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt am Main hat bereits im Januar 2022 der Initiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten" beigetreten. Der Magistrat lehnt Modellprojekte zur Einführung von Tempo 30 ab und fordert eine politische Entscheidung auf Bundesebene zur Senkung der Regelgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h auf 30 km/h.
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Thema Verkehr und Straße verfolgenStellungnahme des Magistrats
Zu 1.:
Die Stadt Frankfurt am Main ist bereits im Januar 2022 der Initiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten" beigetreten.
Zu 2.:
Das Straßenverkehrsamt als Untere Straßenverkehrsbehörde lehnt Modellprojekte mit Blick auf die bundeseinheitlich geltenden Regelungen des Verkehrszeichens 310 "Ortstafel" ab und hält diese auch in Hinblick auf zusätzlichen Erkenntnisgewinn für entbehrlich:
Es ist Kraftfahrzeugführer:innen nicht zu vermitteln und insofern auch nicht rechtssicher zu überwachen, dass die verlässlich von der Ortstafel angeordneten Regelungen (z.B. Tempo 50) nunmehr gebietsweise andere sein sollen. Auch weitere Zusatzschilder werden hierfür ungeeignet erachtet, erst recht eine Modellversuchsanordnung mit Verwendung einer Unzahl von neuen "runden 30" (Verkehrszeichen 274-30). Denn fundamental neue Erkenntnisse sind aus Sicht des Magistrats ebenfalls nicht zu erwarten, auch dürften die Regelungen in den allermeisten Großstädten nach Abschluss der Verkehrsberuhigung von Wohnquartieren bereits faktisch heute schon weitestgehend entsprechend sein (namentlich in Frankfurt am Main, siehe folgenden Planauszug der eingerichteten Tempo-30-Zonen):
Aus straßenverkehrsbehördlicher Sicht bedarf es hier einzig der lange überfälligen - und seitens des Magistrats in der Sache voll unterstützen - politischen Entscheidung auf Bundesebene, die Regelgeschwindigkeit innerorts von 50km/h auf 30km/h zu senken. Der Verordnungsgeber sollte auch mit bedenken, wie nach einer Regelumkehr mit heute bestehenden Tempo-30-Zonen verfahren wird. Hier wäre aus Sicht des Magistrats der Einstieg in die ansonsten in den meisten Ländern Europas übliche Regelung der "Begegnungszone" erwägenswert, um innerhalb ansonsten dann ggf. als Regelung aufzuhebender Tempo-30-Zonen sinnvoll neu differenzieren zu können.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar. Nach der letzten Antwort wurde das Thema erneut aufgegriffen.
- 3. Februar 2022OFOF 167/12Beitritt zur Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“: Tempo 30 auf dem Riedberg und in ganz FrankfurtOrtsbeiratsantrag · SPD
- 18. Februar 2022OAOA 155Beitritt zur Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“: Tempo 30 auf dem Riedberg und in ganz FrankfurtAnregung
- 22. Juli 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 24 WochenSTST 1648Beitritt zur Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“: Tempo 30 auf dem Riedberg und in ganz FrankfurtStellungnahme
- 2. Oktober 2022OFOF 297/12Beitritt zur Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“: Tempo 30 auf dem Riedberg und in ganz FrankfurtOrtsbeiratsantrag · SPD
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab