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Bienenschutzprogramm Frankfurt

Vorlagentyp: STMagistrat
18 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren
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Inhalt

Stellungnahme des Magistrats vom 06.08.2018, ST 1534

Betreff: Bienenschutzprogramm Frankfurt Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten sind gefährdet und stehen in Deutschland auf der Roten Liste. Unterschiedliche Bedrohungsfaktoren wie Krankheitserreger, die Intensivierung der Landwirtschaft mit ihren Pestizideinsätzen und Monokulturen, die Strukturverarmung der Landschaft, und damit einhergehender Verlust von Lebensräumen und der Rückgang des Blütenangebots stehen in der Diskussion um die Bestandsrückgänge. Als Blütenbestäuber nehmen Bienen eine Schlüsselfunktion in unseren Ökosystemen ein, so dass der Erhalt und die Förderung von Bienen auch für die Stadt Frankfurt am Main von besonderer Bedeutung sind. Unterschiedliche Maßnahmen und Programme der Stadt Frankfurt am Main bestehen bereits bzw. sind in der (Weiter-)Entwicklung und tragen zum Erhalt und zur Förderung von Bienen bei: Frankfurter Biodiversitätsklausel Seit 2012 gilt im Pachtvertrag für Ackerland der Stadt Frankfurt am Main die "Biodiversitätsklausel". Diese schreibt vor, dass ab einer Pachtfläche von mehr als 5000 Quadratmetern auf ein Prozent der von der Stadt gepachteten Fläche konkrete Maßnahmen für die Arten- und Biotopvielfalt durchgeführt werden müssen. Von sechs möglichen Maßnahmen ist die am häufigsten gewählte Maßnahme (in 2017 etwa die Hälfte: 37 Maßnahmen von 75 Landwirten) die Anlage von ein- oder mehrjährigen Blühstreifen und Blühflächen. Dadurch wird das Blühangebot und somit die Nahrungsgrundlage für Bestäuber erhöht. Frankfurter Arten- und Biotopschutzkonzept Das Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main ist gemäß Stadtverordnetenbeschluss beauftragt worden, ein Arten- und Biotopschutzkonzept für Frankfurt am Main zu erstellen. Das Konzept wird in den nächsten 2 Jahren vom Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH (PAN) in enger Abstimmung mit dem Umweltamt entwickelt und wird fachlich von einem Fachbeirat sowie einem Expertengremium lokaler Experten/ Gebietskenner begleitet. Dabei werden einerseits konkrete Artenhilfsmaßnahmen als auch Maßnahmen zum Erhalt und zur Vernetzung von Biotopen konzipiert. Ziel des Frankfurter Arten- und Biotopschutzkonzepts ist es, als naturschutzfachliche Grundlage und strategische Leitlinie einen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität in Frankfurt zu leisten. Da in dem Expertengremium sowohl der Imkerverband als auch Wildbienenexperten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vertreten sind, wird sichergestellt, dass Maßnahmen zum Erhalt der Bienen in das Konzept eingehen und im Anschluss umgesetzt werden. Förderung von Streuobstwiesen Um die Frankfurter Streuobstwiesen, die ein hohes Blütenangebot für Bienen aufweisen, zu sichern und zu erhalten, hat die Stadt Frankfurt am Main im Jahr 1991 ein Förderprogramm ins Leben gerufen. Seitdem gibt es auf Antrag Zuschüsse für Baumschnitt und Neuanpflanzungen. Wiesen-Konzept Seit 2013 verfolgt das Grünflächenamt verstärkt das Ziel, artenarme Grünflächen in artenreiche Wiesen umzuwandeln. So wird mehr Vielfalt ins öffentliche Grün gebracht und zugleich das Blütenangebot in Grünanlagen, Parks oder am Straßenrand für Bienen erhöht. Seit April 2016 beteiligt sich die Stadt Frankfurt am Main mit dem Grünflächenamt als eine von insgesamt fünf Pilotkommunen am bundesweiten Förderprojekt ́Stadtgrün-Artenreich und Vielfältig` mit einer Projektfläche in der Gerbermühlstrasse. Projektpartner sind das Bündnis "Kommunen für Biologische Vielfalt" und die Deutsche Umwelthilfe. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung der Bürgerschaft sind entscheidend für den Erfolg von Natur- und Artenschutzmaßnahmen - auch für die Bienen. Das Frankfurter Bildungsprogramm "Entdecken, Forschen, Lernen" erreicht jährlich über 20.000 Interessierte aller Altersklassen, so dass durch gezielte Naturerfahrung und Naturerlebnisse der Wert der Natur ins Bewusstsein rückt und das Entstehen von gesellschaftlichem Engagement unterstützt wird. Darüber hinaus werden u.a. Kindertagesstätten und Schulen beim Vorkommen von Wildbienen vom Umweltamt beraten sowie die Errichtung von Insektenhotels medial begleitet. Städte wagen Wildnis Im Rahmen des vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderten Projekts können sich in zwei Modellgebieten in Frankfurt am Main - im Nordpark und am Monte Scherbelino - Stadtwildnis-Gebiete etablieren. Die eigendynamische Entwicklung von Stadtwildnis und das Zulassen ungesteuerter Prozesse bewirken das Entstehen weiterer, auch für Bienen attraktiver Lebensräume. Die dargestellten unterschiedlichen Programme und Konzepte zeigen auf, dass der Magistrat bereits verschiedene Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität einschließlich Maßnahmen gegen die Bestandsrückgänge von Bienen ergreift und der Verantwortung für die Nutzung öffentlicher Flächen im Rahmen der personellen Möglichkeiten gerecht wird.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 3. April 2018OFOF 154/13Bienenschutzprogramm FrankfurtOrtsbeiratsantrag · SPD
  2. 17. April 2018OMOM 3037Bienenschutzprogramm FrankfurtDirektanregung
  3. 6. August 2018Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 18 Wochen
    STST 1534Bienenschutzprogramm Frankfurt
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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