Resilienz und Selbstbefähigung der Bevölkerung im Nordend sicherstellen
Zusammenfassung
Die Stellungnahme des Magistrats behandelt die Sicherstellung von Resilienz und Selbstbefähigung der Bevölkerung im Nordend bei möglichen Schadenslagen wie Stromausfällen. Durch Informations- und Bildungsangebote sowie Notfallkonzepte sollen Bürgerinnen und Bürger darauf vorbereitet werden, eigenständig Vorsorge zu treffen und in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Der Magistrat plant die Ausweitung dieser Maßnahmen, insbesondere im schulischen Bereich, um die Bevölkerung effektiver zu unterstützen.
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Thema Sicherheit verfolgenStellungnahme des Magistrats
Es ist wesentlich, dass die Bürgerinnen und Bürger eigenständig Vorsorge und Resilienzstärkung für Schadenslagen, wie beispielsweise einem flächendeckenden und langanhaltenden Stromausfall oder einer größeren Gasmangellage, betreiben. Der Magistrat weist daher explizit auf Vorkehrungsmaßnahmen hin, die die Bürgerinnen und Bürger eigenständig treffen sollten. Hilfreich sind hierzu Informationen, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausgibt. Informationen sowie Antworten zu häufig gestellten Fragen zur Vorsorge können beispielsweise unter www.feuerwehr-frankfurt.de/ihre-sicherheit/vorsorge-und-selbstschutz abgerufen werden. Die Organisationen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes werden einen größeren Ausfall betroffener Infrastrukturen nicht kompensieren können. Dies vorausgeschickt, beantworten wir die nachstehenden Fragen wie folgt:
Antwort zu Frage 1:
Notfall- und Krisenpläne für diverse Situationen bestehen und werden regelmäßig mit dem Blick auf sich verändernde Rahmenbedingungen, Gefährdungslagen und Risiken hin überprüft und aktualisiert. Der Magistrat steht hierzu auch im Austausch mit Betreibern kritischer Infrastrukturen, wie etwa der Mainova AG, sowie anderen relevanten Akteuren, wie dem Land Hessen. Sollte es dennoch zu einer Gasmangellage und damit verbundenen Stromausfällen in Frankfurt am Main (beispielsweise auch durch Sabotage) kommen, bestehen für Feuerwehr und Rettungsdienst weiterführende Maßnahmenpläne im Rahmen des Bevölkerungsschutzes. Die Wirksamkeit dieser Planungen wird regelmäßig fortgeschrieben und durch Übungen gefestigt. Der Übungsschwerpunkt liegt hierbei in der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Einsatzstrukturen in hochdynamischen Gefahrenlagen, um Schäden so effektiv wie möglich beheben zu können.
Antwort zu Frage 2:
Auf die einleitenden Ausführungen sei verwiesen. Der Magistrat weist hierbei auf Vorkehrungsmaßnahmen hin, die die Bürgerinnen und Bürger eigenständig treffen sollten. Hilfreich sind hierzu Informationen, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausgibt. Informationen sowie Antworten zu häufig gestellten Fragen zur Vorsorge können beispielsweise unter www.feuerwehr-frankfurt.de/ihre-sicherheit/vorsorge-und-selbstschutz abgerufen werden. Auf die Informationen des BBK verweisen Versorgungsunternehmen, Sicherheitsbehörden und Stadtverwaltung regelmäßig im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit.
Die Branddirektion erweiterte Ende 2022 ihre Öffentlichkeitsarbeit um die Präsenz auf den digitalen Screens der Firma Ströer. Rund 300 dieser Stadtinformationsanlagen des Medienhauses Ströer gibt es in Frankfurt am Main. Der Fokus der Nutzung richtet sich hier gezielt auf die sogenannte Risikokommunikation, in der beispielsweise grundsätzliche Hinweise an die Bevölkerung gegeben werden, wie Gefahren zu vermeiden, sich vor diesen zu schützen oder mit diesen umzugehen sind. Als kommunal zuständige Katastrophenschutzbehörde kommuniziert die Feuerwehr dabei auch aktuelle Themen zur Notfallvorsorge für einen möglichen Stromausfall. Wer in Frankfurt am Main auf eine U- oder S-Bahn wartet, bekommt zudem über die öffentlichen Info-Screens in den Stationen parallel zu Tagesnachrichten und Werbe-Spots auch praktische Hinweise zum häuslichen Brandschutz zu sehen, wie beispielsweise zum Vermeiden der Überlastung von Mehrfachsteckdosen oder auch wie es gelingt, bei einem Stromausfall den Rettungsdienst zu rufen. Die Firma Ströer ist als Warnmultiplikator seit 2018 offizieller Partner des BBK.
Zusätzlich ist die Branddirektion mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften regelmäßig auf öffentlichen Veranstaltungen wie Stadtteilfesten, Märkten oder Informationsveranstaltungen vertreten und informiert dort über Selbstschutz- und Vorsorgemaßnahmen. Ergänzt wird dieses Angebot durch regelmäßig stattfindende Tage der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehren sowie der Berufsfeuerwehr, bei denen ebenfalls gezielt Informationen zum Selbstschutz und zur persönlichen Krisenvorsorge vermittelt werden. Die anerkannten Hilfsorganisationen wie Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter-Unfall-Hilfe bieten darüber hinaus kostenfreie Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutzinhalten an. In diesen Kursen wird explizit auf die Themen Vorsorge, Selbsthilfe und Verhalten in Krisen- und Katastrophensituationen eingegangen. Die jeweiligen Termine und Angebote sind über die Internetseiten der jeweiligen Organisationen abrufbar. Zudem hat die Branddirektion in der Vergangenheit über die Volkshochschule Frankfurt Kurse zu den Themen Krisenvorsorge und Selbstschutz angeboten. Diese Angebote wurden bislang jedoch nur in geringem Umfang von der Bevölkerung nachgefragt. Unabhängig davon sollen entsprechende Kurse weiterhin vorgehalten werden. Für eine Verstetigung und Ausweitung dieses Angebots wäre jedoch die Bereitstellung zusätzlicher personeller Ressourcen erforderlich. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass bereits vielfältige Informations- und Bildungsmaßnahmen bestehen. Eine Ausweitung, insbesondere im schulischen Bereich, ist vorgesehen.
Antwort zu Fragen 3, 4, 5 und 6:
Die Branddirektion verfügt über ein Konzept für Schadenslagen, indem beispielsweise bei Stromausfällen Anlaufstellen für die Bevölkerung an geeigneten Gebäuden oder Straßenkreuzungen im Stadtgebiet - und so auch im Nordend - eingerichtet werden können. Diese werden dann in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten über das Modulare Warnsystem (MoWaS) kommuniziert. Warnmeldungen und Hinweise erreichen weiterführend die Bevölkerung u. a. über Mobilfunknetze, Warn-Apps, Stadtwerbetafeln, Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen. Auch über das neue Sirenennetz werden Warnungen im Stadtgebiet voraussichtlich ab 2029 möglich sein. Die Planungen hierzu sind abgeschlossen, die Ausschreibung für Lieferung und Errichtung der Sirenen wird aktuell vorbereitet.
Anlauf-, Sammel- und Aufenthaltsstellen sind Bestandteil der Krisenplanung der Stadt Frankfurt am Main und können in Krisen- und Katastrophenlagen zeitnah als Notunterkünfte eingerichtet werden. Die Bevölkerung wird in den entsprechenden Lagen über die Anlaufstellen und Unterkünfte sowie deren örtliche Lage informiert werden.
Für den Informationskanal www.frankfurt.de arbeitet das Presse- und Informationsamt derzeit an verständlichen Informationen zum Thema Gefahrenlagen und Vorsorge. Ein Teil dieses Informationsangebots steht kurz vor der Veröffentlichung und wird nach und nach erweitert. Folgende Themen sind in Planung:
Ø Vorsorge für Strom- und Versorgungsunterbrechungen https://frankfurt.de/service-und-rathaus/service/lebenslagen/Stromausfall
Ø Warnung und Information in Gefahrenlagen
Ø Informationsseite zur Notfallvorsorge (die Themen Notbevorratung und Notgepäck werden derzeit vorbereitet)
Zu weiteren Themen gibt es bereits hilfreiche Seiten auf www.frankfurt.de, zum Beispiel zu Hitzeschutz, Unwetterlagen (Starkregen und Hochwasser) und Infektionsschutz. Diese werden ins Gesamtkonzept selbstverständlich eingebunden. Die Veröffentlichungen im Internet werden stets durch Presseinformationen und Beiträge über die Social-Media-Kanäle von Stadt und Feuerwehr begleitet. Auf der Homepage selbst werden Besucherinnen und Besucher an mehreren Stellen auf das weiterführende Informationsangebot aufmerksam gemacht.
Social-Media-Kanäle
Die Social-Media-Redaktionen der Feuerwehr Frankfurt und des Presse- und Informationsamtes (PIA) arbeiten seit jeher eng zusammen - sowohl in der Prävention als auch in der Krisenkommunikation. Plattform- und organisationsübergreifend folgen dem PIA und der Feuerwehr derzeit rund 934.000 Menschen (Stand April 2026) mit steigender Tendenz. Diese Reichweite in den sozialen Medien ist für die Stadt Frankfurt ein zentraler Baustein zur Stärkung der Resilienz und Selbstbefähigung der Frankfurter Bevölkerung.
Leuchtturmkonzept
Die Branddirektion erarbeitet derzeit ein umfassendes Einsatzkonzept für sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme (KatS-L). Diese sind im Falle eines Strom- oder Infrastrukturausfalls als dezentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung vorgesehen. Die Einrichtung der KatS-L erfolgt bedarfsorientiert an geeigneten Standorten im Stadtgebiet. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Versorgung, so dass die Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger in der Regel fußläufig erreichbar sind. Auf diese Weise wird eine verlässliche Informations- und Unterstützungsstruktur auch bei Ausfall digitaler Kommunikationswege sichergestellt. Zentrale Aufgabe der KatS-L ist die Information der Bevölkerung im Ereignisfall.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 8. Januar 2026OFOF 986/3Resilienz und Selbstbefähigung der Bevölkerung im Nordend sicherstellenOrtsbeiratsantrag · FDP
- 26. Februar 2026VV 1408Resilienz und Selbstbefähigung der Bevölkerung im Nordend sicherstellenAnfrage
- 29. Juni 2026Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 25 WochenSTST 1067Resilienz und Selbstbefähigung der Bevölkerung im Nordend sicherstellenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab