Flughafen neu denken - Stadtentwicklung muss möglich sein, auch im Frankfurter Süden
Zusammenfassung
Der Magistrat wird gebeten, Maßnahmen zu prüfen, um die Bevölkerung im Frankfurter Süden vor den negativen Auswirkungen des Flugverkehrs zu schützen. Dies umfasst die Optimierung von Flugrouten und Betriebsabläufen sowie die Entwicklung eines zukunftsfähigen Flughafenkonzepts. Ziel ist es, die Stadtentwicklung im Süden zu fördern und die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern.
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Thema Stadtplanung verfolgenAnregung
Frankfurt wächst - in den letzten 12 Jahren um fast 100.000 Einwohner.
Wir brauchen entsprechende Infrastruktur, auch in den südlichen Stadtteilen. In Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad fehlen Wohnungen, Schulen, Hortplätze, Krippen und Kitas. Siedlungsbeschränkungen aufgrund von Lärm- und Schadstoffbelastung durch den Flugverkehr sind nicht mehr tragbar. Es muss eine Lösung gefunden werden.
Dies vorausgeschickt, wird der Magistrat gebeten, zu prüfen und zu berichten, mit welchen Maßnahmen die Bevölkerung vor den Auswirkungen des Flugverkehrs geschützt werden kann. Insbesondere ist zu prüfen,
- welche Flugrouten die südlichen Stadtteile von Lärm und Schadstoffen entlasten könnten, sodass Stadtentwicklung auch im Frankfurter Süden möglich ist;
- wie Betriebsabläufe optimiert werden können, sodass auf den Betrieb der stadtnahen Landebahn Nordwest verzichtet werden kann
(Zum Vergleich: der Flughafen London-Heathrow fertigt jährlich 61 Millionen Passagiere ab, mit zwei Start- und Landebahnen. Heathrow ist erheblich pünktlicher als Frankfurt mit seinen 49 Millionen Passagieren und vier Start- und Landebahnen. Beide Angaben stammen aus 2022);
- wie der Flughafen langfristig klima- und raumverträglich weiterentwickelt werden könnte. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Reduzierung des Flugverkehrs. Der Luftraum über Frankfurt ist bereits überlastet. In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob das Gelände der Landebahn Nordwest eine Basis für eine entsprechende zukunftsfähige Umgestaltung und Weiterentwicklung des Flughafens und von Deutschlands Pendler-Hauptstadt Frankfurt insgesamt böte.
Entsprechend der Vereinbarung im Koalitionsvertrag wird der Magistrat gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Fraport AG durch die Verzahnung mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr den Flughafen zu einem zukunftsfähigen und krisensicheren multimodalen Mobilitäts-Hub weiterentwickelt, mit einem Geschäftsmodell, das auch klimafreundliche Verkehrsmittel miteinbezieht. Warum sollte sich die Fraport AG als Unternehmen in mehrheitlich öffentlicher Hand in Zeiten des Klimawandels auf Logistik und Infrastruktur für den Flugverkehr als umweltschädlichstes Verkehrsmittel beschränken?
Begründung
Stadtentwicklung muss möglich sein, auch im Frankfurter Süden. Es kann nicht sein, dass den südlichen Stadtteilen durch den Flugverkehr jegliche Entwicklungsmöglichkeit genommen wird. Der Flugverkehr hat eine dienende Funktion. Der Betrieb des Flughafens sollten sich nach der Stadtentwicklung richten und nicht die Stadtentwicklung behindern. Die Stadt ist gefordert, sich dafür einzusetzen, den Flughafen klima- und raumverträglich zu gestalten. Diese Forderung ist im Übrigen auch im Koalitionsvertrag verankert. Schutzzonen gibt es nicht ohne Grund. Statt Kinder, als höchst schützenswerte Gruppe, Lärm und Schadstoffemissionen des Flugverkehrs auszusetzen, sollte die Stadt alles dafür tun, um die Auswirkungen des Flughafens auf das Leben und die Gesundheit der Menschen in den südlichen Stadtteilen zu minimieren. Statt der Landebahn Nordwest brauchen wir Raum, um das Pendlerproblem zu lösen - mit einem multimodalen Umsteige-Hub mit schneller Anbindung in die Innenstadt. Wir brauchen ein zukunftsfähiges Verkehrs- und Logistikzentrum, wie es auch im Koalitionsvertrag gefordert ist. Das Flugzeug ist das umweltschädlichste Verkehrsmittel, weder nachhaltig noch zeitgemäß. Spätestens jetzt, in der Klimakrise, sollten sich die Verantwortlichen der Stadt für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Flughafenkonzept einsetzen, das kompatibel mit der dicht besiedelten Region ist. Die Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Investitionen steht immer mehr im Fokus. Der Luftraum über dem Frankfurter Flughafen ist begrenzt. Auf Bundesebene wird bereits gefordert, Kurzstrecken auf die Schiene zu verlagern. Der CO2-Ausstoß muss gesenkt werden. Die Gefahr, die von Luftschadstoffen und Feinstaub für den menschlichen Körper ausgeht, wird immer deutlicher. Es ist an der Zeit, das bisherige Geschäftsmodell der Fraport AG zu überdenken. Ein sinnvoller Schritt in diese Richtung wäre, nicht einseitig auf den Flugverkehr zu setzen. Der Frankfurter Flughafen könnte künftig ein multimodaler Verkehrs-Hub werden, der die Beförderung von Personen und Gütern auf allen Verkehrsträgern sicher, komfortabel und klimagerecht realisiert, an ein schnelles Hochleistungs-Fernbahnnetz angebunden und mit Regionalverkehrs- und ÖPNV-Anschlüssen aus der gesamten Region ausgestattet ist. Hier müssen wir ansetzen und neue nachhaltige, klimafreundliche und wirtschaftlich tragfähige Lösungen bieten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 5. Februar 2024OFOF 1022/5Flughafen neu denken - Stadtentwicklung muss möglich sein, auch im Frankfurter SüdenOrtsbeiratsantrag · fraktionslos
- 15. März 2024Sie sind hierOMOM 5321Flughafen neu denken - Stadtentwicklung muss möglich sein, auch im Frankfurter SüdenDirektanregung
- 30. August 2024Antwort des Magistrats · nach 30 WochenSTST 1610Flughafen neu denken - Stadtentwicklung muss möglich sein, auch im Frankfurter SüdenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Handlungs- oder Prüfauftrag, den der Ortsbeirat ohne Umweg über die Stadtverordnetenversammlung direkt an den Magistrat richtet. Sie entsteht aus einem beschlossenen Ortsbeiratsantrag (OF). Der Magistrat prüft das Anliegen und antwortet mit einer Stellungnahme (ST).
- 1Ortsbeirat beschließt OF
- 2als Direktanregung an den Magistrat
- 3Magistrat prüft
- 4Stellungnahme (ST) zurück an den Ortsbeirat
Frist: 12 Wochen für den Bericht des Magistrats
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme Aktenzeichen: 61-0