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Schnelle oberirdische barrierefreie Niederflurstraßenbahn direkt zum Hauptbahnhof statt U.5

Vorlagentyp: OFÖkoLinX-ARL
19 Wochen bis zur Antwort4 Stationen im Verfahren1 SitzungAngenommen

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Begründung

In einer barrierefreien, oberirdischen Niederflurstraßenbahn können die Menschen ihre Stadt sehen, sich den Stadtraum wieder aneignen. Es ist einfacher, aufeinander zu achten. Darüber hinaus kosten Straßenbahnen in Bau und Betrieb nur einen Bruchteil einer U-Bahn. Eine beschleunigte Niederflurstraßenbahn wäre vergleichbar schnell wie die U5, wenn die unterirdischen Wege zur bzw. von der Haltestelle eingerechnet werden und eine Verkehrsberuhigung der gesamten Altstadtstrecke vorgenommen wird. Die geplante "Sikorski-Schneise" wird das Nordend in der Eckenheimer Landstraße auf einer Länge von 300 Metern zerschneiden (zwei Stationen mit jeweils zwei versetzten Hochbahnsteigen). Die Sikorski-Schneise ist städtebaulich nicht nur aus ästhetischen Gründen abzulehnen. Sie ist eine typische, die Interessen des Stadteils ignorierende technokratische Verzweiflungstat. Die geplanten Hindernisse sind 60 - 80 cm hoch (teilweise plus Unterstand), sie durchtrennen die Querverbindungen von Kommunikation (Sicht, soziale Kontakte usw.) und Bewegung (Spazierengehen, einkaufen usw). Wieder einmal wird Stadtraum den Menschen entfremdet und das Zusammenleben aller Menschen im Stadtteil durch eine infrastrukturelle Fehlentscheidung empfindlich gestört. Statt die Barrierefreiheit im Nordend voranzubringen ist die "Sikorski-Schneise" eine neue Barriere für Rollstuhlfahrer, Blinde, Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrerinnen, ältere Menschen und Kinder. Nicht einmal eine barrierefreie U-Bahn-Station haben wir mit der Sikorski-Schneise. Für den Einstieg von Rollstuhlfahrerlnnen, Menschen mit Kinderwagen und Fahrrädern gibt es nur drei Türen, nur einen Waggon. Der restliche U-Bahn-Zug bleibt eine Barriere. Dazu werden für diese Gruppen die Wege an allen Stationen der U5 länger. Der Platz reicht jetzt schon oft nicht und zukünftig noch weniger. Wir aber wollen, dass in Frankfurt die Nutzung von Fahrrädern zunimmt, dass die Stadt freundlicher, sicherer und bequemer vor allem für ältere und behinderte Menschen und für Kinder wird. Die Sikorski-Schneise ist in jeder Hinsicht ein Rückschritt.

Inhalt

Antrag vom 02.09.2009, OF 766/3

Betreff:

Schnelle oberirdische barrierefreie Niederflurstraßenbahn direkt zum Hauptbahnhof statt U 5

Der Ortsbeirat beschließt:

Die Stadtverordnetenversammlung möge den Magistrat beauftragen, eine Studie mit folgendem Prüfungsinhalt in Auftrag zu geben:

  1. Es werden eine bzw. zwei oberirdische Straßenbahnverbindungen zum Hauptbahnhof untersucht. Hierbei werden auch die Varianten des GVP/ Städtebaubeirats geprüft. 1.1 Die Strecke soll ab Scheffeleck in neuen Gleisen über die Eschersheimer Anlage bis zum Friedberger Tor und dann Richtung Konrad-Adenauer-Straße auf den vorhandenen Gleisen geführt werden. Mindestens ein Gleis (stadtauswärts) wird vom fünfspurigen Straßenraum aufgenommen. Ob das zweite Gleis auch im linken Rand des Straßenraums (ohne Grünverlust) oder eingleisig stadteinwärts über die Tunnelrampe Richtung Friedberger Landstraße geführt wird, soll geprüft werden. 1.2 Die Straßenbahnhaltestelle Konstablerwache wird entsprechend erweitert und Teile des Straßenbahnverkehrs werden über die Allerheiligenstraße geführt, siehe GVP. Alternativ bzw. ergänzend wird die Kapazität der Haltestelle für die zukünftigen drei Straßenbahnlinien durch die Verlegung von zwei Buslinien in den Straßenraum erhöht. Hierbei ist auch zu prüfen, ob der Warteraum an der Haltestelle nicht nur durch schmalere Fahrspuren für den Autoverkehr sondern zusätzlich durch eine engere Führung der Gleise möglich wäre (vgl. Städtebaubeirat vom 27.8.2009). 1.3 Der evt. Umbau der Station in der Braubachstraße für eine Straßenbahn mit zwei Waggons wird einbezogen, der Willy-Brandt-Platz hat schon entsprechende Kapazitäten. Die Stationen in der Münchener Straße müssen geprüft werden. 1.4 Der Autoverkehr muss weitgehend aus der Altstadtstrecke genommen werden, besonders in der Braubachstraße und Münchener Straße. 1.5 Die gesamte Straßenbahnstrecke wird beschleunigt, an allen Kreuzungen hat die Straßenbahn Vorrang vor dem Autoverkehr. 1.6 Eine zusätzliche Straßenbahnverbindung von der Glauburgstraße in die Eckenheimer Landstraße wird geprüft. 1.7 Beim Kostenvergleich mit der U-Bahn sind nicht nur die Baukosten, sondern auch die Betriebskosten einschließlich des Kapitaldienstes zu berücksichtigen. 1.8 Die zweite alternative Lösung des Städtebaubeirates (Stellungnahme vom 27.8.2009) ist eine Kombination: erstens einer Niederflurstraßenbahn von Preungesheim zur Konstablerwache (unterirdische Anbindung) an Stelle der U5 und zweitens einer rein oberirischen Verbindung (gleichfalls Niederflurstraßenbahn) - ohne Umsteigen - von Preungesheim zum Hauptbahnhof über vorhandene Gleise und die Route: Friedberger Landstraße -Glauburgstraße - Eckenheimer Landstraße - Scheffeleck - Konrad-Adenauer-Straße bis zum Hauptbahnhof.
  2. Die Studie im Auftrag des Dezernenten Sikorski lehnt eine Niederflurstraßenbahn an Stelle der U 5 mit Tunnelanbindung an der Konstabler Wache ab. Eine Kombination mit einer oberirdischen Niederflurstraßenbahn bis zum Hauptbahnhof wurde überhaupt nicht untersucht! Diese Studie soll den Ortsbeiratsmitgliedern mit allen Zahlen sowie den Grundlagen für die Erhebung der Zahlen zugänglich gemacht werden.
  3. Die Stadtverordnetenversammlung wird aufgefordert ihren Beschluss § 547 vom 30.8.2001 aufzuheben. Begründung: In einer barrierefreien, oberirdischen Niederflurstraßenbahn können die Menschen ihre Stadt sehen, sich den Stadtraum wieder aneignen. Es ist einfacher, aufeinander zu achten. Darüber hinaus kosten Straßenbahnen in Bau und Betrieb nur einen Bruchteil einer U-Bahn. Eine beschleunigte Niederflurstraßenbahn wäre vergleichbar schnell wie die U5, wenn die unterirdischen Wege zur bzw. von der Haltestelle eingerechnet werden und eine Verkehrsberuhigung der gesamten Altstadtstrecke vorgenommen wird. Die geplante "Sikorski-Schneise" wird das Nordend in der Eckenheimer Landstraße auf einer Länge von 300 Metern zerschneiden (zwei Stationen mit jeweils zwei versetzten Hochbahnsteigen). Die Sikorski-Schneise ist städtebaulich nicht nur aus ästhetischen Gründen abzulehnen. Sie ist eine typische, die Interessen des Stadteils ignorierende technokratische Verzweiflungstat. Die geplanten Hindernisse sind 60 - 80 cm hoch (teilweise plus Unterstand), sie durchtrennen die Querverbindungen von Kommunikation (Sicht, soziale Kontakte usw.) und Bewegung (Spazierengehen, einkaufen usw). Wieder einmal wird Stadtraum den Menschen entfremdet und das Zusammenleben aller Menschen im Stadtteil durch eine infrastrukturelle Fehlentscheidung empfindlich gestört. Statt die Barrierefreiheit im Nordend voranzubringen ist die "Sikorski-Schneise" eine neue Barriere für Rollstuhlfahrer, Blinde, Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrerinnen, ältere Menschen und Kinder. Nicht einmal eine barrierefreie U-Bahn-Station haben wir mit der Sikorski-Schneise. Für den Einstieg von Rollstuhlfahrerlnnen, Menschen mit Kinderwagen und Fahrrädern gibt es nur drei Türen, nur einen Waggon. Der restliche U-Bahn-Zug bleibt eine Barriere. Dazu werden für diese Gruppen die Wege an allen Stationen der U5 länger. Der Platz reicht jetzt schon oft nicht und zukünftig noch weniger. Wir aber wollen, dass in Frankfurt die Nutzung von Fahrrädern zunimmt, dass die Stadt freundlicher, sicherer und bequemer vor allem für ältere und behinderte Menschen und für Kinder wird. Die Sikorski-Schneise ist in jeder Hinsicht ein Rückschritt. Beratung im Ortsbeirat: 3

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 2. September 2009Sie sind hier
    OFOF 766/3Schnelle oberirdische barrierefreie Niederflurstraßenbahn direkt zum Hauptbahnhof statt U.5
    Ortsbeiratsantrag · ÖkoLinX-ARL
  2. 3. September 2009OAOA 972Schnelle oberirdische barrierefreie Niederflurstraßenbahn direkt zum Hauptbahnhof statt U.5Anregung
  3. 11. Januar 2010BB 17eungesheimTitel/Betreff: Alternative zu Hochbahnsteigen in der Eckenheimer Landstraße: Linienkonzept zur zukünftigen ÖPNV-Anbindung des Bereichs Eckenheimer Landstraße/Frankfurter Berg und zur Stadtbahnerschließung des EuropaviertelsMagistratsbericht
  4. 11. Januar 2010Antwort des Magistrats · nach 19 WochenSTST 62Schnelle oberirdische barrierefreie Niederflurstraßenbahn direkt zum Hauptbahnhof statt U 5Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

OFAntrag aus dem Ortsbeirat

Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ortsbeirat berät & beschließt
  3. 3wird zu OA, OM, OI oder V
  4. 4Magistrat setzt um oder berichtet
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
OBR 3
Sitzung 36 · 03.09.2009
TO I, TOP 4
Angenommen
Anregung OA 972 2009 Die Vorlage OF 766/3 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Enthaltung:
2 SPD
Abstimmung im Original

Abstimmung: Annahme bei Enthaltung 2 SPD

Mitdiskutieren

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