Hitzeschutz an den oberirdischen Stationen der Stadtbahn-A-Strecke im Ortsbezirk 9
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Zusammenfassung
Der Ortsbeirat beantragt Maßnahmen zur Verbesserung des Hitzeschutzes an den oberirdischen U-Bahn-Stationen der A-Strecke im Ortsbezirk 9. Dies ist notwendig aufgrund der extremen Hitzetage in 2026, die eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Ziel ist die kurzfristige Umsetzung wirksamer Verschattungs- und Kühlmaßnahmen bis zum Sommer 2027.
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Am Weißen Stein — 17 weitere Vorlagen in den letzten zwölf Monaten, die letzte am 09.09.2026.
- Orangefarbene Bänke09.09.2026 · OF (Antrag Ortsbeirat)
- Verschmutzung am Platz Am Weißen Stein04.09.2026 · ST (Stellungnahme des Magistrats)
- Planungen zu Neubau/Sanierung der Maybachbrücke04.09.2026 · ST (Stellungnahme des Magistrats)
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Neues zu Am Weißen Stein per E-MailAntrag
Der Ortsbeirat möge beschließen:
der Magistrat wird gebeten,
kurzfristig für Schatten und Abkühlung an den oberirdischen Stationen der Stadtbahn-A-Strecke im Ortsbezirk 9 zu sorgen.
Die ersten sieben Monate des Jahres 2026 waren an der Frankfurter DWD-Station die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1935. Bis Anfang August wurden bereits 39 Hitzetage über 30 Grad Celsius gezählt, darunter 13 Tage über 35 Grad Celsius, dazu 17 Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius fiel. Dass das nicht nur unangenehm ist, sondern eine starke gesundheitliche Belastung darstellt, zeigen nicht zuletzt die stark gestiegenen Todeszahlen während der Hitzeperiode.
Wer im Sommer auf die U-Bahn angewiesen ist, kann dieser Hitze nicht ausweichen. Die Bahnsteige der A-Strecke haben durchsichtige Dächer und spenden keinen Schatten. Der Klimaplanatlas 2026 weist die Eschersheimer Landstraße, auf der die vier Stationen der A-Strecke liegen, als eines der hitzebelasteten Gebiete aus, Begrünung fehlt hier weitgehend.
Der Ortsbeirat fordert seit vielen Jahren und in mehreren Anläufen Nachbesserungen, für Abhilfe wurde aber noch immer nicht ansatzweise gesorgt: Eine Begrünung der Gleise sei ohne Beton-Nacharbeiten im zweistelligen Millionenbereich nicht möglich. Eine Begrünung der Zäune wurde abgelehnt. Für die Nachrüstung von Gründächern gibt es zahlreiche Einschränkungen. Eine nachträgliche Folierung von Haltestellendächern wurde zwar an einer Station erprobt und wirkt; eine weitere Folierung ist nach Auskunft des Konzessionärs im laufenden Vertrag jedoch nicht möglich. Mögen das im Einzelnen vielleicht nachvollziehbare Gründe sein, kann und darf in der Gesamtabwägung der Hitzeschutz nicht immer wieder als Ganzes hinten runterfallen. Den ablehnenden Fachurteilen einzelner Ämter und Gesellschaften muss eine lösungsorientierte Arbeitsgruppe gegenüberstehen, die auslotet, auf welchem Weg es zu Verbesserungen kommen kann.
Im Einzelnen wird der Magistrat daher gebeten,
- für die oberirdischen Stationen der A-Strecke im Ortsbezirk 9 (Dornbusch, Fritz-Tarnow-Straße, Lindenbaum, Am Weißen Stein) im Rahmen einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe zu prüfen und zu berichten, mit welchen Maßnahmen die Bahnsteige in der Sommerzeit verschattet und gekühlt werden können, und wirksame Maßnahmen bereits zum Sommer 2027 umzusetzen;
- zu berichten, ob wirksame Verschattung im Sommer und Hitzeschutz in den Wartehallen als Anforderung in den Vergabeunterlagen für die Neuvergabe der Werberechte stehen, und, falls die Vergabe noch nicht abgeschlossen ist, gegenüber der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH darauf hinzuwirken, dass sie auf jeden Fall aufgenommen werden. Außerdem wird er gebeten, zu berichten, ob die durch den Ortsbezirk 9 bereits geforderte Dachbegrünung in die Ausschreibung aufgenommen wurde und wie es sich mit nachträglichen Folierungen verhält;
- die genannten Stationen mit öffentlich erreichbaren Temperatursensoren auszustatten und bei der VGF darauf hinzuwirken, dass während der Hitzeperioden zum Beispiel mit Aushängen oder Durchsagen darauf hingewiesen wird, an welcher Station stadtauswärts ein verschatteter Umstieg möglich ist (z. B. Heddernheim);
- Sofern eine Neuplanung und Verlegung für die Haltestelle "Weißer Stein" weiterhin verfolgt wird (nach der Antwort des Magistrats auf die Anfrage F 3078/2025 vom April 2025 waren die Unterlagen für die Ausschreibung der Vorplanung noch in der Erstellung), das Thema Klimaanpassung und Verschattung zu einer zentralen Komponente der Planung zu machen, insbesondere, da die dort bestehende Begrünung durch den Umbau zunächst starke Einbußen erfahren würde.
Begründung
Der Ortsbeirat hat den Magistrat seit Jahren davon zu überzeugen versucht, geeignete Maßnahmen gegen die Hitze an den oberirdischen U-Bahn-Haltestellen der A-Linie zu ergreifen. Dass dies notwendig ist, wurde bisher noch nicht bestritten. Die aktuelle Klimaplanatlas-Karte zeigt es deutlich.
Jede einzelne Absage der vergangenen Jahre für die vom Ortsbeirat vorgeschlagenen Maßnahmen war für sich genommen mehr oder weniger nachvollziehbar. Das Ergebnis ist es nicht: Die Bürgerinnen und Bürger sind den Hitzeextremen weiterhin ausgesetzt, geeignete Maßnahmen wurden noch immer nicht ergriffen, und die VGF wird auch nicht von sich aus tätig, um ihre Fahrgäste zu schützen. Das ist nach den Erfahrungen dieses Sommers nicht länger hinnehmbar. Der Magistrat und seine Gesellschaften müssen sich der Verantwortung für die Klimaanpassung zügig und effektiv stellen. Eine geeignete Form dafür wäre eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe, in der es nur darum geht, geeignete Maßnahmen zu finden, Lösungen zu erarbeiten, wie diese trotz Schwierigkeiten und Widerständen geplant werden können und diese dann zeitnah an möglichst vielen Haltestellen umzusetzen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Der Weg dieser Vorlage
Am 7. August 2026 brachte GRÜNE im Ortsbeirat 9 diesen Antrag ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 20.08.2026 im OBR 9 angenommen. Mit dem Beschluss wurde der Antrag als OM 5161 (Direktanregung) weitergeleitet.
Weitere Vorlagen in diesem Verfahren
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, Linke, AfD und FDP gegen BFF (= Ablehnung)