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Schulentwicklungsplan 2

Vorlagentyp: OFdie_farbechten_-_LINKE.WASG
2 Stationen im Verfahren1 SitzungAngenommen

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Begründung

  1. Der Ist- Zustand: Die derzeitigen Klassenstärken der Schulen im Ortsbezirk zeigen, dass die Obergrenzen für Klassen insgesamt erreicht, oft sogar auch überschritten werden. Hauptschulklassen mit mehr als 25 Schülern (die Maximalgröße) wurden im Zeitraum 2000 – 2006 8 mal überschritten, in den Grundschulklassen 10 mal, in der Ebelfeldschule 7 mal, in der Kerschensteiner Schule drei mal. Vor allem am Liebiggymnasium werden für zu viele Schüler zu wenige Klassen gebildet, so dass die +3-Regelung nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist, die sogar noch manchmal überschritten wurde. Die Klassenräume, die ursprünglich für 25 Schüler konzipiert waren, sind entsprechend viel zu klein. In den vollgestopften Klassen sind Gruppenarbeitstische oder ein freier Zugang zur Tafel nur eine pädagogische Idee, von der man träumen kann. Besonders kritisch stellt sich die Situation in Fachräume dar. Ursprünglich ausgelegt auf eine Maximalgröße von 16, um z.B. Schülerversuche durchzuführen, sind die Fachräume der Michael- Ende- Schule viel zu eng und zu feucht. Hier besteht - bereits mehrfach angemeldet - dringender Handlungsbedarf. Die hohen Eingangsquoten der Schulen im Ortsbezirk zeigen eine Stabilität im Schülerzugang.
  2. Die Prognosen Der Schulentwicklungsplan geht für das gesamte Stadtgebiet und also auch für unseren Ortsbezirk - entgegen dem Trend - von steigenden Schülerzahlen aus. Diese Kinder sind bereits geboren, sie sind also tatsächlich in den nächsten Jahren zukünftige Schülerinnen und Schüler. Die Prognose ist mehr als nur eine Prognose, sie muss die Zunahme fest einkalkulieren. Aus diesen Zahlen ergibt sich für die Michael-Ende-Schule und für das Liebig- Gymnasium ein zusätzlicher Mehrbedarf an Räumen. Der Schulentwicklungsplan äußert sich aber an keiner Stelle über zusätzliche Investitionen, um dem Bedarf gerecht zu werden, spricht dagegen von einer „Umlenkung an benachbarte Schulstandorte“ (S. 174) für den Hauptschulzweig der Michael- Ende- Schule. Für die anderen Probleme gibt der Schulentwicklungsplan keine Lösungen an. Umlenkungen sind keine Lösung. Für den Grundschulbereich dürfen sie nicht in Frage kommen, weil Wohnortnähe ein zentraler pädagogischer Aspekt der Grundschule ist (von Freundschaften über Elternarbeit bis hin zur Selbständigkeit bei der Bewältigung des Schulweges). Für die Sekundarstufe gilt das gleiche:
    • Gerade für Hauptschüler ist der Bezug zum Stadtteil wichtig: in sozialer, in pädagogischer Hinsicht. Auch die wichtige Elternarbeit ist davon betroffen. Die Zusammenarbeit mit Grundschulen, die eine enge Kooperation von den KTs bis zum
  3. Schuljahr ermöglichen und der individuellen Einschätzung von Schülern gerecht werden können, ist zu bewahren. Die Integrationsleistung der Schulen, die den Hauptschülern einen Schulabschluss und eine Perspektive geben, darf nicht durch „Umlenkung“ gefährdet werden.
    • Die vom Kultusministerium gebotene Schwerpunktsetzung und Profilbildung der weiterführenden Schulen erfordern auf der anderen Seite die Freiheit der Eltern und Schüler, diese von ihr ausgewählte Schule auch besuchen zu dürfen. Bewußt in Kauf genommene Engpässe würden dieses Recht einschränken.
  4. Der Investitionsbedarf Die Investitionen im Bildungsbereich unterliegen seit Jahren dem Spardiktat der öffentlichen Haushalte und haben einen großen Nachholbedarf erzeugt. Wenn nun im Wahlkampf Hinweise auf aktuelle Investitionen erfolgen, sind damit lediglich die Sünden der Vergangenheit teilweise behoben, nicht aber die Zukunft der Bildung gesichert worden. “Im Mittelpunkt steht das Kind mit seinen Bildungsbedürfnissen“ (S. 12) heißt es hochtrabend und verheißungsvoll. Wenn dies und die folgenden Sätze keine hohlen Phrasen sein sollen, müssen den Erkenntnissen auch Schlussfolgerungen und diesen auch Investitionen folgen.
  5. Schülerberge und -täler. . Das Argument, der Schülerberg sei nur ein kurzfristiges Problem und müsse nur überstanden werden, weil danach ein Einbruch in den Geburten zu erwarten sei, zeigt sich seit Jahren als falsch. Die Klassen sind bislang nicht kleiner, sondern im Gegenteil immer größer geworden. Die Geburtenzahlen von Frankfurt in den letzten 6 Jahren belegen das Gegenteil der Aussage. Mit welchem Recht wird von einem Berg gesprochen, der danach verschwindet? Es gibt bislang keine nennenswerte Abwanderung aus Frankfurt, im Gegenteil: Frankfurt ist für Familien durchaus wieder attraktiv geworden. Damit das so bleibt, sollte zukunftsorientiert gehandelt werden.

Inhalt

Antrag vom 30.01.2007, OF 139/7

Betreff:

Schulentwicklungsplan 2

Der OBR 07 fordert einen Ausbau- Plan für die Schulen im Ortsbezirk im Schulentwicklungsplan 2007 - 2011, um die anstehende Zunahme der Schülerzahlen entsprechend der Vorgaben des Kultusministeriums zu gewährleisten, konkret heißt das:

  • für die Michael- Ende- Schule eine zügige Bearbeitung der bereits beantragten Ausbauten für die Pausenhalle und die beantragte neue große Turnhalle. Darüber hinaus müssen die Fachräume im Keller wegen der Feuchtigkeit grundsaniert und für die großen Klassen eingerichtet werden.
  • insbesondere müssen längerfristig neue Raumkapazitäten für die Liebigschule und die Michael- Ende- Schule geschaffen werden. Hierzu muss angesichts der Schülerprognosen noch in diesem Jahr ein Konzept erarbeitet werden.
  • Die über viele Jahre gewachsene Zusammenarbeit zwischen den Grundschulen im Ortsbezirk und den weiterführenden Schulen darf nicht durch "Umlenkungen“ gesprengt werden.

Begründung:

  1. Der Ist- Zustand:

Die derzeitigen Klassenstärken der Schulen im Ortsbezirk zeigen, dass die Obergrenzen für Klassen insgesamt erreicht, oft sogar auch überschritten werden. Hauptschulklassen mit mehr als 25 Schülern (die Maximalgröße) wurden im Zeitraum 2000 – 2006 8 mal überschritten, in den Grundschulklassen 10 mal, in der Ebelfeldschule 7 mal, in der Kerschensteiner Schule drei mal. Vor allem am Liebiggymnasium werden für zu viele Schüler zu wenige Klassen gebildet, so dass die +3-Regelung nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist, die sogar noch manchmal überschritten wurde. Die Klassenräume, die ursprünglich für 25 Schüler konzipiert waren, sind entsprechend viel zu klein. In den vollgestopften Klassen sind Gruppenarbeitstische oder ein freier Zugang zur Tafel nur eine pädagogische Idee, von der man träumen kann.

Besonders kritisch stellt sich die Situation in Fachräume dar. Ursprünglich ausgelegt auf eine Maximalgröße von 16, um z.B. Schülerversuche durchzuführen, sind die Fachräume der Michael- Ende- Schule viel zu eng und zu feucht. Hier besteht - bereits mehrfach angemeldet - dringender Handlungsbedarf.

Die hohen Eingangsquoten der Schulen im Ortsbezirk zeigen eine Stabilität im Schülerzugang.

  1. Die Prognosen

Der Schulentwicklungsplan geht für das gesamte Stadtgebiet und also auch für unseren Ortsbezirk - entgegen dem Trend - von steigenden Schülerzahlen aus. Diese Kinder sind bereits geboren, sie sind also tatsächlich in den nächsten Jahren zukünftige Schülerinnen und Schüler. Die Prognose ist mehr als nur eine Prognose, sie muss die Zunahme fest einkalkulieren.

Aus diesen Zahlen ergibt sich für die Michael-Ende-Schule und für das Liebig- Gymnasium ein zusätzlicher Mehrbedarf an Räumen. Der Schulentwicklungsplan äußert sich aber an keiner Stelle über zusätzliche Investitionen, um dem Bedarf gerecht zu werden, spricht dagegen von einer "Umlenkung an benachbarte Schulstandorte“ (S. 174) für den Hauptschulzweig der Michael- Ende- Schule. Für die anderen Probleme gibt der Schulentwicklungsplan keine Lösungen an.

Umlenkungen sind keine Lösung. Für den Grundschulbereich dürfen sie nicht in Frage kommen, weil Wohnortnähe ein zentraler pädagogischer Aspekt der Grundschule ist (von Freundschaften über Elternarbeit bis hin zur Selbständigkeit bei der Bewältigung des Schulweges). Für die Sekundarstufe gilt das gleiche:

  • Gerade für Hauptschüler ist der Bezug zum Stadtteil wichtig: in sozialer, in pädagogischer Hinsicht. Auch die wichtige Elternarbeit ist davon betroffen. Die Zusammenarbeit mit Grundschulen, die eine enge Kooperation von den KTs bis zum 5. Schuljahr ermöglichen und der individuellen Einschätzung von Schülern gerecht werden können, ist zu bewahren. Die Integrationsleistung der Schulen, die den Hauptschülern einen Schulabschluss und eine Perspektive geben, darf nicht durch "Umlenkung“ gefährdet werden.
  • Die vom Kultusministerium gebotene Schwerpunktsetzung und Profilbildung der weiterführenden Schulen erfordern auf der anderen Seite die Freiheit der Eltern und Schüler, diese von ihr ausgewählte Schule auch besuchen zu dürfen. Bewußt in Kauf genommene Engpässe würden dieses Recht einschränken.
  1. Der Investitionsbedarf

Die Investitionen im Bildungsbereich unterliegen seit Jahren dem Spardiktat der öffentlichen Haushalte und haben einen großen Nachholbedarf erzeugt. Wenn nun im Wahlkampf Hinweise auf aktuelle Investitionen erfolgen, sind damit lediglich die Sünden der Vergangenheit teilweise behoben, nicht aber die Zukunft der Bildung gesichert worden. “Im Mittelpunkt steht das Kind mit seinen Bildungsbedürfnissen“ (S. 12) heißt es hochtrabend und verheißungsvoll. Wenn dies und die folgenden Sätze keine hohlen Phrasen sein sollen, müssen den Erkenntnissen auch Schlussfolgerungen und diesen auch Investitionen folgen.

  1. Schülerberge und -täler. .

Das Argument, der Schülerberg sei nur ein kurzfristiges Problem und müsse nur überstanden werden, weil danach ein Einbruch in den Geburten zu erwarten sei, zeigt sich seit Jahren als falsch. Die Klassen sind bislang nicht kleiner, sondern im Gegenteil immer größer geworden. Die Geburtenzahlen von Frankfurt in den letzten 6 Jahren belegen das Gegenteil der Aussage. Mit welchem Recht wird von einem Berg gesprochen, der danach verschwindet? Es gibt bislang keine nennenswerte Abwanderung aus Frankfurt, im Gegenteil: Frankfurt ist für Familien durchaus wieder attraktiv geworden. Damit das so bleibt, sollte zukunftsorientiert gehandelt werden.

Hauptvorlage: Vortrag des Magistrats vom 22.12.2006, M 250 Beratung im Ortsbeirat: 7

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 30. Januar 2007Sie sind hier
    OFOF 139/7Schulentwicklungsplan 2
    Ortsbeiratsantrag · die_farbechten_-_LINKE.WASG
  2. 13. Februar 2007OAOA 301Schulentwicklungsplan Vortrag des Magistrats vom 22.12.2006, M 250Anregung

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

OFAntrag aus dem Ortsbeirat

Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ortsbeirat berät & beschließt
  3. 3wird zu OA, OM, OI oder V
  4. 4Magistrat setzt um oder berichtet
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
OBR 7
Sitzung 9 · 13.02.2007
TO I, TOP 12
Angenommen
Anregung OA 300 2007 Anregung OA 301 2007 1. Die Vorlage M 250 wird unter Hinweis auf die OA 300 und OA 301 abgelehnt. 2. Die Vorlage OF 137/7 wird abgelehnt. 3. Die Vorlage OF 138/7 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen. 4. Die Vorlage OF 139/7 wird mit der Maßgabe beschlossen, dass im letzten Satz nach dem Wort "Umlenkungen" die Worte "zwischen den weiterführenden Schule" eingefügt werden.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
CDUFarbechteFDPBFF
Ablehnung:
SPDGrüneREP
Enthaltung:
Fraktionslos
zu 2)
Zustimmung:
SPDGrüneFarbechteFraktionslos
Ablehnung:
CDUFDPBFFREP
zu 3)
Enthaltung:
BFF
zu 4)
Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. CDU, FARBECHTE, FDP und BFF gegen SPD, GRÜNE und REP (= Annahme) bei Enthaltung fraktionslos zu 2. SPD, GRÜNE, FARBECHTE und fraktionslos gegen CDU, FDP, BFF und REP (= Annahme) zu 3. Annahme bei Enthaltung BFF zu 4. Einstimmige Annahme

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