Kofinanzierung einer Gedenkplatte oder Stele zur Erinnerung an die drei B'nai B'rith Logen "Frankfurt Loge","Hermann-Cohen Loge" und "Marcus-Horovitz Loge"
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Zusammenfassung
Der Ortsbeirat 2 beantragt die Kofinanzierung einer Gedenkplatte zur Erinnerung an die B'nai B'rith Logen in Frankfurt am Main. Der Vorschlag zielt darauf ab, das jüdische Erbe zu würdigen und das Bewusstsein für die Geschichte der jüdischen Organisationen in der Stadt zu stärken.
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Der Ortsbeirat wolle beschließen:
Der Ortsbeirat 2 stellt aus eigenen Mitteln einen Betrag von bis zu 3.000 Euro zur Verfügung, um die Herstellung und Anbringung einer Gedenkplatte beziehungsweise einer Stele am Gebäude Eschersheimer Landstraße 27 zu finanzieren. Das historische Areal entspricht in etwa dem heutigen Standort der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK), daher wird die Stele vssl. vor oder am Gebäude der HfMDK angebracht. Die Verantwortlichen Hochschule sind darüber informiert und haben bereits ihr Einverständnis signalisiert.
Die Gedenkplatte erinnert an die drei B'nai-B'rith-Logen "Frankfurt-Loge", "Hermann-Cohen Loge" und "Marcus-Horovitz Loge", die dort bis zu ihrer Zwangsauflösung im Jahr 1937 ihr repräsentatives Logenheim hatten - einen bedeutenden Frankfurter "Jewish Place" und zugleich ein allen Bürgerinnen und Bürgern offenes Gesellschaftshaus, dessen großer Festsaal mit bis zu 600 Plätzen stark als Veranstaltungs- und Ausstellungsort nachgefragt war. Die im Eigentum der Loge stehende Liegenschaft wurde 1937/38 im Zuge der nationalsozialistischen "Arisierung" enteignet, und die Logenbrüder und -schwestern wurden mit ihren Familien ins Exil gezwungen oder in der Shoah ermordet.
Vorgesehen ist eine gemeinschaftliche Finanzierung der Maßnahme zu gleichen Teilen durch - den Ortsbeirat 2, - den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main (siehe gesonderten Antrag) sowie - die B'nai B'rith Frankfurt Schönstadt Loge e.V., welche ihre Bereitschaft zur Kostenbeteiligung bereits erklärt hat.
Der Ortsbeirat 2 erwartet ausdrücklich eine angemessene Beteiligung des Magistrats an den entstehenden Kosten.Die inhaltliche Ausarbeitung des Textes sowie die Gestaltung der Gedenkplatte beziehungsweise Stele erfolgen in Abstimmung mit der B'nai B'rith Frankfurt Schönstadt Loge e.V und dem Institut für Stadtgeschichte. Vorgesehen ist zudem, bei Planung und Umsetzung eng mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) zusammenzuarbeiten.
Die Enthüllung der Gedenkplatte beziehungsweise Stele ist im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgesehen. Daran sollen Vertreter der B'nai B'rith Frankfurt Schönstadt Loge e.V, der Stadt Frankfurt am Main, des Ortsbeirates 2 sowie der jüdischen Gemeinde teilnehmen.
Begründung
Die Eschersheimer Landstraße 27 (25-29) war bis 1937 ein zentraler Ort jüdischen Lebens, jüdischer Kultur und Gemeinschaft in Frankfurt am Main. Die dort ansässigen B'nai-B'rith-Logen standen für humanitäre Werte, Bildungsowie den interreligiösen Dialog und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt. Die Zwangsauflösung der Logen durch die Nationalsozialisten markiert einen schweren Einschnitt und einen nachhaltigen Verlust für die Frankfurter Stadtgesellschaft. Dieser Teil der Stadtgeschichte ist im öffentlichen Raum bislang kaum sichtbar. Mit der Anbringung einer Gedenkplatte beziehungsweise einer Stele soll an dieses Erbe erinnert und das Bewusstsein für die Geschichte jüdischer Organisationen in Frankfurt gestärkt werden. Die Initiative knüpft an die positive Resonanz vergleichbarer Gedenkprojekte im Ortsbezirk an und leistet einen sichtbaren Beitrag zur historischen Verantwortung und zur Aufarbeitung der Frankfurter Stadtgeschichte.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 5. Januar 2026OFOF 1329/2Kofinanzierung einer Gedenkplatte oder Stele zur Erinnerung an die drei B’nai B’rith Logen „Frankfurt Loge“, „Hermann Cohen Loge“ und „Markus Horovitz Loge“Ortsbeiratsantrag · GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke
- 19. Januar 2026OMOM 8013Kofinanzierung einer Gedenkplatte oder Stele zur Erinnerung an die drei B’nai B’rithLogen „FrankfurtLoge“, „HermannCohenLoge“ und „MarkusHorovitzLoge“Direktanregung
- 19. Januar 2026OFOF 1361/2Kofinanzierung einer Gedenkplatte oder Stele zur Erinnerung an die drei B’nai B’rith Logen „Frankfurt Loge“, „Hermann Cohen Loge“ und „Markus Horovitz Loge“Ortsbeiratsantrag · GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke
- 19. Januar 2026Sie sind hierOFOF 1362/2Kofinanzierung einer Gedenkplatte oder Stele zur Erinnerung an die drei B’nai B’rith Logen „Frankfurt Loge“„Hermann-Cohen Loge“ und „Marcus-Horovitz Loge“Ortsbeiratsantrag · GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke
- 19. Januar 2026OIBOIB 473Kofinanzierung einer Gedenkplatte oder Stele zur Erinnerung an die drei B’nai B’rithLogen „FrankfurtLoge“, „Hermann-CohenLoge“ und „MarcusHorovitzLoge“Budget-Initiative
- 26. Mai 2026Antwort des Magistrats · nach 20 WochenSTST 978Kofinanzierung einer Gedenkplatte oder Stele zur Erinnerung an die drei B’nai B’rith Logen „Frankfurt Loge“, „Hermann Cohen Loge“ und „Markus Horovitz Loge“Stellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. Annahme bei Abwesenheit 1 GRÜNE zu 2. Annahme bei Abwesenheit 1 GRÜNE