Demokratiebildung und politische Aufklärung an Schulen stärken
Zusammenfassung
Der Antrag zielt darauf ab, die Bildungsstätte Anne Frank und deren Angebote für Schülerinnen und Schüler in Frankfurt auszubauen und zu stärken. Dies ist besonders wichtig angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und der Notwendigkeit, Jugendliche für Antisemitismus und Rassismus zu sensibilisieren. Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen soll ein flächendeckender Zugang zu diesen Bildungsangeboten gewährleistet werden.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Magistrat wirf aufgefordert, zu prüfen und berichten,
- wie die Bildungsstätte Anne Frank (BSAF) aufgestellt sein müsste, damit sie allen Frankfurter Schülerinnen und Schülern in ihrem letzten Schulbesuchsjahr (9./10. Klasse) oder vor Eintritt in die Oberstufe einen Klassenbesuch des Lernlabors anbieten kann;
- welche räumlichen Kapazitäten vorhanden sein müssten, um die Angebote der Bildungsstätte Anne Frank allen Frankfurter Schulen zugänglich zu machen und in welcher Weise die Stadt die BSAF bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten unterstützen kann;
- welche personellen Kapazitäten für die genannte Ausweitung des Angebots für Frankfurter Schülerinnen und Schüler benötigt werden;
- wie die Finanzierung des entsprechenden Ausbaus der Bildungsstätte Anne Frank durch eine entsprechende Förderung sichergestellt werden kann und wie hoch die Kosten dafür sind;
- inwieweit ein Besuch der Bildungsstätte Anne Frank und/oder einer relevanten Frankfurter Gedenkstätte wie dem "Geschichtsort Adlerwerke" (ehemaliges Konzentrationslager Katzbach) für alle Frankfurter Schülerinnen und Schüler im letzten Schulbesuchsjahr (9. oder 10. Klasse) oder vor dem Eintritt in die Oberstufe flächendeckend umgesetzt werden kann. Hierzu wird mit dem Stadtschulamt und dem Staatlichen Schulamt beraten, ob eine entsprechende Empfehlung zur festen Verankerung des Besuchs in den Fachcurricula Geschichte an den Frankfurter Schulen gegeben werden kann;
- wie Schulleitungen sowie Lehrerinnen und Lehrer durch Organisation und Materialien zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs des Lernlabors oder der Gedenkstätte derart unterstützt werden können, dass sich ein Besuch gut in den Unterricht integrieren lässt.
Begründung
Die Bildungsstätte Anne Frank feiert im Jahr 2024 ihr 30jähriges Jubiläum. Sie ist bundesweit aktiv, um Jugendliche und Erwachsene für Antisemitismus, Rassismus und weitere Formen der Menschenfeindlichkeit zu sensibilisieren. Die BSAF setzt sich für eine offene und demokratische Gesellschaft ein. Insbesondere in Anbetracht der aktuellen Situation in Israel und Gaza seit dem 07.10.2023 und den Folgen des Nahostkonflikts auch in Frankfurt, ist die Arbeit der Bildungsstätte von enormer Bedeutung. Schülerinnen und Schüler lernen unter anderem, wie sie unterschiedliche Formen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung erkennen und wie sie damit umgehen können. Als außerschulischer Lernort ist die BSAF bestens vernetzt und gehört dem Kompetenznetzwerk Antisemitismus an. Lehrkräfte und Pädagogen erhalten bei der BSAF Beratung in akuten Konfliktfällen sowie zum Umgang mit Radikalisierung. Leider können im Schnitt nur zwei Schulklassen pro Tag die Einrichtung besuchen, da für weitere Besuche die Kapazitäten und Mittel fehlen. Die BSAF kann schon lange nicht mehr alle Anfragen an das Lernlabor bedienen und muss zahlreichen Schulen absagen. Diese Besuche werden außerdem nur aufgrund der Eigeninitiative von Schulleitungen und/oder Lehrern organisiert und sind damit vom Engagement Einzelner abhängig. Ein von allen Frankfurter Schulen angebotener Besuch der Bildungsstätte Anne Frank sowie auch von lokalen Gedenkstätten wie dem Gedenkort Konzentrationslager Katzbach in den früheren Adlerwerken wäre für Schülerinnen und Schüler ein großer Gewinn und zudem ein Baustein für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in Frankfurt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 19. Juni 2024Sie sind hierNRNR 970Demokratiebildung und politische Aufklärung an Schulen stärkenSTVV-Antrag · CDU
- 6. Dezember 2024Antwort des Magistrats · nach 24 WochenBB 458Demokratiebildung und politische Aufklärung an Schulen stärkenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU (= Annahme), Linke, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz) sowie AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, Linke und FRAKTION (= Annahme) sowie ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme), Linke, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz) sowie AfD (= Ablehnung)