Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik
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E-Mail-Abo einrichtenBegründung
zu 1.: Die Einrichtung einer Stabsstelle beim Sozialdezernat, die sich vor allem auf die soziale Komponente der Beschäftigungspolitik konzentriert und die Arbeit der Beschäftigungsgesellschaften bündelt, wird begrüßt. Angesichts der sich verschärfenden Situation auf dem Arbeitsmarkt reichen sozialpolitische Maßnahmen allein jedoch nicht aus. Vielmehr ist der Neubeginn einer abgestimmten Kooperation und Verknüpfung von Wirtschafts- und Sozialpolitik dringend erforderlich. Bereits im Vorfeld von Konkursen, Betriebsverkäufen und -verlagerungen muß ressortübergreifend präventiv gehandelt werden, ebenso ist die Durchlässigkeit vom zweiten zum ersten Arbeitsmarkt verstärkt anzustreben. Dazu bedarf es verschiedenster Maßnahmen, die jeweils konkret zwischen Sozial- und Wirtschafts-, ggf. auch anderen Dezernaten sowie den anderen in diesem Bereich tätigen Institutionen abzustimmen sind. Da dieser Aufgabe jetzt und in den kommenden Jahren höchster politischer Stellenwert zukommt, muß sie als Chefsache wahrgenommen und in einzelnen dezernats- und ressortübergreifenden Projekten umgesetzt werden. Nur wenn sie mit der größtmöglichen lokalen Autorität angegangen wird, hat ein lokales Bündnis für Arbeit Realisierungschancen. zu 2.: Die Erschließung neuer Beschäftigungsfelder für an- und ungelernte Frauen ist besonders dringlich. In bisherigen Projekten (z.B. "Porzellan statt Plastik") liegt der Frauenanteil bei nur ca. 10 %. Andererseits werden zukünftig immer mehr Arbeitsplätze im gering qualifizierten Bereich wegfallen. Qualifizierungsprogramme sollten an den vorhandenen Qualifikationen von Frauen ansetzen, insbesondere im Umwelt- und Recycling-Bereich oder in der Wohnumfeld-Gestaltung. Bei der Untersuchung der Perspektiven des Arbeitsmarktes und der zukünftigen Qualifizierungsanforderungen ist eine geschlechtsspezifische Analyse die Voraussetzung für die Entwicklung geeigneter Handlungsansätze. Nicht zuletzt ist es hinsichtlich der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung wünschenswert, neue Beschäftigungsfelder zu erschließen, die soziale und ökologische Kriterien miteinander verbinden und im Interesse einer frauengerechten Arbeitsplatzgestaltung auch Bezug zu Aufgaben in den Stadtteilen haben.
Inhalt
Antrag vom 09.02.1996, NR 702
Betreff:
Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Bericht wird mit folgender Maßgabe als Zwischenbericht
zur Kenntnis genommen:
A. Das im Bericht angesprochene eigene und detaillierte Kon- zept für die Stadt Frankfurt soll der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.
B. Das Konzept soll vor allem auf zwei zentrale Punkte stärker abstellen:
- Die im Forum geforderte und im Bericht betonte ressortübergreifende Kooperation und Handlungsfähigkeit von Sozialverwaltung, Wirtschaftsdezernat und Frauendezernat erfordert eine andere Organisationsstruktur:
- Um die Koordination der Arbeit der verschiedenen Dezernate zu gewährleisten, ist eine Stabsstelle bei der Oberbürgermeisterin einzurichten, die in Abstimmung mit allen arbeitsmarktpolitischen Akteurinnen und Akteuren Frankfurts bzw. des
Rhein-Main-Gebietes ergebnisorientiertes Projektmanagement entwickelt und seine Umsetzung kontinuierlich begleitet.
- Für die Beteiligung der genannten Organisationen und Initiativen wird die angesprochene Bildung eines breit besetzten Beirats begrüßt. Seine Aufgabe sollte es sein, das in Stadt und Region vorhandene Know-how für die Arbeit beider Stabsstellen
zu nutzen und die gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure in einen zielgerichteten Dialog miteinander zu bringen. Damit dieser Beirat nicht ein weiterer relativ unverbindlicher Gesprächskreis wird, soll er ein Initiativrecht für die Arbeit der
Stabsstellen bekommen.
- Die Erschließung neuer Berufsfelder für an- und ungelernte Frauen ist stärker zu berücksichtigen.
Begründung:
zu 1.:
Die Einrichtung einer Stabsstelle beim Sozialdezernat, die
sich vor allem auf die soziale Komponente der
Beschäftigungspolitik konzentriert und die Arbeit der Beschäftigungsgesellschaften bündelt, wird begrüßt. Angesichts der sich verschärfenden Situation auf dem Arbeitsmarkt reichen sozialpolitische Maßnahmen allein jedoch nicht aus. Vielmehr ist der
Neubeginn einer abgestimmten Kooperation und Verknüpfung von Wirtschafts- und Sozialpolitik dringend erforderlich. Bereits im Vorfeld von Konkursen, Betriebsverkäufen und -verlagerungen muß ressortübergreifend präventiv gehandelt werden, ebenso ist
die Durchlässigkeit vom zweiten zum ersten Arbeitsmarkt verstärkt anzustreben. Dazu bedarf es verschiedenster Maßnahmen, die jeweils konkret zwischen Sozial- und Wirtschafts-, ggf. auch anderen Dezernaten sowie den anderen in diesem Bereich tätigen
Institutionen abzustimmen sind.
Da dieser Aufgabe jetzt und in den kommenden Jahren höchster politischer Stellenwert zukommt, muß sie als Chefsache
wahrgenommen und in einzelnen dezernats- und ressortübergreifenden Projekten umgesetzt werden. Nur wenn sie mit der größtmöglichen lokalen Autorität angegangen wird, hat ein lokales Bündnis für Arbeit Realisierungschancen.
zu 2.:
Die Erschließung neuer Beschäftigungsfelder für an- und
ungelernte Frauen ist besonders dringlich. In bisherigen Projekten (z.B. "Porzellan statt Plastik") liegt der Frauenanteil bei nur ca. 10 %. Andererseits werden zukünftig immer mehr Arbeitsplätze im gering qualifizierten Bereich wegfallen.
Qualifizierungsprogramme sollten an den vorhandenen Qualifikationen von Frauen ansetzen, insbesondere im Umwelt- und Recycling-Bereich oder in der Wohnumfeld-Gestaltung. Bei der Untersuchung der Perspektiven des Arbeitsmarktes und der zukünftigen
Qualifizierungsanforderungen ist eine geschlechtsspezifische Analyse die Voraussetzung für die Entwicklung geeigneter Handlungsansätze.
Nicht zuletzt ist es hinsichtlich der zukünftigen
Arbeitsmarktentwicklung wünschenswert, neue Beschäftigungsfelder zu erschließen, die soziale und ökologische Kriterien miteinander verbinden und im Interesse einer frauengerechten Arbeitsplatzgestaltung auch Bezug zu Aufgaben in den Stadtteilen
haben.
Hauptvorlage: Bericht des Magistrats vom 04.12.1995, B 717
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 9. Februar 1996 brachte GRÜNE diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Der Magistrat antwortete am 7. Juni 1996 mit dem Bericht B 337. Zwischen Einbringung und Antwort vergingen rund 17 Wochen.
Weitere Vorlagen in diesem Verfahren
- BFolgeB 601 — Jährlicher Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik · Magistratsbericht
- BFolgeB 584 — Ein jährlicher Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik · Magistratsbericht
- BFolgeB 677 — Ein jährlicher Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik · Magistratsbericht
- BFolgeB 842 — Jährlicher Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik · Magistratsbericht
- BFolgeB 488 — Jährlicher Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik · Magistratsbericht
- BFolgeB 635 — Jährlicher Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik · Magistratsbericht
- BFolgeB 519 — Jährlicher Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik Neuer Betreff: Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung · Magistratsbericht
- BFolgeB 166 — I. 1. Risiken für die soziale Stadt "Erster Frankfurter Sozialbericht" 2. Sozialraumanalyse der Wohngebiete mit verdichteten sozialen Problemlagen II. Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung für das Jahr 2006 III. Vergleichbarkeit der Zahlen herst · Magistratsbericht
- BFolgeB 196 — Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung · Magistratsbericht
- BFolgeB 229 — Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung · Magistratsbericht
- BFolgeB 27 — Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung 2010 · Magistratsbericht
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme / GRÜNE vorb. H zu 2. Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 2. Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD und REP; GRÜNE = Kenntnis im Rahmen der NR 702 zu 2. Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. (über den Ausschußbericht) Einstimmige Annahme zu 2. CDU und GRÜNE gegen SPD (= Ablehnung) und REP (= Annahme)