Zum Inhalt springenZur Navigation springenZum Fußbereich springen
Ortsbeiräte
Nachbarschaft
Abo

Keine weitere Mietpreisspirale in Frankfurt - Mietspiegel ablehnen und sozialen Wohnungsbau stärken

Vorlagentyp: NRBSW
2 Stationen im Verfahren2 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt am Main beschließt, den neuen Mietspiegel 2026 abzulehnen und fordert eine grundlegende Überarbeitung. Dies geschieht, da der neue Mietspiegel erhebliche Mietsteigerungen legitimiert und die soziale Wohnungsnot in der Stadt verschärft. Ziel ist eine Verbesserung des Wohnungsmarktes und der sozialen Wohnversorgung.

Dies ist eine KI-generierte Zusammenfassung. Diese kann Fehler beinhalten.

Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.

Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.

Thema Wohnen verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung lehnt den neuen Mietspiegel 2026 ab, da dieser erhebliche Mietsteigerungen legitimiert und die soziale Wohnungsnot sowie die Verdrängung in Frankfurt am Main weiter verschärft.

Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt den Magistrat,

  1. den Mietspiegel grundlegend zu überarbeiten,
  2. wirksame Kontrollmechanismen gegen überhöhte und rechtswidrige Mieten einzuführen,
  3. die Datengrundlage transparenter und sozial gerechter zu gestalten,
  4. einen kommunalen Masterplan für Sozialwohnungen und dauerhaft bezahlbare Wohnungen vorzulegen,
  5. öffentlichen Wohnungsbau konsequent am Gemeinwohl statt an Renditeinteressen auszurichten,
  6. öffentliche Grundstücke nicht weiter zu privatisieren oder spekulativ zu verwerten.

Begründung

Der neue Mietspiegel 2026 führt zu erheblichen Mietsteigerungen in Frankfurt am Main. Laut den veröffentlichten Daten steigt die durchschnittliche Nettokaltmiete gegenüber dem Mietspiegel 2024 um 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Mietspiegel 2022 beträgt die Steigerung sogar 19,3 Prozent. Damit wird die ohnehin dramatische Wohnungs- und Sozialkrise in Frankfurt weiter verschärft.

Die steigenden Mieten in Frankfurt sind längst zu einer zentralen Armutsursache geworden. Immer mehr Menschen müssen mittlerweile 50 bis 60 Prozent ihres monatlichen Einkommens allein für die Miete aufbringen. Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen, Rentnerinnen und Rentner, Alleinerziehende, Studierende sowie Familien mit Kindern. Viele Menschen leben nicht mehr, sondern kämpfen nur noch darum, ihre Wohnkosten bezahlen zu können.

Hinzu kommt, dass nicht nur die Nettokaltmieten massiv steigen, sondern auch die Mietnebenkosten für viele Menschen inzwischen zu einer zweiten Miete geworden sind. Heizkosten, Betriebskosten, Strompreise und weitere Nebenkosten steigen seit Jahren kontinuierlich an. Für viele Haushalte bleibt nach Abzug der Wohnkosten kaum noch Geld für Lebensmittel, Gesundheit, Bildung, Mobilität oder gesellschaftliche Teilhabe übrig. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit, Ausbildung oder Rente in Armut oder sind von sozialem Abstieg bedroht.

Die soziale Realität in Frankfurt ist alarmierend. Wohnen entwickelt sich zunehmend zu einem Luxusgut, während Armut, Verdrängung und soziale Ausgrenzung wachsen. Der neue Mietspiegel verschärft diese Entwicklung zusätzlich. Statt die Menschen zu entlasten, legitimiert er weitere Mietsteigerungen und erhöht den Druck auf tausende Haushalte. Die Wohnungsfrage ist deshalb längst keine reine Marktfrage mehr, sondern eine der zentralen sozialen Fragen dieser Stadt.

Besonders kritisch ist die Datengrundlage des Mietspiegels. In die Berechnung fließen vor allem Mieten ein, die in den vergangenen sechs Jahren neu vereinbart oder erhöht wurden. Dadurch werden insbesondere hohe Neuvertragsmieten und bereits stark gestiegene Mieten berücksichtigt, während dauerhaft günstige Bestandsmieten kaum Einfluss auf die Berechnung haben.

Selbst Mietervereine und Mitglieder der Mietspiegelkommission warnen deshalb vor einer "Verzerrung nach oben". Zudem bestehen erhebliche Zweifel, ob überhöhte oder rechtswidrige Mieten ausreichend aus der Datengrundlage herausgefiltert wurden. Nach Angaben des Projekts "Mietenmonitor" bestand bei mehr als 40 Prozent der überprüften Wohnungsinserate der Verdacht auf unzulässig überhöhte Mieten.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass der Wohnungsmarkt die soziale Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum nicht sicherstellt. Der Markt orientiert sich an Rendite- und Profitinteressen und nicht am Grundrecht auf Wohnen. Genau diese Marktlogik hat die Wohnungsnot in Frankfurt in den vergangenen Jahren weiter verschärft.

Deshalb reicht eine bloße Korrektur der Berechnungsmethode des Mietspiegels nicht aus. Gleichzeitig sind strukturelle wohnungspolitische Maßnahmen notwendig, um den Druck auf den Wohnungsmarkt dauerhaft zu senken. Dazu gehören insbesondere der massive Ausbau von Sozialwohnungen und dauerhaft bezahlbaren Wohnungen, eine gemeinwohlorientierte Ausrichtung öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften sowie der Stopp der Privatisierung öffentlicher Grundstücke.

Gleichzeitig ist seit Jahren festzustellen, dass öffentliche Wohnungsbaugesellschaften zunehmend wie private Investoren agieren. Statt den Schwerpunkt auf Sozialwohnungen und dauerhaft bezahlbare Wohnungen zu legen, entstehen vielfach Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser und hochpreisige Projekte. Öffentliche Grundstücke werden weiterhin verkauft oder spekulativ verwertet. Öffentlicher Wohnungsbau darf jedoch nicht dem Renditedruck untergeordnet werden, sondern muss der sozialen Versorgung der Bevölkerung dienen.

Frankfurt benötigt deshalb dringend einen wohnungspolitischen Kurswechsel. Notwendig ist ein langfristiger kommunaler Masterplan für Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen, getragen durch die Stadt und ihre öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften. Öffentlicher Wohnungsbau muss sich konsequent am Gemeinwohl orientieren und nicht an Renditeerwartungen. Wohnen ist keine Ware, sondern ein Grundrecht und Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 26. Mai 2026MM 76Anerkennung des Mietspiegels 2026 durch die GemeindeMagistratsvortrag
  2. 1. Juni 2026Sie sind hier
    NRNR 6Keine weitere Mietpreisspirale in Frankfurt – Mietspiegel ablehnen und sozialen Wohnungsbau stärken
    STVV-Antrag · BSW

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 2 · 23.06.2026
TO I, TOP 22
Abgelehnt
Punkt 2: Die Vorlage NR 6 wird abgelehnt.
Ganzen Sammelbeschluss anzeigen (5 Punkte, betrifft überwiegend andere Vorlagen)

1. Der Vorlage M 76 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 2. Die Vorlage NR 6 wird abgelehnt. 3. Der Vorlage NR 12 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 4. Die Vorlage NR 19 wird abgelehnt. 5. Die Vorlage NR 22 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 2)
Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeAfDVoltFDP
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: zu 1. CDU, GRÜNE, SPD, Linke (unter Hinweis auf die Vorlage NR 22) und Volt gegen AfD, FDP (unter Hinweis auf die Vorlage NR 19) und ÖkoLinX-ELF-PARTEI (= Ablehnung) zu 2. CDU, GRÜNE, SPD, Linke, AfD, Volt und FDP gegen ÖkoLinX-ELF-PARTEI (= Annahme) zu 3. CDU, GRÜNE, SPD und Volt gegen Linke, AfD, FDP und ÖkoLinX-ELF-PARTEI (= Ablehnung) zu 4. CDU, GRÜNE, SPD, Linke, Volt und ÖkoLinX-ELF-PARTEI gegen AfD und FDP (= Annahme) zu 5. CDU, GRÜNE, SPD, AfD, Volt, FDP und ÖkoLinX-ELF-PARTEI gegen Linke (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-DFRA-FREIE WÄHLER (M 76 = Annahme unter Hinweis auf NR 12, NR 12 = Annahme, NR 6, NR 19 und NR 22 = Ablehnung) BSW (M 76, NR 12, NR 19 und NR 22 = Ablehnung, NR 6 = Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 3 · 25.06.2026
TO I, TOP 12
Abgelehnt
Punkt 2: Die Vorlage NR 6 wird abgelehnt.
Ganzen Sammelbeschluss anzeigen (5 Punkte, betrifft überwiegend andere Vorlagen)

1. Der Vorlage M 76 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 2. Die Vorlage NR 6 wird abgelehnt. 3. Der Vorlage NR 12 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 4. Die Vorlage NR 19 wird abgelehnt. 5. a) Die Vorlage NR 22 wird abgelehnt. b) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Dr. Dürbeck, Witsch, Yilmaz, Papke, Lauterwald, Avan und Fuchs sowie von Stadtrat Prof. Dr. Gwechenberger dienen zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 2)
Zustimmung:
CDUGrüneSPDLinkeAfDVoltFDP
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: zu 1. CDU, GRÜNE, SPD, Linke (unter Hinweis auf die Vorlage NR 22), Volt und BFF-DFRA-FREIE WÄHLER (unter Hinweis auf NR 12) gegen AfD, FDP (unter Hinweis auf die Vorlage NR 19), ÖkoLinX-ELF-PARTEI und BSW (= Ablehnung) zu 2. CDU, GRÜNE, SPD, Linke, AfD, Volt, FDP und BFF-DFRA-FREIE WÄHLER gegen ÖkoLinX-ELF-PARTEI und BSW (= Annahme) zu 3. CDU, GRÜNE, SPD, Volt und BFF-DFRA-FREIE WÄHLER gegen Linke, AfD, FDP, ÖkoLinX-ELF-PARTEI und BSW (= Ablehnung) zu 4. CDU, GRÜNE, SPD, Linke, Volt, BFF-DFRA-FREIE WÄHLER, ÖkoLinX-ELF-PARTEI und BSW gegen AfD und FDP (= Annahme) zu 5. zu a) CDU, GRÜNE, SPD, AfD, Volt, FDP, BFF-DFRA-FREIE WÄHLER, ÖkoLinX-ELF-PARTEI und BSW gegen Linke (= Annahme)

Mitdiskutieren

Ortsbeiratssitzung
Alle verknüpften Vorlagen