Endlich ein Gymnasium für Nied
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Thema Schulen und Bildung verfolgenBegründung
Mit dem neuen Standort im Westend verliert das Gymnasium Nied seinen Sinn als gymnasiale Versorgung der SchülerInnen im Westen Frankfurts. Wenn erst der Name abgelegt und durch einen wohlklingenden ersetzt ist ("Adorno-Gymnasium"?), steht der Inbesitznahme durch westendliche Kinder nichts mehr im Weg. Die wohnortnahe Versorgung mit Gymnasialplätzen muss aber in den Stadtteilen vorrangig hergestellt werden, in denen die Übergangsquoten auf das Gymnasium unter dem Durchschnitt sind. Um die in der Vergangenheit in Frankfurt vernachlässigte Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen, müssen Maßnahmen gegen die Benachteiligung von SchülerInnen aus nicht-privilegierten Elternhäusern getroffen werden. Wie die Bildungsforschung weiß, erhalten SchülerInnen aus Familien mit geringem sozioökonomischen Status trotz gleicher Leistungen von ihren Grundschullehrern seltener eine Gymnasialempfehlung, zudem entscheiden sich ihre Eltern aus Unkenntnis der gymnasialen Anforderungen häufig gegen das Gymnasium. An diesen Stellschrauben muss eine verantwortungsvolle Bildungspolitik ansetzen. Solange aber dort Gymnasialplätze geschaffen werden, wo die Eltern am lautesten schreien und nicht dort, wo sie am dringendsten fehlen, wird die soziale Ungleichheit weiter zementiert.
Inhalt
Antrag vom 07.03.2017, NR 284
Betreff: Endlich ein Gymnasium für Nied Mit dem neuen Standort im Westend verliert das Gymnasium Nied seinen Sinn als gymnasiale Versorgung der SchülerInnen im Westen Frankfurts. Wenn erst der Name abgelegt und durch einen wohlklingenden ersetzt ist ("Adorno-Gymnasium"?), steht der Inbesitznahme durch westendliche Kinder nichts mehr im Weg. Die wohnortnahe Versorgung mit Gymnasialplätzen muss aber in den Stadtteilen vorrangig hergestellt werden, in denen die Übergangsquoten auf das Gymnasium unter dem Durchschnitt sind. Um die in der Vergangenheit in Frankfurt vernachlässigte Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen, müssen Maßnahmen gegen die Benachteiligung von SchülerInnen aus nicht-privilegierten Elternhäusern getroffen werden. Wie die Bildungsforschung weiß, erhalten SchülerInnen aus Familien mit geringem sozioökonomischen Status trotz gleicher Leistungen von ihren Grundschullehrern seltener eine Gymnasialempfehlung, zudem entscheiden sich ihre Eltern aus Unkenntnis der gymnasialen Anforderungen häufig gegen das Gymnasium. An diesen Stellschrauben muss eine verantwortungsvolle Bildungspolitik ansetzen. Solange aber dort Gymnasialplätze geschaffen werden, wo die Eltern am lautesten schreien und nicht dort, wo sie am dringendsten fehlen, wird die soziale Ungleichheit weiter zementiert. Dies vorausgeschickt, möge die Stadtverordnetenversammlung beschließen: Der Magistrat errichtet umgehend ein Gymnasium in Frankfurt-Nied.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 7. März 2017Sie sind hierNRNR 284Endlich ein Gymnasium für NiedSTVV-Antrag · FRANKFURTER
- 18. August 2017BB 265Endlich ein Gymnasium für NiedMagistratsbericht
- 23. Februar 2018Antwort des Magistrats · nach 50 WochenBB 53Endlich ein Gymnasium für NiedMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, FDP und BFF gegen LINKE. (= Ablehnung) sowie FRAKTION und FRANKFURTER (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, BFF und FREIE WÄHLER gegen LINKE. (= Ablehnung)