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Diskriminierungen im Schulsystem entgegentreten

Vorlagentyp: NRÖkoLinX-ELF
22 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren6 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Der Antrag zielt darauf ab, Diskriminierungen im Schulsystem zu bekämpfen und die Chancengleichheit für alle Kinder in Frankfurt zu verbessern. Es werden Maßnahmen gefordert, um Hürden für Kinder aus bildungsfernen Familien abzubauen und die Anzahl der integrierten Gesamtschulen zu erhöhen.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Antrag

Nach den Zahlen des aktuell vorliegenden Integrations- und Diversitätsmonitorings, Ausgabe 2017, besuchen ca. 65 Prozent aller Mädchen und weiblichen Jugendlichen mit deutscher Staatsangehörigkeit ein Gymnasium. Bei den Jungen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind es nur 36 Prozent auf diesem Schulzweig. Seit vielen Jahren beklagen wir diese Bildungs- und Gerechtigkeitslücke - ob sich in den vergangenen fünf Jahren etwas positiv verändert hat, wissen wir nicht, weil der Magistrat bis heute keine aktuellen Zahlen vorgelegt hat.

Es ist aber nicht zu erwarten. Im Gegenteil hat die Pandemie vermutlich die Situation verschärft, da gerade Kinder und Jugendliche aus migrantischen und ärmeren Familien die großen Verlierer waren, da sie selten zuhause die notwendige Unterstützung beim Online-Unterricht erhielten und Nachhilfe von den Eltern finanziell nicht geleistet werden konnte. Ein weiteres Problem ist, dass offenbar Tausende SchülerInnen in der Pandemie monatelang ganz ohne Schulunterricht waren, wie das hessische Kultusministerium bekannt gab. Ich habe dazu im Oktober 2021 eine Anfrage (A 45) gestellt, die noch unbeantwortet ist.

"In Deutschland wird Bildung vererbt" und "Das Schulsystem ist für Pauls und Annas gemacht, nicht für Hülyas und Mohammeds", sagt die Journalistin Melisa Erkurt in ihrem neuen Buch "Generation Haram". Wessen Eltern Akademiker sind, der/die hat eine unfassbar höhere Chance auf Abitur und Studium als Jugendliche mit Migrationsgeschichte und solchen, die aus ärmeren Familien kommen. In welche Familie Kinder hineingeboren werden, sollte aber in diesem Jahrtausend nicht mehr über den gesamten Bildungsweg und die Karriere entscheiden, sondern allein Begabung, Talent und Lernwille.

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Der Magistrat setzt sich für eine Verbesserung der Chancengleichheit aller Kinder in Frankfurt ein.
  2. Der Magistrat implementiert effiziente Maßnahmen, um die Hürden zu beseitigen, die Kinder aus bildungsfernen Familien daran hindern, die bestmögliche Bildung zu erlangen.
  3. Der Magistrat baut in Zukunft keine Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien mehr, weil sie mit ein wesentlicher Grund für die fehlende Chancengleichheit für arme Kinder und Jugendliche ohne und mit Migrationsgeschichte sind.
  4. Der Magistrat entwickelt eine Strategie für mehr integrierte Gesamtschulen (IGS) zum Abbau von Klassen - und Schichtenschranken und für mehr gemeinsame soziales Lernen für alle Kinder.
  5. Der Magistrat berichtet über die Erfolge dieser Strategie.

Begründung

entgegentreten Nach den Zahlen des aktuell vorliegenden Integrations- und Diversitätsmonitorings, Ausgabe 2017, besuchen ca. 65 Prozent aller Mädchen und weiblichen Jugendlichen mit deutscher Staatsangehörigkeit ein Gymnasium. Bei den Jungen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind es nur 36 Prozent auf diesem Schulzweig. Seit vielen Jahren beklagen wir diese Bildungs- und Gerechtigkeitslücke - ob sich in den vergangenen fünf Jahren etwas positiv verändert hat, wissen wir nicht, weil der Magistrat bis heute keine aktuellen Zahlen vorgelegt hat. Es ist aber nicht zu erwarten. Im Gegenteil hat die Pandemie vermutlich die Situation verschärft, da gerade Kinder und Jugendliche aus migrantischen und ärmeren Familien die großen Verlierer waren, da sie selten zuhause die notwendige Unterstützung beim Online-Unterricht erhielten und Nachhilfe von den Eltern finanziell nicht geleistet werden konnte. Ein weiteres Problem ist, dass offenbar Tausende SchülerInnen in der Pandemie monatelang ganz ohne Schulunterricht waren, wie das hessische Kultusministerium bekannt gab. Ich habe dazu im Oktober 2021 eine Anfrage (A 45) gestellt, die noch unbeantwortet ist. "In Deutschland wird Bildung vererbt" und "Das Schulsystem ist für Pauls und Annas gemacht, nicht für Hülyas und Mohammeds", sagt die Journalistin Melisa Erkurt in ihrem neuen Buch "Generation Haram". Wessen Eltern Akademiker sind, der/die hat eine unfassbar höhere Chance auf Abitur und Studium als Jugendliche mit Migrationsgeschichte und solchen, die aus ärmeren Familien kommen. In welche Familie Kinder hineingeboren werden, sollte aber in diesem Jahrtausend nicht mehr über den gesamten Bildungsweg und die Karriere entscheiden, sondern allein Begabung, Talent und Lernwille. Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Der Magistrat setzt sich für eine Verbesserung der Chancengleichheit aller Kinder in Frankfurt ein.
  2. Der Magistrat implementiert effiziente Maßnahmen, um die Hürden zu beseitigen, die Kinder aus bildungsfernen Familien daran hindern, die bestmögliche Bildung zu erlangen.
  3. Der Magistrat baut in Zukunft keine Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien mehr, weil sie mit ein wesentlicher Grund für die fehlende Chancengleichheit für arme Kinder und Jugendliche ohne und mit Migrationsgeschichte sind.
  4. Der Magistrat entwickelt eine Strategie für mehr integrierte Gesamtschulen (IGS) zum Abbau von Klassen - und Schichtenschranken und für mehr gemeinsame soziales Lernen für alle Kinder.
  5. Der Magistrat berichtet über die Erfolge dieser Strategie.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 21. Oktober 2021AA 45Vernachlässigte und abgetauchte Kinder als PandemiefolgeSTVV-Anfrage · ÖkoLinX-ELF
  2. 10. Februar 2022Sie sind hier
    NRNR 280Diskriminierungen im Schulsystem entgegentreten
    STVV-Antrag · ÖkoLinX-ELF
  3. 21. März 2022Antwort des Magistrats · nach 22 WochenBB 130Vernachlässigte und abgetauchte Kinder als PandemiefolgeMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf6 Beratungen
Ausschusses für Bildung und Schulbau
Sitzung 6 · 21.03.2022
TO I, TOP 15
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 280 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFBFF-BIGFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION

Ausschusses für Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa
Sitzung 6 · 24.03.2022
TO I, TOP 7
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 280 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPVoltÖkoLinX-ELFBFF-BIGFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION

Jugendhilfeausschusses
Sitzung 72 · 28.03.2022
TO I, TOP 2
Beraten
Die Vorlage NR 280 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Ausschusses für Bildung und Schulbau
Sitzung 7 · 02.05.2022
TO I, TOP 9
Abgelehnt
Die Vorlage NR 280 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVolt
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELFFRAKTIONGartenpartei
Sonstige:
BFF-BIG (Prüfung und Berichterstattung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen LINKE., ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) Gartenpartei (= Annahme)

Ausschusses für Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa
Sitzung 7 · 05.05.2022
TO I, TOP 6
Abgelehnt
Die Vorlage NR 280 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltAfD
Ablehnung:
LinkeBFF-BIGÖkoLinX-ELFFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Volt gegen LINKE. (= Annahme) und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung) ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 12 · 12.05.2022
TO II, TOP 8
Abgelehnt
Die Vorlage NR 280 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVolt
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELFFRAKTIONGartenparteiBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen LINKE., ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)

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