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Vernachlässigte und abgetauchte Kinder als Pandemiefolge

Vorlagentyp: B
22 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren2 Sitzungen

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Bericht

Zu 1. und 2.: Die Stadt Frankfurt am Main legt großen Wert auf Chancengerechtigkeit und Bildungsbeteiligung. Kinder und Jugendliche, und hier insbesondere die Gruppe der geflüchteten Kinder, waren und sind stark von den Auswirkungen der Corona Pandemie betroffen. Sie haben nicht nur Schulunterricht versäumt, sondern mussten ebenfalls auf viele für ihre Entwicklung wichtige Erlebnisse verzichten.

Grundsätzlich werden geflüchtete Kinder, die im Schulalter zuziehen, zunächst in Intensiv-klassen mit dem Fokus der Deutschförderung beschult, um nach 1 oder 2 Jahren in die Regelklassen einmünden zu können. Auch im Anschluss an die Intensivklassen werden schulische Deutschkurse für diese Kinder angeboten. Laut Erlass des Hessischen Kultusministeriums vom 27.5.21 wird die maximale Verweildauer in den Intensivklassen aufgrund der Coronasituation auf dreieinhalb Jahre verlängert. Ab dem Schuljahr 2021/2022 ist aufgrund dieser Neuerung in Ausnahmefällen auch ein Wechsel von einer Intensivklasse der Grundschule in eine Intensivklasse der Sek I sowie bei Erfüllung bestimmter Bedingungen der Wechsel von einer Intensivklasse der Sek I in eine InteA-Maßnahme möglich, die der besonderen Förderung in der Bildungssprache Deutsch sowie der beruflichen Bildung und dem Erlangen eines Abschlusses dienen.

Für Schüler/innen, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, können Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragt werden. Dies beinhaltet Fahrtkostenzuschüsse, Beiträge zum Schulbedarf sowie zu Klassenfahrten und Ausflügen, Lernförderung, Zuschuss zur Mittagsverpflegung und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.

Für den Grundschulbereich besteht die grundsätzliche Möglichkeit einer Förderung von Projekten in bestimmten schulischen Bereichen durch das Landesprogramm Löwenstark. Die Maßnahmen beinhalten ein breit gefächertes Förderangebot. Hierzu gehört die Kompensation coronabedingter Lernrückstände ebenso wie die Förderung von Kernkompetenzen und eine bedarfsorientierte psychosoziale Unterstützung.

Das Stadtschulamt Frankfurt am Main stellt außerdem die Finanzierung des Maßnahmenpakets "Frankfurt Zaubert" sicher, das sich auf die Auswirkungen von Corona auf den Lebens-alltag von Schüler*innen an Frankfurter Schulen bezieht. Den Angeboten des Maßnahmen-paketes liegt ein erweiterter Bildungsbegriff zu Grunde, der ausdrücklich Aktivitäten im Bereich Kultur, Sport, Umweltbildung und Freizeit einbezieht. Die Angebote sind auf die Bedürfnisse von Schüler*innen während und "nach" Corona fokussiert und auf die derzeitige Situation zugeschnitten. Die Schüler*innen sollen mit Unterstützung des Maßnahmenpakets wieder die Erfahrung machen, beteiligt zu sein, eine Stimme zu haben und mitzugestalten. Sie sollen sich durch verschiedene Aktivitäten in der Gruppe als Teil einer Gemeinschaft erfahren und wieder Freude erleben.

Allen Kindern und Jugendlichen steht an Grundschulen und Regelschulen mit den Bildungsgängen Haupt- und Realschule sowie an Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen ein Jugendhilfeangebot der Stadt Frankfurt zur Verfügung. Die Fachkräfte stehen den Schülerinnen und Schülern als professionelle Ansprechpersonen zur Verfügung. Sie halten an den Interessen der Kinder und Jugendlichen orientierte sozialpädagogische Angebote (zum Teil auch in den Ferien) bereit, die vielfältige Gelegenheiten zum informellen und non-formalen Lernen bieten. Alle Kinder und Jugendliche finden mit ihren Problemen hier Anlaufstellen, werden individuell beraten und gegebenenfalls an eine geeignete Fachstelle weitervermittelt. Die pädagogischen Fachkräfte in diesen Programmen waren während der gesamten Zeit des Lockdowns sowie in den verschiedenen Stadien der Schulöffnungen ansprechbar und haben gemeinsam mit den Schulen den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen gehalten. Mit Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts konnten sie daran anknüpfen und auf die aktuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen. Dieses Angebot steht selbstverständlich auch den geflüchteten Kindern und Jugendlichen zur Verfügung.

Die Jugendhilfemitarbeitenden können bei der Suche nach zusätzlichen Förder- und Nachhilfeangeboten unterstützen.

Zu 3.: Das Hessische Kultusministerium hat für die Sommer und Herbstferien Möglichkeiten geschaffen, dass die Schulen wie schon in den Osterferien 2021 Lerncamps durchführen konnten. Hier kann der aufgrund der Corona-Pandemie versäumte Lernstoff kompensiert werden. Die Lerncamps finden in kleinen Gruppen bis max. zehn Schüler*innen statt und werden von schulischen Fachkräften durchgeführt. Das Angebot ist für die Schüler*innen kostenfrei und freiwillig. Die Anmeldung und Durchführung liegt in der Verantwortung der Schulen.

In den Ferien stand Seiteneinsteiger*innen sowie ehemaligen Seiteneinsteiger*innen die Möglichkeit offen, im Rahmen von Kursangeboten z.B. insbesondere zur Deutschförderung in Kombination mit Themen aus dem Bereich der Selbstentwicklung, teilzunehmen. Zu nennen für den Grundschulbereich ist hier beispielsweise der Deutschsommer sowie spezielle Lerncamps, die insbesondere aufgrund der pandemischen Lage angeboten wurden.

Durch spezielle Förderprogramme in den Ferien werden auch Schüler*innen der 8. - 10. Klasse Kurse zur Verbesserung der Deutschkenntnisse, aber auch mit dem Fokus der beruflichen Orientierung sowie der Vorbereitung auf Abschlussprüfungen u.a. im Rahmen des Ganztagsangeboten. Zu nennen ist hier z.B. das Projekt Fit für die Zukunft - Deutsch als Bildungssprache-DaS mit dem Schwerpunkt der DaZ-Förderung. Diese Angebote konnten in digitaler Form auch während der Pandemie durchgeführt werden

Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am 18.05.2021 aus den Mitteln des Jugend-hilfebudgets 150.000 € für die verstärkt zugehende Kinder- und Jugendarbeit in den Sommerferien 2021 als einmaliges Sonderbudget zur Verfügung gestellt. Zur Bewerbung aufgerufen waren alle anerkannten Träger der freien Jugendhilfe nach §75 SGB VIII im Stadtgebiet Frankfurt a. M., die bereits Zuwendungen/ Zuschüsse aus dem Jugend- und Sozialamt erhalten. Im Rahmen freizeitpädagogischer Maßnahmen wurden Kinder und Jugendliche in ihrem Sozialraum, vorzugsweise an ihren Treffpunkten, aufgesucht und Angebote zu ihnen gebracht. Die Maßnahmen wurden niedrigschwellig gestaltet und fanden vornehmlich im öffentlichen Raum statt. Das Förderprogramm hatte insbesondere zum Ziel, Kinder und Jugendliche mit ihren vielfältigen Bedürfnissen nach Gemeinschaft, Miteinander und Interaktion wieder deutlich in den Fokus zu stellen und sie nicht nur als Schüler*innen wahrzunehmen.

Aus den Restmitteln des Sommerferienprogramms wurde für die Herbstferien erneut ein Förderprogramm ausgeschrieben. Mit insgesamt über 100 beantragten und zusätzlich durchgeführten Maßnahmen, konnten mehr als 7500 Kinder und Jugendliche erreicht werden. Insbesondere Kinder, Jugendliche und Familien, die bisher nicht an Einrichtungen der freien Jugendhilfe angebunden waren, wurden hierdurch angesprochen.

Zu 4.: Es gab in den Schulen entsprechend der Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums Phasen des sogenannten Distanz- und Wechselunterrichts. Im Distanzunterricht waren die Schülerinnen und Schüler nicht in der Schule, bekamen aber von der Schule Aufgaben, die sie zuhause erledigen konnten oder Online-Unterricht. Während der gesamten Zeit haben die Schulen den Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern aufrechterhalten. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Angebote der Jugendhilfe und der Sozialpädagogischen Förderung waren während dieser Zeit ansprechbar und haben von sich aus den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern gesucht, z.B. telefonisch, online oder durch "Beratungsspaziergänge" an der frischen Luft. Im Wechselunterricht haben sich Distanz und Präsenzphasen abgewechselt. So war in dieser Zeit der Kontakt ebenfalls sichergestellt. Das Dezernat für Integration und Bildung, jetzt Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, steht und stand gemeinsam mit dem Stadtschulamt seit Beginn der Pandemie in engem, teils wöchentlichen Austausch mit dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt, um die Maßnahmen in den Schulen abzustimmen. Dabei war auch die Situation vernachlässigter Kinder Gegenstand der Beratungen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 21. Oktober 2021AA 45Vernachlässigte und abgetauchte Kinder als PandemiefolgeSTVV-Anfrage · ÖkoLinX-ELF
  2. 10. Februar 2022NRNR 280Diskriminierungen im Schulsystem entgegentretenSTVV-Antrag · ÖkoLinX-ELF
  3. 21. März 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 22 Wochen
    BB 130Vernachlässigte und abgetauchte Kinder als Pandemiefolge
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
Ausschusses für Bildung und Schulbau
Sitzung 7 · 02.05.2022
TO I, TOP 24
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 130 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Sonstige:
BFF-BIG (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Kenntnis)

Jugendhilfeausschusses
Sitzung 73 · 09.05.2022
TO I, TOP 2
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 130 dient zur Kenntnis. Beschlussausfertigung(en): § 1591,

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Mitdiskutieren

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