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Austauschfonds von Haushaltsgeräten ohne Kompass und Kriterien

Vorlagentyp: NRCDU
2 Stationen im Verfahren4 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Der Antrag fordert die Ablehnung des Magistratsvortrags zur Förderung des Austauschs energieintensiver Haushaltsgeräte und die Forderung nach einem tragfähigen Umsetzungskonzept. Die Ablehnung begründet sich durch erhebliche Mängel im vorgelegten Konzept, die eine effektive Umsetzung in Frage stellen. Erwartet wird eine Überarbeitung des Konzeptes zur Verbesserung der Bedürfnisse der betroffenen Haushalte.

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Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Der Magistratsvortrag M 92 vom 10.06.2025 "Budget für den Austausch von energieintensiven Haushaltsgeräten/Energiehilfefonds" wird abgelehnt und mit der Maßgabe an den Magistrat zurückzuverweisen, zunächst ein umfassendes und belastbares Umsetzungskonzept vorzulegen. Auf Grundlage dieses Konzepts soll die Maßnahme erneut zunächst geprüft werden.

Begründung

Ein belastbares, rechtssicheres und haushaltskonformes Konzept fehlt gänzlich; die vorliegenden Defizite machen eine Zustimmung - auch nach Überarbeitung - nahezu ausgeschlossen. Die geplante Maßnahme zur Förderung des Austauschs energieintensiver Haushaltsgeräte ist unausgereift, verstößt gegen haushalts- und sozialrechtliche Prinzipien, ignoriert die bestehende Verwaltungspraxis und lässt den tatsächlichen Nutzen für Bedürftige in erheblichem Maße zweifelhaft erscheinen. Die folgenden Punkte verdeutlichen die grundsätzlichen Einwände: Die sehr weite Adressierung (68.000 potenzielle Haushalte: Bürgergeld-, SGB XII-, Wohngeld- und Kinderzuschlagsbeziehende; Asylbewerber) lässt eine Gießkannenförderung erwarten, statt gezielter, bedarfsorientierter Hilfe. Es fehlen verbindliche Kriterien zur Anspruchsprüfung, Bedarfsfeststellung und zum Ausschluss mehrfacher Förderungen. Die Höhe der Einzelleistung ist nicht bestimmt. Dies führt zu einem ungesteuerten Verfahren ohne soziale Treffsicherheit. Weder Auswahlkriterien (Marke, Effizienz, Preis) noch Abläufe zur Antragstellung, Bedarfsprüfung oder Evaluation sind definiert. Die Durchführbarkeit bleibt offen. Die Vorlage verwendet schwammige Begriffe ("energieintensive Haushaltsgeräte", "Weißware"), nennt aber nur Kühlschrank, Waschmaschine und bei Familien mit drei und mehr Kindern Geschirrspüler. Ob künftig auch Trockner, Herde oder Mikrowellen in den Förderbereich fallen, bleibt unklar. Eine scharfe Definition ist für Haushalts- und Verwaltungstransparenz unverzichtbar. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundessozialgerichts stellen Ersatzbeschaffungen von Haushaltsgeräten keine gesonderten Leistungsansprüche dar, sondern sind aus dem Regelbedarf anzusparen. Die Zuwendungen könnten daher als Einkommen anzurechnen sein, womit bei den Leistungsbeziehenden keine echte Entlastung einträfe. Ohne rechtsverbindliche Zusicherung der Nichtanrechnung als Einkommen besteht die Gefahr, dass die Zuwendung bei Leistungsbeziehenden komplett wirkungslos bleibt. Die Dienstanweisung des Jobcenters Frankfurt schreibt vor, bei Erstausstattung vorrangig generalüberholte Gebrauchtgeräte aus dem Warenhaus "Neufundland" einzusetzen. Nur wenn kein gebrauchtes Gerät verfügbar ist, darf ein Neugerät bewilligt werden. Diese Praxis wird in der Vorlage komplett missachtet. Die vollständige Finanzierung von Neugeräten ohne Vorrangprüfung gebrauchter Alternativen widerspricht dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Anders als bei Erstausstattungen besteht keine Beteiligung von Bund oder Land. Die Stadt trägt die volle Kostenlast, grundsätzlich ein nicht gerechtfertigter Zusatzaufwand für den städtischen Haushalt. Die Finanzierung soll über eine Einmal-Ausnahme aus dem SEM-Nordwest-Projektmanagementkostenbudget erfolgen. Damit wird eine vorhandene Zweckbindung willkürlich aufgehoben und der Grundsatz planungsrechtlicher Haushaltsklarheit verletzt. Die angekündigte Evaluation nennt weder messbare Zielgrößen noch Erfolgsindikatoren für Energieeinsparung, Kostenreduktion oder soziale Wirkung. Ein "positives" Evaluierungskriterium ist damit nicht objektivierbar. Ohne flankierende Unterstützungsmaßnahmen ist der nachhaltige Beitrag zur Armutsbekämpfung und zum Klimaschutz ohnehin nicht erkennbar.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 10. Juni 2025MM 92Budget für den Austausch von energieintensiven Haushaltsgeräten/EnergiehilfefondsMagistratsvortrag
  2. 18. Juni 2025Sie sind hier
    NRNR 1287Austauschfonds von Haushaltsgeräten ohne Kompass und Kriterien
    STVV-Antrag · CDU

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf4 Beratungen
Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 38 · 04.09.2025
TO I, TOP 17
Abgelehnt
1. Der Vorlage M 92 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 2. Die Vorlage NR 1287 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Ablehnung:
CDUFDPBFF-BIGAfD
zu 2)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeFDPBFF-BIGAfDVoltFRAKTION
Ablehnung:
CDUÖkoLinX-ELF
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, Linke, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (unter Hinweis auf die Vorlage NR 1287), FDP, BFF-BIG und AfD (= Ablehnung) zu 2. GRÜNE, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Annahme) und ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung)

Ausschusses für Planen, Wohnen und Städtebau
Sitzung 38 · 09.09.2025
TO I, TOP 21
Abgelehnt
1. Der Vorlage M 92 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 2. Die Vorlage NR 1287 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Ablehnung:
CDUFDPBFF-BIGAfD
Sonstige:
Gartenpartei (M 92 und NR 1287 = Ablehnung)Stadtv. Yilmaz (M 92 = Annahme, NR 1287 = Ablehnung)
zu 2)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeFDPBFF-BIGAfDVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Ablehnung:
CDU
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, Linke, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (unter Hinweis auf die Vorlage NR 1287), FDP, BFF-BIG und AfD (= Ablehnung) zu 2. GRÜNE, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Gartenpartei (M 92 und NR 1287 = Ablehnung) Stadtv. Yilmaz (M 92 = Annahme, NR 1287 = Ablehnung)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 41 · 16.09.2025
TO II, TOP 8
Abgelehnt
1. Der Vorlage M 92 wird unter Hinweis auf das Schreiben des Hauptamtes vom 15.09.2025 zugestimmt. 2. Die Vorlage NR 1287 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Ablehnung:
CDUFDPBFF-BIGAfD
zu 2)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeFDPBFF-BIGAfDVoltFRAKTION
Ablehnung:
CDUÖkoLinX-ELF
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, Linke, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (unter Hinweis auf NR 1287), FDP, BFF-BIG und AfD (= Ablehnung) zu 2. GRÜNE, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Annahme) und ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 43 · 18.09.2025
TO II, TOP 42
Abgelehnt
1. Der Vorlage M 92 wird unter Hinweis auf das Schreiben des Hauptamtes vom 15.09.2025 zugestimmt. 2. Die Vorlage NR 1287 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeVoltÖkoLinX-ELFFRAKTIONStadtv. Yilmaz
Ablehnung:
CDUFDPBFF-BIGAfDGartenpartei
zu 2)
Zustimmung:
GrüneSPDLinkeFDPBFF-BIGAfDVoltFRAKTIONGartenparteiStadtv. Yilmaz
Ablehnung:
CDUÖkoLinX-ELF
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, Linke, Volt, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Stadtv. Yilmaz gegen CDU (unter Hinweis auf NR 1287), FDP, BFF-BIG, AfD und Gartenpartei (= Ablehnung) zu 2. GRÜNE, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, FRAKTION, Gartenpartei und Stadtv. Yilmaz gegen CDU (= Annahme) sowie ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung)

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