Kanalsanierung Alter Bergsammler - Mehrkosten
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Vortrag des Magistrats vom 15.06.2015, M 99
Betreff: Kanalsanierung Alter Bergsammler - Mehrkosten
- Es dient zur Kenntnis, dass für das Bauvorhaben "Kanalsanierung Alter Bergsammler" gegenüber der geprüften Kostenberechnung in Höhe von 5.764.000 EUR (brutto) Mehrkosten in Höhe von 901.378,46 EUR (brutto) entstehen. Die Kosten der Gesamtmaßnahme betragen somit 6.665.378,46 EUR (brutto).
- Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Betriebskommission der SEF in ihrer 16. ordentlichen Sitzung am 14.04.2015 die Vorlage zu den Mehrkosten behandelt hat und der Stadtverordnetenversammlung empfiehlt, den Mehrkosten zuzustimmen.
- Die zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 901.378,46 EUR (brutto) werden bewilligt. Die Mehrkosten sind durch Querdeckung und Minderausgaben bei anderen Investitionen im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzpläne der SEF gedeckt.
- Die Deckung der sich aufgrund der Mehrausgaben von 901.378,46 EUR erhöhenden Jahresfolgekosten ist sichergestellt. Begründung: A. Zielsetzung Das Abwasser aus den südlichen Stadtteilen wird über mehrere Hauptsammelkanäle der Abwasserreinigungsanlage Niederrad zugeführt. Bei einem der Hauptsammler, dem sogenannten Alten Bergsammler, wurden bei Inspektionen in den Jahren 1998, 1999 und 2004 durchgängig auf einer Länge von ca. 3 km Schäden festgestellt, die abschnittsweise zu sanieren waren. Ein Sanierungsabschnitt erstreckte sich über eine Gesamtlänge von ca. 1.750 m von einem Regenüberlauf in der Sandhofstraße bis zum Wendehammer am Ende der Schwanheimer Straße. Nach umfangreichen Variantenuntersuchungen wurde als geeignetes Sanierungsverfahren der Einbau von glasfaserverstärkten Kunststoffrohren als Inliner in den vorhandenen schadhaften Kanal gewählt. Die Entwurfsplanung mit Kostenberechnung wurde durch das Revisionsamt geprüft (Prüfungsmitteilung Nr. V 2009/0097 vom
- Januar 2010), und durch die Betriebskommission der Stadtentwässerung mit Gesamtkosten in Höhe von (gerundet) 5.764.000 EUR (brutto) bewilligt (Beschluss-Nr. 57/2010 vom 31.08.2010). Die Maßnahme wurde von April 2009 (Planungsbeginn) bis März 2014 umgesetzt. Bauausführung war von Juni 2011 bis Oktober
- Im Zuge des Bauvorhabens sind aufgrund der Ausschreibungsergebnisse und gegenüber der Entwurfsplanung geänderter örtlicher Randbedingungen Mehrausgaben entstanden. Die Mehrausgaben begründen sich im Einzelnen wie folgt:
- Ingenieurleistungen für Planung, örtliche Bauüberwachung und Bauoberleitung: Durch die erhöhten Baukosten sind entsprechend der Vergütungsregelungen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure sowie der vertraglichen Regelungen entsprechend höhere Kosten angefallen. Die Mehrkosten belaufen sich auf 39.360,65 EUR.
- Sonstige Gutachterliche Leistungen: Die Mehrkosten sind entstanden, weil entgegen der Entwurfsplanung für die Grundwasserhaltung ein Genehmigungsverfahren und ein Grundwassermonitoring erforderlich wurden. Weiterhin mussten zur Ergänzung der Entwurfsplanung zusätzliche statische Berechnungen durchgeführt werden, weil die für den Einbau der Inlinerrohre erforderlichen Baugruben im Bereich der Gleisanlagen Kreuzung Komturstraße/Deutschordenstraße an veränderte Randbedingungen angepasst werden mussten. Die Mehrkosten belaufen sich auf 28.579,04 EUR.
- Baukosten: Die Ausschreibungsergebnisse lagen deutlich über den bei der Kostenberechnung angesetzten Preisen, entsprachen aber der aktuellen Marktsituation zum Zeitpunkt der Ausschreibung. Die weiteren Mehrkosten beruhen überwiegend auf geänderten Einbaubedingungen bei der Querung des Sammlers unter den Straßenbahngleisen im Bereich der Kreuzung Komturstraße/ Deutschordenstraße. Im Rahmen der Vorplanung war eine Baugrube zum Einbau der Inlinerrohre im Bereich der Deutschordenstraße unter den Straßenbahngleisen vorgesehen. Bei der weiteren Umsetzung der Maßnahme stellte sich heraus, dass dieser Standort aufgrund von Bauprovisorien und einem Schienenersatzverkehr nur mit sehr hohen Mehrkosten und einer erheblichen zeitlichen Verschiebung der Maßnahme realisierbar gewesen wäre. Daher wurde zur Minimierung der Mehrkosten die Baugrube verschoben und die Einbauweise der Inlinerrohre modifiziert. Der Einbau erfolgte dann über einen anderen, kreuzenden Kanal außerhalb des Gleisbereichs. Um die Rohre am neuen Baugrubenstandort zum Einbaupunkt anzuliefern, war die Sonderanfertigung eines Fahrwagens notwendig, dessen Kosten sich alleine auf rund 45.000,- Euro belaufen. Weiterhin mussten aufgrund der geänderten Einbaubedingungen die geplante Länge der Inlinerrohre für einen Einbauabschnitt von 390 Meter Länge von 3 Meter auf 1 Meter reduziert worden. Für diese Strecke entstand ein 3-fach erhöhter Aufwand für die Abdichtung der Rohrverbindungen und der Dichtheitsprüfung. Die geplante Bauzeit verlängerte sich um rund 12 Wochen, was zusätzlich zu den Mehrkosten beim Einbau auch eine zeitliche Verlängerung und Zusatzkosten bei der Wasserhaltung, Grundwasserabsenkung und Verkehrssicherung zur Folge hatte. Die Mehrkosten belaufen sich insgesamt auf 833.438,77 EUR B. Alternativen keine C. Lösung Die Lösung bestand in der Anpassung der Ausführungsplanung an die geänderten Randbedingungen während der Projektabwicklung. D. Kosten
- Investitionsbedarf Bewilligte Mittel 5.764.000,00 EUR brutto Mehrkosten 901.378,46 EUR brutto Gesamtinvestitionsbedarf: 6.665.378,46 EUR brutto
- Finanzierungsbedarfszeitraum mit Angabe der Jahresraten: 2009 27.246,29 EUR brutto 2010 82.250,60 EUR brutto 2011 2.801.168,52 EUR brutto 2012 3.549.441,04 EUR brutto 2013 193.801,96 EUR brutto 2014 11.470,05 EUR brutto
- Zugehörige Folgeinvestitionen keine
- Jahresfolgekosten Kosten-berechnung (EUR) Mehrkosten (EUR) Summe (EUR)
- a)persönliche Ausgaben 0 0 0
- b)Sachkosten:
- Unterhaltungskosten (keine Veränderung, da Sanierung Bestand) 0
- Abschreibung 144.100 22.534 166.634 c) kalkulatorische Verzinsung 4%, davon 1/2 115.280 18.028 133.308 Gesamtsumme Jahresfolgekosten 259.380 40.562 299.942
- Jahreserträge (Deckung im kostendeckenden Gebührenhaushalt) 299.942
- Leistungen Dritter keine
- Stellenplanmäßige Auswirkungen keine
- Sonstiges entfälltZuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Ausschuss für Umwelt und Sport Beratung im Ortsbeirat: 5 Versandpaket: 17.06.2015
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine Beschlussvorlage, die der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung vorlegt — für Angelegenheiten, die deren Zustimmung brauchen. Sie wird in Ausschüssen und im Plenum beraten, dann entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.
- 1Magistrat legt Vortrag vor
- 2Ausschüsse beraten
- 3Plenum entscheidet
Der Weg dieser Vorlage
Am 15. Juni 2015 legte der Magistrat diesen Vortrag der Stadtverordnetenversammlung vor. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 16.07.2015 im Stadtverordnetenversammlung angenommen.
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE und RÖMER; BFF (= Enthaltung) sowie SPD, LINKE. und FDP (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP und RÖMER gegen SPD und LINKE. (= Ablehnung); BFF (= Enthaltung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL und REP (= Annahme) Stv. Krebs (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP, RÖMER, ÖkoLinX-ARL und REP gegen SPD und LINKE. (= Ablehnung); BFF (= Enthaltung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Stv. Krebs (= Enthaltung)