Antisemitismus keinen Raum geben - BDS aktiv entgegentreten
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Wohnen verfolgenInhalt
Vortrag des Magistrats vom 25.08.2017, M 165
Betreff: Antisemitismus keinen Raum geben - BDS aktiv entgegentreten I. Die Stadt Frankfurt am Main stellt keinerlei Räumlichkeiten oder Flächen für Vereine, Organisationen oder auch Einzelpersonen zur Verfügung, die mit ihren Aktivitäten die antisemitische BDS-Bewegung unterstützen. II. Die Stadt Frankfurt am Main weist ihre Gesellschaften an, keinerlei Räumlichkeiten für Vereine, Organisationen oder auch Einzelpersonen zur Verfügung zu stellen bzw. zu vermieten, die mit ihren Aktivitäten die antisemitische BDS-Bewegung unterstützen. III. Die Stadt Frankfurt am Main appelliert an Vermieter von Veranstaltungsräumen in Frankfurt am Main, keinerlei Räumlichkeiten für Vereine, Organisationen oder auch Einzelpersonen zur Verfügung zu stellen bzw. zu vermieten, die mit ihren Aktivitäten die antisemitische BDS-Bewegung unterstützen. IV. Die Stadt Frankfurt am Main leistet keinerlei Zuwendungen oder Zuschüsse an Vereine, Organisationen oder andere Gruppierungen, die mit ihren Aktivitäten die antisemitische BDS-Bewegung unterstützen. V. Der Magistrat wird beauftragt, alle für die unter I. bis IV. genannten Zielsetzungen erforderlichen Maßnahmen umzusetzen.
Begründung: A. Zielsetzung Die Stadt Frankfurt am Main besitzt gerade auch eine große jüdische Tradition. Sie verdankt in vielerlei Hinsicht ihre heutige Rolle und Bedeutung als Stadt der Kultur, der Wissenschaft und des Handels gerade auch dem Wirken großer jüdischer Familien. Umso mehr ist es Aufgabe und Verpflichtung der Stadt, engagiert gegen jeglichen Antisemitismus vorzugehen. Frankfurt pflegt mit seiner Partnerschaft zu Tel Aviv gleichzeitig eine besondere Nähe zu Israel und hat diese besondere Beziehung in den zurückliegenden Jahren immer weiter ausgebaut. Mit der Vertiefung der Städtebeziehungen von einer Städtefreundschaft hin zur offiziellen Städtepartnerschaft wurden die partnerschaftlichen Beziehungen in diesem Jahr auch formell gestärkt und der seit 2013 durchgeführte Deutsch-Israelische Freundschaftstag ist ein weiteres offizielles und öffentliches Signal der Freundschaft und Solidarität mit dem einzig demokratischen Rechtsstaat im Nahen Osten. Die in Frankfurt fahrende Freundschafts-Straßenbahn bringt dies auch optisch im Straßenbild Frankfurts zum Ausdruck. Seit über zehn Jahren versucht die BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions), den Staat Israel international zu isolieren und ruft in vielen Ländern zunehmend zu Boykottmaßnahmen auf. Es geht im Kern der BDS Bewegung um die Delegitimierung des Staates Israel, zu deren Zweck Boykott und Diffamierung als Mittel eingesetzt werden. Von selbsternannter "Kaufhauspolizei", die israelische Waren in Geschäften brandmarkt und damit auch Händler einschüchtert, über die Einschüchterung von Künstlern, die in Israel auftreten oder dies möchten, bis hin zur Störung von Veranstaltungen reicht weltweit ein Ausschnitt verschiedenster BDS-Aktivitäten. Die BDS Bewegung nutzt mit ihren Botschaften die gleiche Sprache, die einst Nationalsozialisten gebrauchten, um auszudrücken: "Kauft nicht bei Juden!". Die BDS Kampagne wählt mit ihrer tief in das Fundament der Legitimation des jüdischen Staates reichenden Kritik an Israel den Umweg über den Antizionismus, um beim Antisemitismus anzukommen. Die BDS-Bewegung ist damit eine zutiefst antisemitische Bewegung und soll in der Stadt Frankfurt am Main keinen Raum haben. Die Stadt Frankfurt am Main bekennt sich zu der tief empfundenen Freundschaft zu Israel und setzt sich auch weiterhin für eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern ein. B. Alternativen: Keine C. Lösung: Wie unter I. bis IV. aufgeführt wird die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten allen Aktivitäten der antisemitischen BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten und sich aktiv dafür einsetzen, dass diese in Frankfurt am Main keinen Raum und keine Unterstützung findet. D. Kosten: keineNebenvorlage: Antrag vom 27.09.2017, NR 412
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 25. August 2017Sie sind hierMM 165Antisemitismus keinen Raum geben - BDS aktiv entgegentretenMagistratsvortrag
- 27. September 2017NRNR 412Antisemitismus keinen Raum gebenSTVV-Antrag · LINKE.
- 5. März 2018Antwort des Magistrats · nach 27 WochenBB 68Antisemitismus keinen Raum geben - BDS aktiv entgegentretenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine Beschlussvorlage, die der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung vorlegt — für Angelegenheiten, die deren Zustimmung brauchen. Sie wird in Ausschüssen und im Plenum beraten, dann entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.
- 1Magistrat legt Vortrag vor
- 2Ausschüsse beraten
- 3Plenum entscheidet
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. Ziffern I., II. und V.: CDU, SPD und GRÜNE gegen LINKE. und FRAKTION (= Ablehnung); AfD, FDP, BFF und FRANKFURTER (= Enthaltung) Ziffern III. und IV.: CDU, SPD und GRÜNE gegen AfD, FDP und FRANKFURTER (= Annahme ohne Zusatz) sowie LINKE. und FRAKTION (= Ablehnung); BFF (= Enthaltung) zu 2. CDU, SPD, GRÜNE und AfD gegen LINKE., FRAKTION und FRANKFURTER (= Annahme) sowie BFF (= Ablehnung); FDP (= Votum im Plenum) Sonstige Voten/Protokollerklärung: 1 FDP (M 165 = Annahme ohne Zusatz) ÖkoLinX-ARL (M 165 = Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. Ziffern I., II. und V.: CDU, SPD, GRÜNE und ÖkoLinX-ARL gegen LINKE. und FRAKTION (= Ablehnung) sowie 1 FDP (= Annahme ohne Zusatz); AfD, FDP, BFF und FRANKFURTER (= Enthaltung) Ziffern III. und IV.: CDU, SPD, GRÜNE und ÖkoLinX-ARL gegen AfD, FDP und FRANKFURTER (= Annahme ohne Zusatz) sowie LINKE. und FRAKTION (= Ablehnung); BFF (= Enthaltung) zu 2. zu a) CDU, SPD, GRÜNE und AfD gegen LINKE., FRAKTION und FRANKFURTER =( Annahme), BFF (= Ablehnung) und ÖkoLinX-ARL (= Annahme mit den Maßgaben, dass im ersten Absatz der Einleitung der letzte Halbsatz ab den Worten "und damit die völkerrechtliche Anerkennung . ." bis "Nationen" gestrichen wird, im zweiten Absatz der Einleitung vor dem Wort "Antisemitismus" die Worte "jede Form des" eingefügt werden und im letzten Satz des Beschlusstenors nach dem Wort "Antisemitismus" die Worte "wie den des BDS" eingefügt werden); FDP (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF, FRAKTION und FRANKFURTER zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF, FRAKTION und FRANKFURTER
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.